Pächterwechsel Böblinger Gastronom übernimmt das Paladion

Mustafa Ibili, bisher Wirt im Böblinger Rössle, übernimmt das Paladion und folgt damit Thomas Heiling. Foto: Stefanie Schlecht

Die Sportvereinigung hat einen Nachfolger fürs Paladion gefunden. Der Gastronom ist in Böblingen kein Unbekannter.

Böblingen: Leonie Schüler (lem)

Thomas Heiling war 20 Jahre lang eine Institution in der Böblinger Gastronomie. Auf den Tag genau zwei Jahrzehnte lang, vom 1. Juli 2005 bis zum 30. Juni 2025, führt er das Restaurant Im Paladion, die Vereinsgastronomie der Sportvereinigung Böblingen (SVB). „Es liegen 20 wunderschöne Jahre hinter uns“, sagt der Gastronom, der sich als Vorsitzender der Heckengäuköche, beim Schlemmen am See sowie als Vorsitzender der Regionalmarke „Schmeck den Süden“ einen Namen gemacht hat. Wie er im September bekannt gab, wird sich der umtriebige Böblinger Koch Ende Juni aus dem Paladion zurückziehen.

 

Nun ist ein Nachfolger gefunden: Mustafa Ibili wird zum 1. Juli das Lokal übernehmen und unter dem Namen „Restaurant Südlicht im Paladion“ führen. Er ist in Böblingen kein Unbekannter: Seit 2023 war er Pächter des Lokals Rössle, dem Vereinsheim des Reit- und Fahrvereins Böblingen. „Das war mir bissle zu klein“, benennt Ibili den Grund, sich nach etwas Neuem umzusehen. Er arbeite gerne mit vielen Leuten zusammen. Seine Mitarbeiterin Nana Bikosvili wird das Rössle weiterführen.

Kellnern für Helmut Kohl

Ibili bringt besondere gastronomische Erfahrung mit. Zu Beginn seiner Karriere war er bei der damaligen Deutschen Speise- und Schlafwagengesellschaft, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bundesbahn, angestellt. Zunächst als Küchenhilfe, später als Abteilungsleiter der Speisewagen. „Als Teamchef habe ich Regierungssonderzüge begleitet und zum Beispiel Helmut Schmidt oder Helmut Kohl Teller serviert“, erzählt Ibili.

1988 machte sich der gelernte Koch selbstständig und leitete verschiedene Vereinslokale, unter anderem beim TSV Harthausen auf den Fildern oder bei der SG Weilimdorf im Stuttgarter Norden; nebenbei betrieb er eine Diskothek.

Nun freut sich Ibili auf den nächsten Schritt, das Paladion, auch wenn er großen Respekt vor der Leistung seines Vorgängers hat. „Herr Heiling ist eine sehr große Nummer. Es wird nicht so einfach sein, ihm zu folgen“, sagt Ibili. Aber er fühle sich dadurch herausgefordert und wolle versuchen, sein Restaurant „mindestens so gut wie er“ zu führen. Sein Ziel sei es, ein Gasthaus, ein Haus der Gäste zu schaffen, „denn die Gäste sind für mich heilig“. Als Vereinslokal wolle er zunächst die Vereinsmitglieder für sich gewinnen. Wenn sie mit ihm zufrieden seien, kämen im nächsten Schritt auch die Böblinger. „Und irgendwann kommen vielleicht auch die Sindelfinger, davon träume ich“, sagt Ibili und lacht.

Wenn alles nach Plan läuft, eröffnet der Wirt am 1. Juli sein neues Lokal. Ob das klappt, hängt von ein paar Umbaumaßnahmen ab, unter anderem wird eine Winterterrasse gebaut. Es wird schwäbische Gerichte wie selbstgemachte Maultaschen geben. „Mein Rostbraten ist berühmt“, sagt der Küchenchef. An Werktagen möchte er ein Mittagsbuffet anbieten und sonntags einen Brunch. Unterstützen werden ihn seine Tochter und sein Sohn; Ibili hofft zudem, dass er Personal von seinem Vorgänger übernehmen kann.

Thomas Heiling ist beim Schlemmen am See eine feste Größe. Foto: Eibner-Pressefoto

Für Thomas Heiling endet eine Ära. Fällt ihm der Schritt schwer? „Nein“, sagt der 63-Jährige unumwunden. „Ich bin in einem Alter, wo man sich langsam zurückziehen möchte.“ Es sei keine Hauruckaktion, er habe sich den Schritt wohlüberlegt. Es gehe ihm vor allem darum, mehr Zeit für sich und seine Hobbys zu haben. Er sei mit 15 Jahren in die Lehre gegangen, „seither stehe ich am Herd“. Künftig wolle er mehr Zeit für seinen Hund, eine italienische Dogge, haben, fürs Golfen und, um seinen Jagdschein zu machen.

Heiling bleibt in der Mineraltherme

Ganz aufhören wird Thomas Heiling ohnehin nicht: Den Pachtvertrag für seine Gastronomie in der Mineraltherme Böblingen hat er jüngst für weitere fünf Jahre unterschrieben. Und auch den Cateringbetrieb wird er weiterführen, zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter an der Seite.

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