Einer der acht Handwerkerparkplätze in Ludwigsburg befindet sich in der Mathildenstraße nahe des Schillerplatzes. Foto: Julian Meier
Die Ausweisung von speziellen Handwerkerparkplätzen in Ludwigsburg ist bislang eine Erfolgsgeschichte. Im Laufe des Jahres soll eine weitere Erleichterung für Handwerker hinzukommen.
Parken in Städten ist immer ein Problem. Für Anwohner, Pendler, aber noch viel mehr für Handwerker. Wenn die für einen Einsatz länger parken müssen, mussten sie bislang jedes Mal eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Genau aus diesem Grund hat die Stadt Ludwigsburg eine pragmatische Lösung gefunden: spezielle Handwerkerparkplätze.
Seit Ende Oktober 2025 gibt es die sogenannten Wirtschaftszonen. Diese ermöglichen es Handwerkern, aber auch Pflege- und Lieferdiensten, dass sie dort werktags von 8 bis 18 Uhr kostenlos parken können, wenn sie in der Nähe einen Auftrag haben. Die meisten der bislang acht Wirtschaftszonen waren zuvor Lieferzonen, die die Parkdauer auf drei Stunden begrenzen – zu wenig für die Handwerker. Doch hilft die neue Regelung?
Lob von Kreishandwerkerschaft für Maßnahme der Stadt
„Grundsätzlich halten wir das für eine gute Idee. Es ist sinnvoll, dass unsere Handwerker wissen: Da gibt es einen Parkplatz, da kann ich parken“, sagt Kreishandwerksmeister Albrecht Lang aus Benningen. Gerade in den Innenstädten sei das wichtig.
Mit diesen Schildern sind die sogenannten Wirtschaftszonen in Ludwigsburg ausgewiesen. Foto: Julian Meier
Auch die Stadt ist bislang zufrieden. „Das Angebot wird von den vorgesehenen Nutzergruppen gut angenommen“, erklärt eine Sprecherin. Bislang habe der Kommunale Ordnungsdienst auch keine Verstöße gegen die Bestimmungen der Wirtschaftszonen festgestellt. „Darüber hinaus gibt es explizit positive Rückmeldungen: zum Beispiel von der Kreishandwerkerschaft, die die Maßnahme als praktische und sinnvolle Unterstützung für Handwerksbetriebe lobt.“
Oftmals sind die Parkplätze bereits belegt
Bei der Ausweisung der Wirtschaftszonen wurden die Wünsche der Handwerker berücksichtigt, aber längst nicht alle umgesetzt. Kein Wunder, dass Kreishandwerksmeister Lang sagt, dass „es ruhig noch mehr sein“ könnten. „Unsere Handwerker nutzen die Parkplätze gern, aber es passiert ihnen auch, dass sie schon voll sind, wenn sie hinkommen. Das sind ja nur eine Handvoll Parkplätze, die nicht das Problem insgesamt lösen“, sagt er.
Weitere Plätze in der Ludwigsburger Innenstadt wären wünschenswert, aber auch in anderen größeren Städten wie Bietigheim-Bissingen oder Vaihingen an der Enz. Nach Auskunft der Stadt Ludwigsburg gibt es derzeit allerdings keine konkreten Planungen, weitere Wirtschaftszonen auszuweisen. „Wir werden die Entwicklung jedoch weiterhin beobachten. Rückmeldungen aus dem Handwerk und anderen Nutzergruppen werden wir in die Bewertung einbeziehen“, erklärt die Sprecherin.
Kreisweiter Handwerkerparkausweis soll dieses Jahr noch kommen
Eine weitere Erleichterung für Handwerker könnte noch in diesem Jahr folgen: In der Zukunftsstrategie des Landratsamts für den Wirtschaftsstandort ist ein kreisweiter Handwerkerparkausweis als „Leuchtturmprojekt“ verankert. Dieser soll in allen Städten und Gemeinden des Landkreises gültig sein und den Handwerkern die Beantragung von individuellen Ausnahmegenehmigungen abnehmen. Nach den Worten von Landrat Dietmar Allgaier soll der kreisweite Handwerkerparkausweis noch in diesem Jahr kommen.
Kreishandwerksmeister Lang begrüßt das: Es wäre „ein wichtiger Mosaikstein“, dass ein Handwerker sein Auto überall im Kreis in der Nähe der Einsatzstelle abstellen könne, ohne dafür eine gesonderte Genehmigung beantragen zu müssen. „Für uns Handwerker gibt es viele Baustellen. Die Parkplatzsituation ist eine davon. Da gibt es eine Entwicklung. Damit ist das Problem nicht gelöst, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.“