Parkanlagen in Stuttgart Was im Weißenburgpark geschehen soll

Von Josef Schunder 

Das Teehaus und der benachbarte Aussichtspunkt über Stuttgart locken ja immer – aber die anderen Anlagen im Weißenburgpark wie der Spielplatz? Es muss dort etwas passieren, gibt die Stadtverwaltung zu. Und jetzt macht sie Pläne.

Der Marmorsaal im Weißenburgpark: Dass er vor vielen Jahren wieder restauriert wurde und wieder genutzt werden kann, ist einem Freundeskreis  zu verdanken. Foto: Julian Rettig Foto:   8 Bilder
Der Marmorsaal im Weißenburgpark: Dass er vor vielen Jahren wieder restauriert wurde und wieder genutzt werden kann, ist einem Freundeskreis zu verdanken. Foto: Julian Rettig

Stuttgart - Im Weißenburgpark im Stuttgarter Süden muss einiges geändert werden. Davor will die Stadtverwaltung nun auch nicht mehr die Augen verschließen. Die Anlage dort zählt zu den kleineren bis mittleren Parks, derer sich die Fachverwaltung der Stadt jetzt liebevoller annehmen will, wozu sie ein „Programm zur Entwicklung Stuttgarter Parklandschaften“ aufgestellt hat.

In diesem Park, zu dem ein grandioser Aussichtspunkt mit Teehaus zählt, müssen die zur Bundesgartenschau 1961 angelegten Wege dringend saniert werden. Der zentrale Spielplatz und sein Umfeld soll durch eine komplette Neugestaltung wieder zum Anziehungspunkt für Familien werden.

Der Weißenburgpark liegt auf einem Hügel im Südosten der Stadt und war schon immer ein beliebter Standort. Um 1898 erwarb der Industrielle und Antikenforscher Ernst von Sieglin die sogenannte Villa Weißenburg am Fuße des heutigen Parks. In der Nähe realisierte er mit dem Architekten Heinrich Henes um 1913 den Teehaus-Pavillon und einen Marmorsaal mit Tennisplatz auf dem Dach. 1956 verkauften die Sieglin-Erben das Anwesen an die Stadt. Die Villa wurde 1964 abgerissen, im Zuge der Bundesgartenschau 1961 wurde der Park mit neuen Wegen und Terrassen angelegt. Zwischen 1987 und 1989 wurde das Teehaus renoviert. Laut Stadtverwaltung kostete das 770 000 Euro aus der Stadtkasse. Der Förderverein Alt-Stuttgart, der das Teehaus mit viel Einsatz betreibt, beziffert den Gesamtaufwand auf 1,2 Millionen Euro. Nun ist auch da wieder ein bisschen was zu tun. Putz und Farbe bröckeln, durch undichte Fugen dringt Wasser zwischen Natursteinen ein, was Frostschäden verursacht. Diese Kosten für die Stadtkasse werden auf rund 105 000 Euro geschätzt. Die Wegesanierung erfordert rund 400 000 Euro. Die Spielplatzsanierung kostet in der bevorstehenden Haushaltsperiode rund 730 000 Euro.

Die Attraktivität steht und fällt natürlich mit dem gastronomischen Angebot im Teehaus und in seinem Freibereich. Und ein großer Pluspunkt ist der unweit davon gelegene Marmorsaal, der deshalb wieder restauriert und für Veranstaltungen nutzbar gemacht wurde, weil sich der Förderverein Alt-Stuttgart, damals mit dem früheren CDU-Landtagsabgeordneten Peter Wetter an der Spitze, sehr dafür eingesetzt hatte.

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