Ostfildern Ein weiterer Mosaikstein für die Sportschule Ruit

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Für rund fünf Millionen Euro hat der Württembergische Landessportbund das Waldhaus auf dem Gelände der Sportschule Ruit grundlegend saniert und neu gestaltet. Damit ist die Entwicklung hin zum sogenannten Campus Ruit nahezu abgeschlossen.

Das Waldhaus  hat außen und innen  ein komplett neues Gesicht bekommen. Foto: Horst Rudel
Das Waldhaus hat außen und innen ein komplett neues Gesicht bekommen. Foto: Horst Rudel

Ostfildern - Die Sportschule in Ruit, die zu gleichen Teilen dem Württembergischen Landessportbund (WLSB) und dem Württembergischen Fußballverband (WFV) gehört, kann ein weiteres wichtiges Projekt auf dem Weg in die Zukunft abhaken. Am Freitagnachmittag wurde das kernsanierte Waldhaus auf dem Gelände der Einrichtung in dem Ostfilderner Stadtteil eingeweiht. Das Unterkunftshaus, das 88 Gästen Platz bietet, wurde für rund fünf Millionen Euro grundlegend modernisiert und neu gestaltet. Damit ist der Campus Ruit, den der WLSB mit seinem Sportschul-Entwicklungsplan umsetzt, um einen Mosaikstein reicher.

Das Gebäude war „quasi ausgebeint“

Man könne behaupten, das aus den 1930er-Jahren stammende Waldhaus sei „quasi ausgebeint“ gewesen, um es auf Vordermann zu bringen, sagt Jürgen Heimbach. Er leitet die Landessportschule in Ruit, in der Trainer- und Übungsleiterlehrgänge, Seminare und Trainingslager für die unterschiedlichsten Sportarten angeboten werden. Der finanzielle und arbeitstechnische Aufwand, der in der rund einjährigen Bauzeit betrieben worden sei, habe sich allemal gelohnt. Denn in der Unterkunft seien nicht nur barrierefreie und sogar einige behindertengerechte Übernachtungszimmer für Seminarteilnehmer und Referenten entstanden, sondern auch moderne Schulungsräume, die auf dem neuesten digitalen Stand seien.

Das sei unabdingbar gewesen, sagt Jürgen Heimbach, denn der einstige Lehrbetrieb mit Frontalunterricht habe längst ausgedient. Gefragt seien heute Räume, die „Gruppenarbeit und Kommunikation“ ermöglichten. Zudem biete sich die Möglichkeit, Ausbildungsinhalte per Video an sogenannten Screens zu vermitteln. Doch auch im Zeitalter der Digitalisierung werde der Campus Ruit nach wie vor den persönlichen Kontakt der Sportler untereinander in den Mittelpunkt stellen. Schließlich gelte im Sport: „Wer Menschen trainiert und ausbildet, muss auch mit Menschen lernen. Das kann eine Digitalisierung nicht übernehmen“, betont der Sportschulleiter.

Angelehnt an ein Zitat des legendären Fußballtrainers Sepp Herberger heißt es in der Sportschule Ruit: Nach der Sanierung ist vor der Sanierung. Zurzeit wird das Schwimmbad für rund zwei Millionen Euro zukunftstauglich gemacht – im kommenden Juli soll das Wasser eingelassen werden. Außerdem stehen die Renovierung des Unterkunftsgebäudes Wiesenhaus auf dem Programm sowie der Abriss der aus den 1950er-Jahren stammenden sogenannten Fußballhäuser und der alten Spielhalle. Auf der frei werdenden Fläche sollen eine attraktive Grünfläche und eine Zwei-Feld-Sporthalle entstehen.

Investitionen von rund 40 Millionen Euro

Der einen Zeitraum von 25 Jahren umfassende Sportschulentwicklungsplan für die Einrichtungen in Ruit und in Albstadt-Tailfingen (Zollernalbkreis) sieht Investitionen von insgesamt rund 40 Millionen Euro vor. Die Vorhaben seien bereits zu einem großen Teil umgesetzt, sagt Heimbach. Unter anderem wurden in Ruit in den vergangenen Jahren das Campusgebäude als Aushängeschild der Sportschule und das Schulungszentrum des Württembergischen Schützenverbands eingeweiht.

Die Investitionen seien ein klares Bekenntnis zu den beiden Sportschulungsstandorten in Württemberg, sagt Heimbach: „Dort treffen wir uns, da bilden wir die Trainer und Übungsleiter aus.“




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