Unbekannte haben Ende Juni einen Vogel in Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg) ausgesetzt – in einem Käfig mit der Aufschrift „Verschenken“. Der Landkreis ermittelt jetzt.
Ein Papagei ist in Oberstenfeld an der Straße ausgesetzt worden – in einem Käfig, daran ein Zettel mit der Aufschrift „Verschenken“. Besonders traurig daran: Es handelt sich um einen sogenannten „Unzertrennlichen“. Diese Papageienart ist für ihre besonders intensive Paarbindung bekannt und darf deshalb niemals allein gehalten werden. Unter anderem die Tierschutzorganisation Peta hat sich dem Vorfall angenommen und bittet gegen eine Belohnung um Hinweise bei der Suche nach den ursprünglichen Besitzern. Auch die Behörden gehen dem Fall jetzt nach.
Tierhalter sind in der Verantwortung
Der Vorfall selbst liegt schon ein paar Tage zurück. Wie Peta berichtet, wurde der Käfig wohl in der letzten Juniwoche an der Großbottwarer Straße in Oberstenfeld abgestellt. Ein Anlieger habe sich zunächst um das Tier gekümmert, den Käfig dann aber aus Verunsicherung wieder an die Straße zurückgestellt, bevor der Vorfall den Tierschützern gemeldet wurde. Aktuell befindet sich der Vogel, der kurzerhand den Namen „Freddy“ erhielt, in der Obhut einer Peta-Mitarbeiterin. Inzwischen hat die Organisation Anzeige beim zuständigen Veterinäramt im Landratsamt Ludwigsburg gestellt. Das Aussetzen eines Tieres gilt laut Tierschutzgesetz zunächst als Ordnungswidrigkeit, die durch das Landratsamt verfolgt wird. „Als Tierhalter ist man in der Verantwortung für das Tier“, sagt Franziska Schuster, Sprecherin des Landkreises.
Wer sein Haustier nicht mehr ausreichend versorgen kann oder möchte, ist dazu verpflichtet, eine „neue, adäquate und tiergerechte Unterbringung“ zu suchen. „Dies ist häufig nicht einfach“, weiß Franziska Schuster. „Tierheime und Tierschutzorganisationen können gegebenenfalls bei der Suche behilflich sein.“ Ein Aussetzen jedoch sei auf gar keinen Fall erlaubt.
Der Polizeivollzugsdienst im Landkreis wird nun die Ermittlungen aufnehmen. „Nach Sachverhaltsaufklärung wird der Fall auf etwaige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz geprüft“, so Franziska Schuster, Sprecherin des Landkreises.
Peta bietet Belohnung für Hinweise auf die Besitzer
Als „herzlos“ bezeichnet Lisa Kainz, Fachreferentin bei Peta, die Aktion, den Vogel alleine und schutzlos in einem Käfig auszusetzen. „Es zeigt einmal mehr, dass die ‚Anschaffung‘ eines Tieres oftmals völlig unüberlegt passiert und viel zu einfach möglich ist.“ Um den oder die Besitzer ausfindig zu machen, hat die Tierschutzorganisation eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich beim Landratsamt oder direkt bei Peta zu melden, Telefon 07 11 / 8 60 59 10. Meldungen an Peta sind auch anonym möglich.