Paralympics: Andrea Rothfuss Eine ganz besondere Ehre
Die 36-jährige Andrea Rothfuss aus Rommelshausen beendet ihre sechsten und letzten Paralympics als Fahnenträgerin bei der Schlussfeier.
Die 36-jährige Andrea Rothfuss aus Rommelshausen beendet ihre sechsten und letzten Paralympics als Fahnenträgerin bei der Schlussfeier.
Bei der Schlussfeier der Paralympics in Mailand und Cortina d’Ampezzo am Sonntag hat Para-Skifahrerin Andrea Rothfuss gemeinsam mit Para-Snowboarder Christian Schmiedt die deutsche Fahne getragen. „Es hätte keinen schöneren Abschluss für mich geben können“, sagt die 36-Jährige, die bei ihren sechsten und letzten Spielen erstmals ohne Medaille blieb. „Allein hier dabei gewesen zu sein, ist schon ein Grund zum Feiern“, sagt die in Rommelshausen lebende Sportlerin, die wegen Depressionen zwei Jahre raus aus dem Wettkampfgeschehen war und sich in diesem Winter auf die Piste zurückgekämpft hat.
Andrea Rothfuss, der seit der Geburt die linke Hand fehlt, hatte 2006 in Turin als 16-Jährige ihr Debüt gegeben und im Riesenslalom Silber gewonnen. 13 weitere Medaillen bei Winterspielen folgten, 2014 holte sie in Sotschi im Slalom Gold. „Es wäre mal eine neue Erfahrung, kein Edelmetall zu gewinnen“, hatte sie vor der Abreise nach Italien gesagt. Für sie galt wirklich, dass dabei sein alles ist. Vor einem halben Jahr hatte Andrea Rothfuss noch nicht gewusst, ob sie überhaupt in den Leistungssport zurückkehren wird. „Es hat sich so weit weg angefühlt. Dass ich mir dieses Geschenk gemacht habe und machen durfte, bedeutet mir sehr viel“, sagt die Skirennfahrerin, die für den SV Mitteltal startet.
Andrea Rothfuss war in Cortina, wo die Alpinen ihre Wettkämpfe austrugen, aber nicht nur dabei, sondern ganz nah dran an einer Medaille. Im Super-G und im Riesenslalom schrammte sie als Vierte nur knapp am Siegerpodest vorbei. „Wer hätte das gedacht“, sagt sie mit einem Grinsen.
Als sie am Vorabend ihres letzten paralympischen Rennens, dem Slalom, den sie als Siebte beendete, erfuhr, dass sie Fahnenträgerin ist, flossen die Tränen. „Noch ein zweites Mal die Fahne tragen zu dürfen bei meinen letzten Spielen, ist einfach unbeschreiblich. Das ist so eine tolle Wertschätzung von der Mannschaft, vom Verband“, sagt Andrea Rothfuss. Schon 2014 in Sotschi hatte sie bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne getragen. „Dass einem Athleten diese Ehre zweimal zuteil wird, ist schon etwas ganz Besonderes.“
Die erfolgreiche paralympische Geschichte von Andrea Rothfuss geht nun nach 20 Jahren zu Ende, ihre sportliche Karriere aber noch ein bisschen weiter. „Aber sicher nicht mehr bis zu den nächsten Paralympics in vier Jahren.“