Paralympischer Skisport: Andrea Rothfuss Die Paralympics 2026 in Italien reizen
Para-Skisportlerin Andrea Rothfuss aus Rommelshausen blickt auf eine für sie unerwartet erfolgreiche Saison zurück – und macht erst einmal weiter.
Para-Skisportlerin Andrea Rothfuss aus Rommelshausen blickt auf eine für sie unerwartet erfolgreiche Saison zurück – und macht erst einmal weiter.
Der Blick zurück fällt unerwartet positiv aus. Andrea Rothfuss, die 33-jährige Para-Skisportlerin aus Rommelshausen, hat bei den Weltmeisterschaften im spanischen Espot Silber im Super-G und Bronze im Riesenslalom und Slalom gewonnen. „Das war mehr, als ich mir im Vorfeld ausgerechnet hatte“, sagt die Zollbeamtin, der seit der Geburt die linke Hand fehlt.
Auch im Weltcup war sie erfolgreich unterwegs. Andrea Rothfuss hat die kleine Kristallkugel im Super-G gewonnen und ist im Gesamtklassement Vierte geworden. „Mit den Ergebnissen auf der Habenseite bin ich eigentlich zufrieden, aber ich hadere ein bisschen, dass ich in der vergangenen Saison nicht die Konstanz gebracht habe.“ Im Weltcup habe sie zunächst sehr gute Ergebnisse eingefahren. „Doch hinten raus wurde es dann etwas mau mit vielen vierten Plätzen, wenn auch teilweise recht knapp. Aber das ist gefühlt der Rang des ersten Verlierers.“
Ans Aufhören denkt die 33-Jährige noch nicht. Stattdessen startet sie mit dem deutschen paralympischen Ski-Team in wenigen Tagen, am 23. April, ins Sommertrainingslager im Stubaital. „Im Winter erwartet uns eine Zwischensaison, und das ist auch einmal ganz schön“, sagt Andrea Rothfuss. Ohne Druck und Fokussierung auf ein Großereignis will sie „in jedem einzelnen Rennen das umsetzen, was ich mir im Training erarbeitet habe“. Denn es fuchse sie schon, sagt sie, dass gewisse Sachen nicht so funktioniert hätten, wie sie es sich vorgestellt hatte. „Ich bin noch nicht fertig. Also mache ich erst einmal weiter und schaue, was kommt.“
Im Oktober wird Andrea Rothfuss 34 Jahre alt. Das sei für den Skizirkus schon recht alt, aber nicht zu alt. „Ich bin überzeugt, dass ich es fühlen werde, wenn es Zeit ist, zu gehen.“ Sie plane jetzt von Saison zu Saison. „Es kann schon auch sein, dass ich nach den ersten Rennen aufhöre. Je nachdem, wie es läuft.“ Doch auch die Weltmeisterschaften 2025, die noch nicht vergeben sind, und die ihre neunten Welttitelkämpfe wären, haben ihren Reiz. Und noch mehr die Paralympics 2026 in Cortina d’Ampezzo in Italien, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern. Ein klein wenig schielen ihre Augen schon zu den Spielen, die dann ihre sechsten wären, und von denen sie stets mindestens einmal Edelmetall mit nach Hause gebracht hat. „Ich lasse mich überraschen, alles ist möglich“, sagt die 14-fache paralympische Medaillengewinnerin mit einem Lächeln.
Jetzt freut sich Andrea Rothfuss aber erst einmal auf das Trainingslager in Österreich. „Das ist die schönste Zeit für uns Skifahrer. Im Tal ist Frühling, und oben auf dem Gletscher liegt ein toller Schnee. Da bekommt man das Beste aus beiden Welten mit.“