Ouvertüre für Sanierung des Badischen Staatstheaters Kassenhalle muss weichen

Von dpa 

2022 beginnt der erste Bauabschnitt zur Sanierung des Badischen Staatstheaters. Bereits jetzt laufen sichtbare Vorbereitungen für die Sanierung.

Der vordere Gebäudeteil des Staatstheaters in Karlsruhe muss einem Neubau Platz machen. Foto: dpa/Uli Deck
Der vordere Gebäudeteil des Staatstheaters in Karlsruhe muss einem Neubau Platz machen. Foto: dpa/Uli Deck

Karlsruhe - Theaterbesucher in Karlsruhe müssen sich demnächst an neue Wege gewöhnen, denn die Sanierung des Badischen Staatstheaters Karlsruhe nimmt langsam Fahrt auf. Bereits jetzt laufen einige vorbereitende Arbeiten für den ersten Bauabschnitt, der wie geplant 2022 beginnen wird, sagte Ivica Fulir, Technischer Direktor des Badischen Staatstheaters. Zuerst muss der Teil des Gebäudes weichen, in dem sich aktuell die Kassenhalle und im oberen Stockwerk der Gastronomiebereich befindet. Im Zuge der Sanierung wird dort ein neues Gebäude für das Junge Staatstheater, das Kleine Haus und die Studio-Bühne entstehen. Da damit auch die Tiefgarageneinfahrt überbaut wird, werden aktuell zunächst die Ein- und Ausfahrt verlegt. In einigen Wochen beginnt dann der Bau des Eingangsbereichs, der temporär die Kassen, ein Restaurant und die Toiletten beherbergen wird, erklärte Fulir.

Sanierung der Hauptbühne startet erst 2030

Der erste Bauabschnitt soll fünf Jahre dauern, im zweiten Schritt wird dann der nordwestliche Teil des Staatstheaters saniert. Erst im dritten Abschnitt, der voraussichtlich 2030 beginnen wird, wird der mittlere Teil des Gebäudes, in dem sich unter anderem die Hauptbühne befindet, saniert. Dann muss auch eine alternative Spielstätte gefunden werden, in der Oper, Ballett und Schauspiel gezeigt werden. Einen konkreten Plan, wohin die Aufführungen dann verlegt werden, gebe es aufgrund der zeitlichen Dimension noch nicht, sagte Generalintendant Peter Spuhler. Einige Ideen seien jedoch schon gesammelt.

Die Sanierung wird nach derzeitigem Stand gut 325 Millionen Euro kosten und je hälftig von der Stadt und vom Land finanziert werden. Die Fläche des Theater-Hauptgebäudes wird um fünfzig Prozent vergrößert – allerdings werden dafür externe Standorte, wie beispielsweise die Spielstätte des Jungen Staatstheater „Die Insel“ in der Karlstraße, Probebühnen und Büros außerhalb des Hauptgebäudes aufgegeben und im sanierten Theater vereint. Das tatsächliche Mehr an Fläche beschränke sich damit auf etwas mehr als 15 Prozent, so Fulir. Dabei werden vor allem Proberäume und Werkstätten nach den Arbeitsplatzgesetzen vergrößert. Das Gebäude des Staatstheaters war 1975 fertiggestellt worden. Die Sanierung wird intern bereits seit 2009 vorbereitet.

Theater soll Wohnzimmer der Stadt werden

Generalintendant Spuhler möchte dem Badischen Staatstheater im Zuge dieser Sanierung auch ein neues Gesicht geben, als „offenes Theater für eine offene Gesellschaft“. Ein „Wohnzimmer für die Stadt“ soll das Haus werden, erklärte er. Die Türen sollen nicht nur abends zu den Vorstellungen offen stehen, sondern auch tagsüber. Als Begegnungsstätte und Verweilort solle das Gebäude jeden einladen und nicht nur Menschen, die sich für Theater interessierten und sich den Vorstellungsbesuch leisten könnten. Der Grundgedanke spiegele sich auch in der Architektur wider: Mit viel Glas und einer einladenden Treppe soll das Badische Staatstheater nach Abschluss der Sanierung auch von außen einladend wirken.