Parken in Stuttgart Bewohnerparkplätze auch für den Süden

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Seit einem Monat gibt es im Stuttgarter Westen das Parkraum-Management. Jetzt soll es auf weitere Innenstadtbezirke ausgeweitet werden.

Die Pendler weichen aus: in der Seidenstraße bei der Russischen Kirche parken viele Auswärtige außerhalb der kostenpflichtigen Zonen im Westen. Foto: Zweygarth
Die Pendler weichen aus: in der Seidenstraße bei der Russischen Kirche parken viele Auswärtige außerhalb der kostenpflichtigen Zonen im Westen. Foto: Zweygarth

Stuttgart - Seit gut einem Monat gilt im Stuttgarter Westen eine neue Parkordnung: Kostenlose Stellplätze sind Vergangenheit - wer seinen Wagen in einer der acht Parkzonen abstellen möchte, muss einen Parkschein erwerben oder einen Bewohnerausweis besitzen. "Das war ein phänomenaler Start", sagt Werner Wölfle, Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat. "Das Erfolgsmodell Bewohnerparken muss deshalb rasch auch auf andere Innenstadtbezirke ausgedehnt werden." Als nächster Bezirk sei der Süden an der Reihe, betont Wölfle. "Den entsprechenden Antrag stellen wir in Kürze."

Die SPD im Gemeinderat stößt ins gleiche Horn. "Das Bewohnerparken muss ausgebaut werden", so Fraktionschefin Roswitha Blind. Die positive Entwicklung im Westen zeige, dass damit die Parksituation in der Innenstadt entlastet werden könne.

Kurzparkdauer wird verkürzt

"Der Start im Westen ist gelungen", erklärt auch Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. "Es bestehen aber auch noch einige Probleme, die wir bereits angepackt haben." Die größten Verdrängungseffekte bestünden in den knapp außerhalb der Anwohnerparkzonen liegenden Bereichen Herdweg, Russische Kirche und Köllestraße. "Es gibt bereits konkrete Überlegungen, das Anwohnerparken rechterhand vom Herdweg in dem Bereich Wiederhold-/Relenbergstraße zu erweitern" erklärt Schairer. "Außerdem wollen wir die Parkdauer in den Kurzparkzonen zugunsten der Anwohner abends deutlich verkürzen." Bald dürften Fahrzeuge mit Bewohnerausweis dort schon um 19 Uhr abgestellt werden. Dann stünden mehr als 400 Stellplätze den Bewohnern abends bereits drei Stunden früher offen.

Auch die Zahl und den Zuschnitt der Kurzparkbereiche will die Stadt noch einmal gründlich überprüfen. "Um den Feuersee herum wird sich auf jeden Fall etwas ändern", kündigt Schairer an. Dort sei der Bedarf für Kurzparker nicht so hoch wie ursprünglich vermutet.

Auch der Bezirksvorsteher Reinhard Möhrle ist nach vier Wochen mit der Bewohnerparkregelung zufrieden. "Tagsüber gibt es so gut wie überall freie Plätze, nachts klemmt es zwischen Rotenwald- und Schwabstraße aber noch." Nach den Erfahrungen in den ersten vier Wochen sei die Zahl der Falschparker tagsüber um gut 20 Prozent und nachts um etwa zehn Prozent zurückgegangen. "Das macht natürlich noch kein Parkparadies aus dem Westen", betont Möhrle, "aber die Situation hat sich im Vergleich zu dem früheren Chaos allerdings deutlich entspannt."

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