Ostfildern Gemeinderat unterstützt die Fliegergruppe Nellingen

Der damalige Ostfilderner Oberbürgermeister Gerhard Koch (links) stößt im Jahr 1986 anlässlich  der Taufe des Segelfugzeugs „Ostfildern“ mit  Wolfgang Maier, dem heutigen   Ehrenvorsitzenden der Fliegergruppe Nellingen, an. Foto: Stadt Ostfildern/Archiv
Der damalige Ostfilderner Oberbürgermeister Gerhard Koch (links) stößt im Jahr 1986 anlässlich der Taufe des Segelfugzeugs „Ostfildern“ mit Wolfgang Maier, dem heutigen Ehrenvorsitzenden der Fliegergruppe Nellingen, an. Foto: Stadt Ostfildern/Archiv

Der Ostfilderner Gemeinderat beschließt mit großer Mehrheit, der Fliegergruppe Nellingen 11 900 Euro zur Sanierung ihres Vereinsheims beizusteuern. Insgesamt fallen dafür Kosten von rund 23 800 Euro an, von denen der Verein etwa 11 600 Euro durch Eigenleistungen aufbringt.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
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Ostfildern - Die Fliegergruppe Nellingen ist laut dem Ostfilderner Oberbürgermeister Christof Bolay ein „rühriger Verein“. Dass der Rathauschef mit dieser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats geäußerten Einschätzung richtig liegt, zeigt schon die Tatsache, wie tatkräftig die Flieger die Sanierung ihres in die Jahre gekommenen Vereinsheims in der Nellinger Augustenstraße angehen. Rund 23 800 Euro kostet die Ertüchtigung des Gebäudes, das neben einer weiträumigen Werkstatt über einen Vereins- und Lehrraum, eine Küche und einen Sanitärbereich verfügt.

Etwa 11 600 Euro der Kosten erbringen die Flieger, die sich dem Segelflugsport – geflogen wird von der Kirchheimer Hahnweide aus – und dem Modellflug verschrieben haben, durch Eigenleistungen. Die Stadträte haben nun mit großer Mehrheit beschlossen, 11 900 Euro aus der städtischen Kasse beizusteuern und die Finanzierungslücke für den Verein zu schließen.

Viele Fürsprecher im Gremium

Margarete Schick-Häberle, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat, erkennt in der Unterstützung der Fliegergruppe eher „ein Luxusproblem“. In Zeiten der sparsamen Haushaltsführung müsse über eine solche „Freiwilligkeitsleistung“ gründlich nachgedacht werden. „Ich würde nicht gut schlafen können, würde ich dem zustimmen.“

Damit befand sich die Grünen-Stadträtin aber in der Minderheit von zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Denn eine große Mehrheit sprach sich dafür aus, dem Verein unter die Arme zu greifen. Zumal dessen Antrag gemäß der Richtlinien zur Ostfilderner Vereinsförderung gestellt wurde. Demnach muss sich dieser mindestens zur Hälfte an den Gesamtkosten beteiligen, um in den Genuss eines städtischen Zuschusses zu kommen.

Theo Hartmann, der Chef der Freien Wähler, sieht deshalb kein Problem darin, den Fliegern zu helfen – zumal der Verein „gut geführt“ sei. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Norbert Simianer erachtet es als eine Aufgabe der Kommune, in einem solchen Fall einzuspringen: „Um unsere Vereine beneiden uns viele in Europa, wo dieses Engagement nicht so gepflegt wird.“ Und Werner Schmidt, der Fraktionschef der SPD, spricht sich dafür aus, die Vereine zu unterstützen, „wo wir können“.

Vereinsheim war ehemals eine Glaserei

Und so kann die Fliegergruppe nun die Sanierung ihres Vereinsheims, das seit 1967 ihr Domizil ist, in Angriff nehmen. Das Gebäude war ehemals eine Glaserei und wurde seinerzeit in einer dreijährigen Bauzeit in Eigenleistung zur Vereinsbleibe ausgebaut und erweitert. Es steht auf einem städtischen Grundstück, das dem Verein seit dem Jahr 1998 per Erbbaurecht zur Verfügung steht. Der Vertrag endet 2048, kann aber um weitere 50 Jahre verlängert werden, wenn die Stadt das Gelände nicht anderweitig nutzen möchte.

Die Fliegergruppe finanziert sich über ihre Mitgliedsbeiträge, aber auch über jährlich sechs Papiersammlungen in den Ostfilderner Stadtteilen Nellingen und Parksiedlung. Mit dem Geld betreibt der Verein seine Flugzeugflotte auf der Hahnweide und unterhält sein Modellfluggelände Holzwiesen beim Scharnhauser Park. Von den 94 Mitgliedern sind acht Jugendliche bei den Segelfliegern im Einsatz.




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