Pariser Platz in Stuttgart Kunstfestival im Spannungsfeld zwischen privat und öffentlich

Spektakulär: Beim Festival „Drehmomente“ bemalte vor zwei Jahren ein Bagger im Plochinger Hafen Metallplatten mit roter Farbe. Foto: Ines Rudel
Spektakulär: Beim Festival „Drehmomente“ bemalte vor zwei Jahren ein Bagger im Plochinger Hafen Metallplatten mit roter Farbe. Foto: Ines Rudel

„Unter Beobachtung“ heißt das Kunstfestival der Kulturregion Stuttgart, das Ende September beginnt. In 21 Kommunen wird in ganz unterschiedlichen Kunstwerken thematisiert, wie Überwachung und Daten unser Leben bestimmen.

Lokales: Thomas Durchdenwald (dud)

Stuttgart - Mit dem Produktionskunstfestival „Drehmomente“, die Kultur an Industrieorte von der Zukunftsfabrik bis zum Schrottrecycling brachte, hat die Kulturregion vor zwei Jahren große Aufmerksamkeit erregt, 2019 tourte sie mit „Geschichten unter der Haube“ in einem zum Friseursalon umgebauten Bauwagen durch die Region. „Unter Beobachtung“ heißt das Festival in diesem Jahr, das sich vom 25. September bis 18. Oktober in 21 Kommunen mit der „Kunst des Rückzugs“ beschäftigt und sich so im Spannungsfeld zwischen öffentlich und privat bewegt. „Die Kunstwerke sollen für den alltäglichen Umgang mit Daten und Überwachungssystemen sensibilisieren und auf humorvolle Weise zum Nachdenken anregen“, sagt Gottfried Hattinger, der künstlerische Leiter des Festivals.

Zentrum auf dem Pariser Platz

Auf dem Pariser Platz in Stuttgart wird ein Festivalzentrum aufgebaut, das – getreu dem Festivalmotto – einerseits als Treffpunkt und andererseits auch als Rückzugsraum dient, vor allem aber soll es einen Überblick über die Projekte geben. Aufgebaut wird das Festivalzentrum als begehbare Skulptur in der Art einer Schollenlandschaft vom Architekturstudio „umschichten“ aus Schalungsplatten der Kelchstützen für den S-21-Tiefbahnhof. Das Spektrum der Projekte in den 21 Kommunen reicht von Ausstellungen, Installationen und Performances im öffentlichen Raum bis hin zu Konzerten, Lesungen und Stadterkundungen. In der Evangelischen Akademie Bad Boll findet am 12. Oktober ein Symposium statt, das sich mit der zunehmenden Überwachung des Einzelnen in einer digitalisierten Gesellschaft beschäftigt. Dazu gibt es eine Themenausstellung in der Villa Merkel der Stadt Esslingen, in Kinos ein filmisches Begleitprogramm und sogenannte Fokustage, an denen einzelne Kunstwerke im Mittelpunkt stehen. Hinzu kommen vier rund vier- bis fünfstündige Bustouren zu mehreren Projekten am 4., 11., 12. und 17. Oktober. Folgende Städte und Gemeinden beteiligen sich an dem Festival: Backnang, Bad Boll, Bietigheim-Bissingen, Ditzingen, Esslingen, Filderstadt, Gerlingen, Göppingen, Kirchheim unter Teck, Kornwestheim, Leonberg, Ludwigsburg, Marbach am Neckar, Ostfildern, Remseck, Schorndorf, Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Stuttgart, Waiblingen und Winnenden.

47 Mitglieder in der Kulturregion

Die Kulturregion ist ein Zusammenschluss von 43 Kommunen, dem Verband Region Stuttgart und den Vereinen Regio Stuttgart Marketing und Tourismus, Musikinitiative Rock und Kulturverein Schorndorf. Seit 1991 veranstaltet der Verein, der von den Mitgliedskommunen und dem Regionalverband finanziert wird, regionale Kulturprojekte. Seit Dezember 2019 ist der Ludwigsburger Oberbürgermeister Matthias Knecht Vorsitzender, Geschäftsführerin ist Bettina Pau.




Unsere Empfehlung für Sie