Sportplätze und Leobad-Parkplatz: Diese Kombination sorgt derzeit für Missmut. Foto: Simon Granville/Simon Granville
Der SV Leonberg/Eltingen bekräftigt seinen Ärger über die Regelungen auf dem Parkplatz rund ums Leobad und damit auch vor seiner Sportstätte. Die Stadt hält dagegen.
Der Parkplatz-Ärger rund um das Leonberger Leobad ist noch lange nicht zu Ende – ganz im Gegenteil. „Leider kommt es im Rahmen der Kontrollen immer wieder zu aggressiven Konfrontationen gegenüber Mitarbeitenden der Stadtwerke und des beauftragten Sicherheitsdienstes“, antwortet die Stadtverwaltung in Person von Pressesprecherin Leila Fendrich auf eine Anfrage unserer Zeitung. In einzelnen Fällen habe zur Klärung die Polizei hinzugezogen werden müssen. „Die Stadtwerke appellieren daher an alle Beteiligten, die geltenden Regelungen einzuhalten und respektvoll miteinander umzugehen.“
Das klingt dramatischer als bislang angenommen. Denn ursprünglich war es in der Anfrage um die Sorgen und Nöte gegangen, die der SV Leonberg/Eltingen jüngst formuliert hatte. Der Verein nämlich sieht die aktuelle Situation äußerst kritisch. „Wobei... an die Parkscheibensituation haben wir uns inzwischen fast schon gewöhnt“, sagt Alexander Röhrle, in der Abteilungsleitung der SV-Fußballer zuständig für Finanzen und Marketing.
„Parkscheibensituation“ am Leobad: SV hat sich irgendwie daran gewöhnt
Als „Parkscheibensituation“ bezeichnet er den Zustand, den die Stadtwerke Leonberg am 1. September 2025 geschaffen haben: In direkter Nähe des Leobad-Haupteingangs zwischen Bruckenbach- und Badstraße sowie auf dem einstigen Park & Ride-Platz in der Berliner Straße ist zwischen 7 und 20 Uhr das Parken mit Parkscheibe für maximal acht Stunden gestattet. Außerhalb dieser Zeiten dürfen dort keine Autos, keine Anhänger, keine Wohnmobile und auch keine Lastwagen stehen.
Allerdings bestätigt auch Röhrle, dass es schon aufgrund dieser Regelung bereits zu brenzligen Situationen kam. „Am 1. Mai um 8 Uhr komme ich zu unserem Jugend-Fußballturnier auf den Sportplatz und das Erste, was ich machen darf, ist eine verbale Auseinandersetzung mit einer Mitarbeiterin der beauftragten Überwachungsfirma der Stadtwerke zu schlichten“, berichtet er. Ihm sei dann gesagt worden, dass die Kontrolle von der Stadt als Auftraggeber am Feiertag angeordnet worden sei. „Da versteht man die schlechte Stimmung der Besucher, die vergessen haben, eine Parkscheibe einzulegen.“ Auch sei es von der Stadt ein Schlag ins Gesicht gegenüber den vielen ehrenamtlich engagierten Eltern und Kinder beim SV Leonberg/Eltingen.
Verlassenes Auto auf dem Leobad- Parkplatz: Knöllchen für tausende Euro. Foto: Alexander Ikrat
Röhrles Ärger fußt vor allem darauf, dass seine Fußballabteilung unmittelbar betroffen ist. Leila Fendrich entgegnet hierzu: „Die Kontrollen dienen ausschließlich der Einhaltung der geltenden Parkregelungen und erfolgen über den gesamten Tagesverlauf verteilt.“ Sie richteten sich nicht gezielt gegen Veranstaltungen des SV Leonberg/Eltingen oder dessen Mitglieder. „Der Verein informiert seine Mitglieder zudem immer wieder über die bestehende Parkregelung.“
„Die Stadt und die Stadtwerke nehmen die Sorgen des SV Leonberg/Eltingen ernst“, betont Fendrich. Gleichzeitig gelte es, den vorhandenen Parkraum vor Fremd- und Fehlnutzung zu schützen. „Ohne Kontrollen kommt es regelmäßig dazu, dass Parkflächen beispielsweise durch abgestellte Gewerbefahrzeuge oder Unfallfahrzeuge blockiert werden.“ Dies führe zu einer Verknappung der Stellplätze für Badegäste und Vereinsmitglieder.
Nun fürchtet man seitens des SV Leonberg/Eltingen jedoch auch das, was möglicherweise noch kommt. „Die Stadt plant ab Januar 2027 eine weitere Verschärfung der Parkplatzüberwachung und strebt eine Kameraüberwachung bei den Parkplätzen in Leonberg an“, berichtet Röhrle. Nachgefragt bei der Verwaltung, antwortet Leila Fendrich so: „Im Zuge der laufenden Abstimmungen wird derzeit auch eine technische Lösung zur Parkraumüberwachung geprüft.“ Dabei befänden sich konkrete Ausgestaltungen, etwa zu möglichen Gebühren oder zeitlich begrenzten kostenfreien Parkzeiten, noch in der Ausarbeitung.
„Ziel ist ausdrücklich, für Nutzerinnen und Nutzer der Sportanlagen sowie des Leobads weiterhin eine kostenfreie Parkmöglichkeit innerhalb eines definierten Zeitfensters zu gewährleisten“, so Fendrich. Allerdings sagt sie auch: „Die Kosten für Instandsetzung, Unterhaltung und Verkehrssicherung der Parkflächen werden bislang vollständig von den Stadtwerken getragen.“ Hinzu kämen erhebliche Aufwendungen für Reinigung, Müllentsorgung sowie den Winterdienst. „Künftig sehen die Stadtwerke vor, diese Kosten stärker nutzerorientiert umzulegen.“
Wie genau die neuen, „nutzerorientierten“ Kosten aussehen, steht noch nicht fest. Fakt ist, dass sich der SV Leonberg/Eltingen bereits mit Stadträtinnen und -räten sowie mit den Fraktionen generell in Verbindung gesetzt hat. „Bisher wurde die Situation nicht konstruktiv mit den Betroffenen, zu denen ja auch Unternehmen im Hertich gehören, besprochen“, bekräftigt Alexander Röhrle den Standpunkt des SV.
Austausch laut Verein mangelhaft – Stadt sieht das anders
Ganz anders klingt das Statement von Leila Fendrich: „Die Stadtwerke Leonberg und die Stadtverwaltung stehen in regelmäßigem Austausch mit dem SV Leonberg/Eltingen zur Parksituation rund um das Leobad und die Sportanlagen.“ Die Gespräche verliefen konstruktiv und dienen dem gemeinsamen Ziel, eine praktikable und faire Lösung für alle Nutzerinnen und Nutzer zu finden.“ Es klingt, als sei das letzte Wort rund ums Parken am Leobad noch nicht gesprochen.