Ostfildern Hochhaus nach Kellerbrand evakuiert

Von  

Bei einem Feuer im Keller eines achtstöckigen Hochhauses in Ostfildern-Scharnhausen sind am Mittwoch neun Menschen verletzt worden. Das Gebäude musste evakuiert werden. Die Brandursache ist noch unklar.

Das Feuer hat im Keller  ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Foto: Horst Rudel
Das Feuer hat im Keller ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Foto: Horst Rudel

Ostfildern - Beim Brand in einem Hochhaus im Ostfilderner Stadtteil Scharnhausen sind am Mittwoch in den frühen Morgenstunden sieben Bewohner durch Rauchvergiftungen verletzt worden. Auch zwei Feuerwehrmänner erlitten leichte Verletzungen und mussten in einem Krankenhaus behandelt werden. Das Feuer war gegen 3.30 Uhr im Keller des achtstöckigen Gebäudes in der Filderstraße ausgebrochen. Die Brandursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei Esslingen ist in die Ermittlungen eingebunden worden, wie es in einer Mitteilung der Polizei heißt. Auch Brandstiftung werde nicht ausgeschlossen.

Die Feuerwehr war schon wegen eines Rohrbruchs angerückt

Schon gegen 2 Uhr, mehr als eine Stunde vor dem Brandausbruch, war die Feuerwehr zu dem mit 45 Wohneinheiten belegten Gebäude gerufen worden, weil in einem Keller ein Warmwasserrohr geborsten war. Letztlich hat das offenbar Schlimmeres verhindert. Denn nach dem Einsatz hatten zwei Bewohner den Raum geputzt und dabei Brandgeruch bemerkt, der aus einem entfernten Bereich des großen und verwinkelten Kellergeschosses drang. Sie alarmierten daraufhin gegen 3.40 Uhr erneut die Einsatzkräfte. Die Feuerwehr Ostfildern rückte mit 15 Fahrzeugen und 90 Mann an, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war mit elf Fahrzeugen und 21 Mann vor Ort. Zudem waren mehrere Streifenwagen der Polizei im Einsatz.

Nachdem dichter Rauch in dem Hochhaus nach oben zog, musste das Gebäude komplett evakuiert werden. Von den 66 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Brandes in ihren Wohnungen aufhielten, konnten 56 das Gebäude selbstständig verlassen. Vier von ihnen mussten über eine Drehleiter gerettet werden, weitere sechs mit Atemschutzmasken über das Treppenhaus. Die Mehrzahl der Bewohner wurde zunächst in der nahe gelegenen Wasenäckerschule untergebracht und dort vom DRK versorgt. Sie durften jedoch laut dem Stadtbrandmeister Gerhard Hanekamm von 7.30 Uhr an nach und nach wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Feuerwehr konnte aufgrund der Flammen den Keller zunächst nicht betreten und bekämpfte das Feuer über die Kellerfenster. Wegen des dadurch entstandenen Wasserschadens muss die erste vorsichtige Schätzung des Sachschadens von 25 000 Euro laut einer Polizeisprecherin möglicherweise nach oben korrigiert werden.

Die Kripo ermittelt in alle Richtungen

Die Kriminalpolizei ist in die Ermittlungen der Brandursache eingeschaltet worden. Zunächst wurde vermutet, das Feuer sei durch einen Kurzschluss im Technikraum ausgebrochen. Dieser, so die erste Annahme, sei dadurch entstanden, dass nach dem Rohrbruch Wasser in die elektrischen Geräte gelaufen war. Doch schon bei einer ersten Besichtigung des Brandorts durch die Polizei stellte sich heraus, dass das Feuer in einem anderen Kellerraum ausgebrochen ist.

Wegen der Gesundheitsgefährdung durch Dämpfe können die Beamten erst am Donnerstag ihre detaillierte Ermittlungsarbeit vor Ort aufnehmen, erklärte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Ursache noch völlig unklar, selbst eine Brandstiftung werde nicht ausgeschlossen. Mit einem Ergebnis könne eventuell am Freitag gerechnet werden. Zwei der neun Verletzten – eine 59-jährige Frau und ein 73 Jahre alter Mann – wurden stationär im Krankenhaus aufgenommen. Alle anderen Verletzten konnten die Klinik wieder verlassen.

Für den Stadtbrandmeister Gerhard Hanekamm ist es eine „glückliche Fügung“ gewesen, dass Bewohner des Hauses durch den vorhergehenden Wasserrohrbruch auf das Feuer aufmerksam wurden. Dadurch seien viele Bewohner schon vor dem Eintreffen der Feuerwehr gewarnt gewesen. Zudem habe das Feuer schon in einem frühen Stadium bekämpft werden können.