Parken in Leonberg Ein abgespecktes Leitsystem führt zum freien Stellplatz

Von Thomas K. Slotwinski 

Der Gemeinderat verwirft die ganz große Variante. An den Parkhäusern soll es Anzeigetafeln geben.

Ist hier noch was frei? Foto: pixabay
Ist hier noch was frei? Foto: pixabay

Leonberg - Ganz so üppig, wie es bisher in Rede gestanden hatte, wird ein Parkleitsystem in der Leonberger Innenstadt nun doch nicht. Der Gemeinderat hat die ursprünglichen Pläne deutlich abgespeckt. Jetzt sollen elektronische Tafeln vor den Parkhäusern in der Altstadt, im Leo-Center und in der Römergalerie den Autofahrern anzeigen, wie viele Plätze innen drin noch frei sind. Außerdem sollen die Hinweisschilder zu allen Parkplätzen und Garagen verbessert werden.

Zudem will sich die Stadt als Modellkommune für das Landesförderprogramm „Kompetenznetz Klima mobil“ bewerben, auf das der Grünen-Landtagsabgeordnete Bernd Murschel hingewiesen hatte. Damit werden innovative kommunale Verkehrsprojekte finanziell wie personell unterstützt. 15 Städte können teilnehmen.

Ursprünglich hatten die Verkehrsplaner darüber nachgedacht, mit elektronischen Tafeln die Autofahrer bereits an den Stadteingängen darauf hinzuweisen, wie viele Plätze in welchem Parkhaus noch zu haben sind. Dazu zählten neben Altstadt, Leo-Center und Römergalerie auch die Tiefgarage Neue Stadtmitte unter dem Ärztehaus in der Leonberger Straße und der Parkplatz der Stadthalle. Kostenpunkt: 834 000 Euro. Für die Hälfte sollten Zuschüsse fließen.

Wo ist noch etwas frei?

Für die oberirdischen Stellflächen rund um den Marktplatz hatte sich die Stadt etwas ganz Besonderes überlegt: Sogenannte Einzelplatzsensoren sollte signalisieren, wo noch etwas frei ist.

Doch all das scheint dem FDP-Fraktionschef Dieter Maurmaier arg übertrieben. „Für solch ein aufwendiges Leitsystem müssen eine hohe Auslastung der Parkhäuser und entsprechende Alternativen vorhanden sein“, sagt der hauptberufliche Verkehrsplaner. „Wer zum Marktplatz will, parkt nicht in der neuen Stadtmitte. Umgekehrt ist es genauso.“

Auch die oberirdischen Sensoren in der Altstadt hält Maurmaier für überflüssig: „Die Stellflächen dort sind zu 95 Prozent ausgelastet. Und wegen zwei freier Parkplätze brauchen wir keine Sensorik anzuschaffen.“ All das sei doch sehr teuer, meint der Liberale. Selbst wenn die Hälfte bezuschusst würde, müsste die Stadt immer noch 417 000 Euro berappen.

Gegenvorschlag von Maurmaier

Sein Gegenvorschlag: Beim Altstadtparkhaus kommen an den Zufahrten Seedammstraße und Graf-Ulrich-Straße elektronische Tafeln mit den freien Stellplätzen. Außerdem müssten die Garagen des Leo-Centers miteingebunden werden. Mit dem dortigen Centermanagement sei noch gar nicht gesprochen worden.

Dieter Maurmaiers Ideen stoßen im Gemeinderat auf fruchtbaren Boden, zumal es nicht bei den einmaligen Investitionskosten bleibt: Der laufende Betrieb ist im Jahr mit 80 000 Euro veranschlagt.

Inwieweit der Stadthallen-Parkplatz miteinbezogen wird, das soll erst noch geprüft werden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ottmar Pfitzenmaier ist der Meinung, dass dort tagsüber viel Platz ist. Axel Röckle, sein Kollege von den Freien Wählern, ist sich da nicht so sicher, seien doch auch tagsüber viele Tagungen und Seminare in der Stadthalle.

Auf jeden Fall wird das „abgespeckte Leitsystem“, wie es Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD) nennt, deutlich günstiger werden als die Ursprungsvariante. Um wie viel? Auch das will die Stadt jetzt ermitteln.




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