Ostfildern Vernetzte Industrie muss sicher sein

Günther Oettinger schwört Firmen auf die vierte industrielle Revolution ein. Foto: dpa
Günther Oettinger schwört Firmen auf die vierte industrielle Revolution ein. Foto: dpa

Der EU-Kommissar Günther Oettinger besucht die Firma Pilz und fordert mehr Anstrengungen auch des Mittelstands. Auch kleinere Unternehmen dürften die kombinierte Entwicklung von Automatisierung und Digitalisierung nicht verschlafen.

Esslingen: Wolfgang Berger (ber)
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Ostfildern - Die Automatisierung und Digitalisierung werden die entscheidenden Triebfedern der gewerblichen und industriellen Entwicklung bleiben.“ Davon ist Günther Oettinger überzeugt. Bei seinem Besuch am Freitag bei der Firma Pilz in Ostfildern informierte sich der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft bei dem weltweit agierenden und führenden Anbieter von Komplettlösungen für die sichere Automation.

Industrie 4.0: dieser Begriff steht für die vierte industrielle Revolution – den Einsatz von Elektronik und der Informationstechnologie zur weiteren Automatisierung der Produktion. Internet-Technologien sollen dafür sorgen, dass flexibler und effizienter produziert wird. Eine hochvernetzte Industrie, so die Erwartung, soll zu einer höheren Wertschöpfung in den Unternehmen führen und Kosten reduzieren.

Die USA haben noch die Nase vorn

Günther Oettinger zufolge müssen Europa und speziell auch Deutschland darauf achten, hier den Anschluss nicht zu verpassen und sich an die Spitze des Trends zu setzen. Wer bei 4.0 eine führende Rolle einnehme, behaupte sich auch im globalen Wettbewerb. Die US-Amerikaner hätten dies längst erkannt und messen Industrie 4.0 größte Bedeutung bei. Umso wichtiger sei es für europäische und deutsche Firmen, „sich nicht von den Googles der Welt abhängig zu machen“, sagte Günther Oettinger im Blick auf die Automobilhersteller und die Zulieferindustrie. „Dann bleiben wir stark“, fügte der EU- Kommissar hinzu.

Die Entwicklung dürften auch die forschungsstarken mittelständischen Betriebe nicht ignorieren. „Auch die letzte Firma im bayerischen Wald muss ihren Winterschlaf beenden und den Weckruf hören“, so formulierte es Günther Oettinger. Er stelle indessen fest, dass sich allgemein das Bewusstsein dafür schärfe. „Es geht in die richtige Richtung“, so der frühere baden-württembergische Ministerpräsident.

Schutz von Produktionsdaten ist wichtig

Beim Prozess Industrie 4.0 misst Oettinger dem Thema Datensicherheit und Cybersecurity „entscheidende Bedeutung“ bei. Wenn künftig Systeme mit intelligenten Maschinen eigenständig Informationen austauschen und sich gegenseitig steuern, stellt sich zwangsläufig die Frage der Sicherheit. Hier bietet die Firma Pilz mit weltweit 2000 Mitarbeitern kundenorientierte Lösungen für die Sicherheits- und Steuerungstechnik an.

Es geht unter anderem um den Schutz von Produktionsdaten und um das Vorbeugen von Plagiaten an der Schnittstelle von Maschinenbau und Informationstechnologie. „Pilz ist am Puls der europäischen Entwicklung“, lobte der Gast aus Brüssel.

Begleitet wurde Oettinger von Guido Wolf. Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im März will sich für Kompetenzzentren an Hochschulen und für einen Ausbau der Infrastruktur zum Nutzen der hiesigen Wirtschaft stark machen. Unter dem Motto „Glasfaser für alle“ wirbt Wolf für eine landesweite Digitalisierungs-Offensive.




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