Park-and-Ride in Stuttgart-Vaihingen Parkhaus ist fürVVS-Nutzer gedacht

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Die Zielgruppe hat Gebhard Hruby, der Geschäftsführer der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW), klar benannt. In Zukunft sollen Autofahrer das Parkhaus über eine App finden und einen Parkplatz buchen können.

Noch ist das Park-and-ride-Parkhaus Österfeld nicht voll ausgelastet. PBW-Geschäftsführer Gebhard Hruby rechnet aber mit einer steigenden Nachfrage. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Noch ist das Park-and-ride-Parkhaus Österfeld nicht voll ausgelastet. PBW-Geschäftsführer Gebhard Hruby rechnet aber mit einer steigenden Nachfrage. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Vaihingen - Die Zielgruppe hat Gebhard Hruby, der Geschäftsführer der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW), klar benannt: Das Parkhaus Österfeld soll in erster Linie Nutzern zur Verfügung stehen, die ihr Auto abstellen und mit Bus und Bahn weiter Richtung Stuttgarter Innenstadt fahren. Ende 2016 hat die PBW das Parkhaus aufgerüstet. Nun gilt „Parkschein ist gleich Fahrschein“: Die Nutzer bekommen am Zugangsterminal ein Ticket, das auch zur Fahrt mit dem Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) in den Zonen 10 und 20 berechtigt. Das Prinzip ist das gleiche wie im Park-and-ride-Haus an der Albstraße in Degerloch. „Bis dato war das Parkhaus Österfeld zwar ausgelastet, aber kaum von Nutzern des ÖPNV“, sagte Hruby in der Bezirksbeiratssitzung am Dienstag. Stattdessen parkten dort Mitarbeiter des benachbarten Step-Areals und Menschen, die ihr Auto mehrere Tage oder Wochen abgestellt haben und mit der S-Bahn weiter zum Flughafen gefahren sind. „Aber dafür ist das Parkhaus nicht gedacht“, sagte Hruby.

Nicht alle Parkplätze sind belegt – PBW ist dennoch zufrieden

Die Ertüchtigung des Parkhauses brachte auch eine schrittweise Erhöhung der Parkkosten mit sich, die sich an die Preise im Parkhaus Albstraße anlehnt. Anwohner und die Bezirksbeiräte kritisierten bereits in der Vergangenheit, dass diese Erhöhung dazu geführt habe, dass viele Parker auf die umliegenden Wohngebiete ausweichen. Hruby wies diese Kritik von sich. „Die Gebühren werden von der Stadt festgesetzt“, erklärte der PBW-Geschäftsführer.

Die Erhöhung habe zunächst zu einem Rückgang der Parker geführt, inzwischen steige die Zahl wieder. 2017 habe man etwa 40 000 Kombitickets verkauft, die den Parkschein und ein VVS-Einzel- oder Gruppenticket beinhalten, 3500 Fahrscheine im Monat. Ende des vergangenen Jahres seien zudem 135 Dauerparker und 232 Monatsparker registriert gewesen. „Ich bin überzeugt, dass das Parkhaus sukzessive voll wird“, sagte Hruby und spielte auf Ulrich Bayers (CDU) Anmerkung an, dass dieser oft am Österfeld vorbeikomme und regelmäßig zwischen 200 und 300 Parkplätze frei seien. „Ich bin zufrieden mit der Auslastung“, sagte Hruby. „Man kann den Verkehr nur von der Straße auf den ÖPNV umlegen, wenn man genügend Kapazitäten zur Verfügung stellt.“ Wären die Parkhäuser bereits heute voll, würde kein Autofahrer hineinfahren, um dann mit der Bahn weiter ans Ziel zu gelangen.

Parkplätze über eine App finden und buchen

Der PBW-Geschäftsführer warf auch einen Blick in die Zukunft – auf das Projekt Move-BW. Derzeit wird eine Handy-App für die Metropolregion Stuttgart entwickelt, die den Nutzern den einfachen Zugang zu allen Verkehrsmitteln ermöglichen soll. „Alle“ sei zwar etwas hochgegriffen, sagte Hruby. Denn noch machten nicht alle Carsharing-Anbieter und Parkhausbetreiber bei der App mit. Von Ende des Jahres an soll auch das Parkhaus Österfeld über die App gebucht werden können – im Idealfall aus dem Auto heraus. „Damit würden die Autofahrer dort angesprochen, wo sie sitzen, nämlich in ihrem Pkw“, sagte Hruby.

Über die App soll der Nutzer seine Route ans Ziel finden können, Parkhäuser wie das im Österfeld und Umsteigemöglichkeiten auf den ÖPNV sollen vorgeschlagen werden; zudem soll der Nutzer auch gleich Auskunft über die Auslastung der Parkhäuser bekommen. „Ein innovatives Konzept“ nannte Hruby das Projekt.

Volker Weil (FDP) lobte das Konzept Move-BW, kritisierte aber, dass das Parkhaus Österfeld zu einem ungünstigen Zeitpunkt aufgerüstet worden sei, da das Step-Areal wachse und die Mitarbeiter aufgrund der hohen Kosten nun im Parkhaus nicht mehr parken würden. Er fragte, ob man nicht derzeit leer stehende Parkplätze den Firmen zur Verfügung stellen könnte. Hruby lehnte das ab. „Ich kann nicht jetzt 100 Firmenparker zulassen und sie wieder rauswerfen, wenn die Nachfrage von ÖPNV-Nutzern steigt.“ Er verstehe, dass die Parksituation in Vaihingen zunehmend prekär sei. „Aber das steht auf einem anderen Blatt, und die Lösung sollte nicht zulasten der P&R-Anlage Österfeld gehen.“ Dem schloss sich Christa Tast (Grüne) an. „Ich sehe Park-and-Ride als Verkehrslenkungsinstrument, das sollte man nicht vermischen mit der Parkplatzsituation im Wohngebiet. Das Österfeld-Parkhaus sollte den ÖPNV-Nutzern zur Verfügung stehen.“

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