Waterbikes bei Ludwigsburg Das neue Angebot am Neckar im Test

Wer gegen die Strömung fährt, muss kräftiger pedalieren. Foto: Simon Granville

Kurbeln, treten und sanft dahingleiten: An den Ufergestaden bei Hoheneck werden seit Ostern Waterbikes verliehen. Wir sind bei einer Jungfernfahrt übers Wasser gefahren.

Rems-Murr/ Ludwigsburg: Martin Tschepe (art)

Wie cool ist das denn! Rad fahren auf dem Neckar! Wer mit einem sogenannten Waterbike in Ludwigsburg-Hoheneck auf dem Neckar unterwegs ist, wird am Ufer von den Spaziergängern am Ufer alle paar Hundert Meter angesprochen, winkende Hände jubeln ihm zu. „Was ist das?“, ruft ein Radfahrer an diesem frühsommerlichen Tag Mitte April in Richtung Fluss.

 

Tja, was denn? Ein Wasserfahrrad. Bei den Zugvögeln, einem Anbieter von Kanutouren aus Bietigheim-Bissingen, werden diese Waterbikes seit den Ostertagen vermietet – vorerst nur in Hoheneck.

Die Wasserfahrzeuge werden in Italien hergestellt

„Die Bikes sind ganz neu in der Region“, sagt Anna Bröll, die Chefin der Outdoorfirma. Sie sei im Winter in Südafrika gewesen und habe in einer Bucht in dem Städtchen Simonstown diese auf den ersten Blick merkwürdigen Wasserfahrzeuge gesehen, getestet und beschlossen: „Brauchen wir auch.“

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Die Wasserfahrzeuge werden in Italien hergestellt, kosten 3000 Euro – und werden bis dato laut Anna Bröll in Baden-Württemberg ausschließlich am Bodensee vermietet. Nun also auch in der Region Stuttgart.

Der Kunde lässt das Gefährt mit einem Zugvögel-Mitarbeiter zu Wasser. Das Fahren ist kinderleicht. Aufsteigen? Gar kein Problem. Sobald der Fahrer im Sattel sitzt: lostreten – wie auf einem Fahrrad an Land eben. Der Vorteil: Umfallen ist kaum möglich. Die Bikes sind auf zwei aufblasbaren Schwimmkörpern befestigt und liegen stabil auf dem Wasser. Das Steuern indes ist gewöhnungsbedürftig. Wer den Lenker einschlägt, muss nämlich ein bisschen warten, bis das Ruder reagiert. Anders als bei gewöhnlichen Bikes ist es aber möglich, auch mal rückwärts zu rangieren – wie bei einem Boot eben.

Im Korb am Lenker lässt sich Gepäck wasserdicht verstauen

Trittbretter auf den zwei Schwimmkörpern – direkt unterhalb der Pedale – bieten die Möglichkeit, jederzeit eine Pause zu machen, mal vom Sattel abzusteigen und sich hinzustellen. In einem Korb am Lenker lässt sich ein bisschen Gepäck verstauen, wasserdicht verpackt in einer zugeschraubten, kleinen Plastiktonne. Wer mehr mitnehmen will, auch kein Problem: Über den Schwimmkörpern lässt sich ein Stand-up-Paddel (SUP) befestigen. Darauf kann dann wie auf einer Matratze ein kleines Kind oder ein Hund chauffiert werden, sagt Anna Bröll.

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Bitte aufsteigen, die Jungfernfahrt beginnt. Start an der Kanu-Verleihstation beim Uferstüble in Hoheneck. „Die Fahrräder eignen sich super für entspannte Erkundungstouren, denn schnell sind sie nicht“, ruft Anna. Die Ausflügler kommen einigermaßen flott voran, wenn sie kräftig in die Pedale treten. Gegen die Strömung mit einer Geschwindigkeit von zehn Minuten je Kilometer, auf dem Rückweg – mit der Strömung – wird es schneller. Die GPS-Uhr am Armband sagt: knapp sieben Minuten je Kilometer.

Lenken kann nur, wer auch in die Pedale tritt

Wer sich mal ein bisschen ausruhen will und das Wasserfahrrad treiben lässt, bemerkt schnell: Manövrieren geht nun nicht mehr. Lenken lassen sich diese Bikes nur, wenn der Fahrer in die Pedale trifft. Der kleine Ausflug zum Freibad und zurück zum Startplatz ist beendet. Nun kommt das Passagierschiff Wilhelma auf dem Neckar vorbei gefahren. Ein paar Passagiere winken – und auch sie fragen sich beim Blick auf die Wasserfahrräder vermutlich: Was ist das denn?

Ein Waterbike zu mieten kostet für zwei Stunden 35 Euro pro Person, Mindestalter 14 Jahre. Die Buchung läuft übers Internet. Auch für Tandems. Die Waterbikes sind als Tretboote zugelassen. Die Zugvögel vermieten an mehreren Stationen am Neckar, an der Rems und an der Enz Kajaks, Canadier und SUPs. Neu im Angebot sind nicht nur die Waterbikes, sondern auch Early-Bird-Touren im Kanu. Beginn 7.30 Uhr.

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