Panorama-Fotografie in Stuttgart Warum der Nodalpunkt wichtig ist

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Josh von Staudach überlegt lange, wo er sein Stativ aufbaut. Er wählt schließlich eine Ansicht, auf der man den Pragsattel mit dem Hochbunker noch erahnen kann, den Nordbahnhof und das dort in den vergangenen Jahren gewachsene Büroviertel zu Füßen und den riesigen Kran für die Fensterreiniger beim Bülow-Turm im hinteren Bildteil.

Von Staudach packt seine Ausrüstung aus. Neben entsprechenden Objektiven – ein 18mm-Weitwinkel von Zeiss, ein 40mm-Objektiv von Voigtländer und ein 70-200 mm Tele von Canon – ist das Stativ sein wichtigstes Arbeitsgerät. Es muss so stabil wie möglich sein und braucht einen Panorama-Kopf. Der hat zwei Achsen, die jeweils per Wasserwaage zu justieren sind.

Auf den Stativkopf kommt es an

Die Kamera muss sich zum einen perfekt um die eigene Achse drehen – und zwar um die richtige. Daher ermittelt von Staudach abhängig von der Brennweite den sogenannten Nodalpunkt. Dafür nutzt er die Möglichkeit, die an mit einer Schiene am Stativ befestigte Kamera vor- und zurückschieben zu können. Er tariert die Position so lange aus, bis sich die Kamera beim Rundum-Fotografieren exakt an dem Punkt um die eigene Achse dreht, wo auch das Licht einfällt.

Wird der Nodalpunkt nicht beachtet, dann verschieben sich Vorder- und Hintergrund des Bildmotivs beim Drehen der Kamera gegeneinander. Der Nodalpunkt muss vor allem dann exakt bestimmt werden, wenn die zu fotografierenden Motive relativ nah an der Kamera sind. Auf dem Bülow-Turm sind die Einzelbilder, also gewissermaßen das Rohmaterial für das spätere Panorama, in wenigen Minuten abfotografiert. Josh von Staudach erstellt seine Panoramen aus acht Einzelfotos. Jedes Foto schießt er in drei Belichtungsvarianten – mit ¼, 1/15 und einer 1/60 Sekunde bei einer fixen Blende von 8. So kann er später am Computer mit der sogenannten HDR-Belichtung und den Farben spielen.