Als Pädagoge hat Imanuel Stutzmann Generationen von Schülern geprägt, als Ortshistoriker Geschichte präsent gemacht. Jetzt wäre der Gerlinger 100 Jahre alt geworden.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Erinnerungen werden wach besonders in Friolzheim, Heimsheim, Leonberg und Gerlingen beim Namen Imanuel Stutzmann. Der Pädagoge, Schulleiter, Ortshistoriker war bekannt, ein Original im allerbesten Sinne. Und vor allem war er ein Mensch, der sich engagierte und Verantwortung übernahm. Manches, was etwa in Gerlingen selbstverständlich zum Stadtbild gehört, geht auf seine Initiativen zurück. Am 9. Januar wäre Imanuel Stutzmann 100 geworden.

 

Unverändert ist Stutzmanns Wirken in Gerlingen gegenwärtig. Viele Einrichtungen der Stadt sind eng mit seinem Namen verbunden. Er galt als Experte der Gerlinger Missionsgeschichte. Über die drei bedeutendsten Missionare Johannes Rebmann, Johannes Zimmermann und Wilhelm Maisch hat er umfangreiche Forschungen angestellt. Als Initiator setzte er sich für die Rettung des Geburtshauses von Rebmann ein, das in Gerlingen steht. Auch die Rebmann Stiftung wurde von ihm mitgegründet.

Geschichte in spannende Geschichten verpackt“

1979 gehörte er zu den Mitinitiatoren des Vereins für Heimatpflege. Als Mitbegründer, langjähriges Vorstandsmitglied und zuletzt Ehrenmitglied wollte er Heimatgeschichte lebendig halten und vermitteln. Geschichte in spannende Geschichten zu verpacken, das sei ein Markenzeichen von Imanuel Stutzmann gewesen, schreibt der Leiter des Gerlinger Stadtarchivs, Klaus Herrmann, in seiner Würdigung.

„Er war ein Mann, der dem Volk aufs Maul schaute, sich den Menschen aufmerksam und nachsichtig zuwandte.“ Drei Bücher sind daraus entstanden.

Vorsitzender der VHS über vier Jahrzehnte

Im Jahr 1959 gründete Stutzmann ein eigenständiges Gerlinger Volksbildungswerk, Vorläufer der heutigen Volkshochschule (VHS), deren Vorsitzender er 40 Jahre lang war. Er leitete den Posaunen- und den Kirchenchor in Gerlingen und engagierte sich bei der Gründung des Kammerorchesters. Die Petruskirchengemeinde vertrat er als Kirchengemeinderat. Für sein Wirken wurde er vielfach ausgezeichnet, 1992 mit dem Bundesverdienstkreuz. Am 1. Juni 2015 starb Imanuel Stutzmann in Gerlingen.