Ostfildern Der Bedarf an günstigem Wohnraum ist groß

Von der    Schillerschule in Ruit ist nicht mehr viel zu sehen. Dort soll möglichst noch in diesem Jahr mit dem Bau   günstiger Mietwohnungen begonnen werden. Foto: Horst Rudel
Von der Schillerschule in Ruit ist nicht mehr viel zu sehen. Dort soll möglichst noch in diesem Jahr mit dem Bau günstiger Mietwohnungen begonnen werden. Foto: Horst Rudel

Die Flüchtlingsunterbringung und die Kinderbetreuung sind und bleiben in der Stadt Ostfildern die Hauptaufgaben der Verwaltung.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Ostfildern - Wenn Ostfilderns Oberbürgermeister Christof Bolay gefragt wird, welches im vergangenen Jahr die für die Stadt bedeutenden Projekte waren, muss er nicht lange überlegen. „Wichtig war die Einweihung der Grundschule Ruit“, sagt er. Rund 10,5 Millionen Euro hat die Einrichtung gekostet, die die in die Jahre gekommene Justinus-Kerner-Schule und die Schillerschule ersetzt. Letztere diente vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft, ist aber inzwischen abgerissen worden. Dort sollen laut Bolay günstige Mietwohnungen entstehen. Die Gespräche mit einem Investor seien „schon weit fortgeschritten“, sagt er und er hofft, dass noch dieses Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Das sei dringend notwendig, denn an bezahlbarem Wohnraum „haben wir den größten Bedarf“.

Verbesserung der Lebensqualität

Was die Stadt ebenfalls über Jahre hinweg beschäftige, seien die Sanierungen der Ortskerne in den Stadtteilen Nellingen und Ruit. Auch für Kemnat werde ein entsprechender Förderungsantrag gestellt. Erst kürzlich, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats haben die Kommunalpolitiker die Gestaltungsempfehlungen dafür wohlwollend zur Kenntnis genommen. Für den Rathauschef ist es „ein wichtiger Punkt“, die Lebensqualität in den Ortschaften zu verbessern und gleichzeitig den Einzelhandelsstandort zu erhalten.

Für eine gute Lebensqualität der Einwohner sind auch adäquate Kinderbetreuungseinrichtungen notwendig. Deshalb ist Bolay froh, dass der Bau der neuen Kindertagesstätte in der Kemnater Waldstraße schon „ziemlich weit gediehen“ ist. Auch die Planungen für den Mutzenreiskindergarten in Nellingen würden vorangetrieben. Und der Rathauschef sieht auch die Tatsache, dass Ostfildern mit der Erich-Kästner-Schule in Nellingen inzwischen über eine Gemeinschaftsschule verfügt, unter dem Qualitätsaspekt.

Eine Pflichtaufgabe ist die Unterbringung von Flüchtlingen. Für die bei Anwohnern umstrittene Unterkunft am Holzheizkraftwerk im Scharnhauser Park (wir berichteten) sei inzwischen der Bauantrag gestellt und das Projekt sei „genehmigungsfähig“, wie Bolay erklärt.

Finanziell nicht auf Rosen gebettet

Weiter sei ein ehemaliges Bürogebäude in der Nellinger Daimlerstraße bereits teilweise von Asylbewerbern bezogen worden. In diesem seien beispielsweise jene Menschen untergekommen, die zwischenzeitlich in der Schillerschule eine Bleibe gefunden hatten. Auch sei die provisorische Unterkunft in der Blumenhalle im Scharnhauser Park mittlerweile abgerissen und die Menschen anderweitig versorgt. Doch noch dringlicher und zudem verpflichtend sei es für die Städte und Gemeinden, den Geflüchteten nach deren Anerkennung als Asylsuchende Wohnraum in der sogenannten Anschlussunterbringung zur Verfügung zu stellen. Dafür entstehen zurzeit drei markante Gebäudekomplexe in der Maybachstraße im Stadtteil Nellingen, einer davon steht bereits.

Zum Ende des vergangenen Jahres war die Stadt für ihr neues Gebührenmodell für die Kinderbetreuung bei Eltern stark in die Kritik geraten (wir berichteten). Christof Bolay ist erleichtert, dass alle Fraktionen geschlossen dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt haben und damit „ein klares Signal“ gesetzt hätten. Nun gelte es, die Auswirkungen des neuen Systems zu beobachten und gegebenenfalls zu reagieren.

Die Stadt Ostfildern sei finanziell nicht auf Rosen gebettet, wenngleich sie immer noch gestalten und den Bestand erhalten könne. Dafür würden etliche Millionen Euro investiert. Dennoch komme er sich mit Blick auf benachbarte Kommunen auf den Fildern wie die „verarmte Verwandtschaft jenseits der Autobahn“ vor.




Unsere Empfehlung für Sie