Park-and-ride auf den Fildern Wo ist ein neues Parkhaus sinnvoll?

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Stadt und Verband Region Stuttgart wollen die Park-and-ride-Angebote auf den Fildern ausbauen. Drei Standorte werden untersucht: ein Neubau auf Stuttgarter Gemarkung, einer in L.-E. sowie eine Erweiterung des Parkhauses Österfeld.

Eine Studie soll klären, ob an der Nord-Süd-Straße oder am  Flughafen Park-and-ride-Häuser sinnvoll wären und ob das Parkhaus Österfeld ausgebaut werden könnte. Foto: dpa
Eine Studie soll klären, ob an der Nord-Süd-Straße oder am Flughafen Park-and-ride-Häuser sinnvoll wären und ob das Parkhaus Österfeld ausgebaut werden könnte. Foto: dpa

Filder - Pendler, Flughafen- und Messeverkehr belasten die Autobahn 8 und die Zubringer zu den Gewerbe- und Wohngebieten. Ob auf der Nord-Süd-Straße oder der B 27 – fast täglich stockt der Verkehr. Diverse Firmenneuansiedlungen und Aufstockungen in den kommenden Jahren werden das Problem noch verstärken. Im Synergiepark Vaihingen-Möhringen sollen allein durch die Ansiedlung von Daimler und Allianz mehr als 8000 Beschäftigte dazukommen, in Unteraichen baut Daimler direkt an der Autobahn eine Niederlassung für bis zu 2000 Mitarbeiter in der Lkw-Sparte.

Die Stadt Stuttgart möchte nun eine Machbarkeitsstudie erarbeiten, um den Ausbau von Park-and-ride-Angeboten zu prüfen. „Wir erhoffen uns dadurch eine Entlastung des Straßennetzes und wollen mehr Menschen dazu bringen, auf Bus und Bahn umzusteigen“, sagt Sven Matis, Pressesprecher der Stadt Stuttgart. Der Umstieg soll möglichst früh erfolgen, am besten nahe der Autobahn. Der Verband Region Stuttgart beteiligt sich mit 50 000 Euro an der Studie. „Wir sehen die Stuttgarter Filderbezirke, Leinfelden und Echterdingen als Schwerpunkte in Sachen Verkehr. Wir sind gerne bereit, uns an einer Lösung zu beteiligen“, erklärt der leitende Direktor Jürgen Wurmthaler.

Umstieg auf die Öffentlichen soll erleichtert werden

Untersucht werden sollen drei mögliche Standorte: Zwei neue Parkhäuser könnten an der Nord-Süd-Straße und nahe des Flughafens entstehen. Wo genau, soll die Studie ausloten. Zudem wird ein Ausbau des Park-and-ride-Hauses im Österfeld in Stuttgart-Vaihingen geprüft. „Das sind sicherlich drei Hotspots, an denen Park-and-ride sinnvoll ist“, sagt Wurmthaler. Im Falle möglicher Neubauten müsse die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr geprüft werden, etwa mit neuen Haltestellen für die U-Bahn oder einer Seilbahn in den Synergiepark. Ob es die wirklich geben wird, ist aber auch noch nicht sicher. Auch dazu gibt es eine Machbarkeitsstudie. „Die Frage ist auch immer, wie vernünftig ist es, neue Flächen zu bebauen? Schließlich wollen wir auch nicht verschwenderisch mit unseren Freiflächen umgehen“, sagt Wurmthaler. Neben der Nord-Süd-Straße, dem Flughafen und der Anlage im Österfeld sei die Stadt auch offen für weitere Standortvorschläge, sagt Matis. Derzeit wird die Vergabe der Studie vorbereitet. Ergebnisse erwartet der Pressesprecher nicht vor dem Frühjahr 2019.

Zum Parkhaus Österfeld sagt Matis: „Auch wenn es derzeit noch Kapazitäten hat, kann eine Erweiterung Sinn machen im Hinblick auf die Einwohnerentwicklung und die Einführung des Ein-Zonen-Gebiets im VVS im nächsten Jahr.“ Letzteres könne mehr Menschen zum Umstieg auf die Öffentlichen bewegen, denn dann wird das Bahnfahren günstiger für diejenigen, die bislang von Vaihingen aus zwei Zonen zahlen, um in die Stuttgarter Innenstadt zu gelangen.

Der Parkdruck in den Wohngebieten steigt

Seit dem Ausbau des Parkhauses zu einer offiziellen Park-and-ride-Anlage und den damit einhergegangenen Preiserhöhungen klagen die Anwohner der umliegenden Straßen über zunehmenden Parkdruck in den Wohngebieten Schranne, Endelbang, Pfaffenwald, Dachswald und rund um den Unicampus. Nun planen Universität, Stadt und Land, für das Parken auf dem Unicampus ebenfalls Gebühren zu verlangen. Dadurch könnte der Parkdruck in den Wohngebieten weiter steigen.

Die Vaihinger Grünen beantragten deswegen in der September-Sitzung des Bezirksbeirats eine Einführung des Anwohnerparkens in besagten Bereichen. Die Einnahmen dadurch sollen in eine Verbesserung des ÖPNV und des Radverkehrs fließen. Erst wenn das Anwohnerparken umgesetzt ist, soll es dem Land erlaubt sein, die Parkplätze auf dem Unicampus zu bewirtschaften. Die Einnahmen durch die Gebühren sollen der Förderung des VVS-Jobtickets für die Beschäftigten an der Universität und der Hochschulen am Pfaffenwald zugutekommen.

Der Pressesprecher der Stadt bestätigt, dass die Einführung eines Parkraummanagements im Gespräch ist. „Wir schauen, ob es Sinn macht, das kostenlose Parken in Vaihingen abzuschaffen“, sagt Sven Matis. Vor nächstem Jahr werde aber keine Entscheidung dazu fallen.

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