Parken in Stuttgart App Apcoa Flow hilft bei der Parkplatzsuche

Von Uli Meyer 

Mit einem neuen digitalen Parkservice soll die Nutzung öffentlicher Parkhäuser spürbar vereinfacht werden. Mit einer App könnte die Suche nach einem Abstellplatz deutlich verkürzt werden. Der Anbieter verspricht vollständige Kostenkontrolle.

Mit der App auf  dem Smartphone mehr Komfort im Parkhaus. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Mit der App auf dem Smartphone mehr Komfort im Parkhaus. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Man findet das Parkticket nicht mehr, andermal hat man kein oder zu wenig Geld in der Tasche, am nächsten Tag ist die Schlange vor dem Kassenautomat endlos lang, und schließlich ist man bei der Ausfahrt nicht dicht genug an die Apparatur herangefahren, so dass auch der lang gestreckte Arm durch das Seitenfenster nicht reicht, um den Ausfahrtschein in den Schlitz zu stecken – all diese Unannehmlichkeiten kennen Autofahrer vom Benutzen öffentlicher Parkhäuser. Schluss damit, verspricht die Apcoa Parking Deutschland GmbH, ein großer Parkraumbewirtschafter in Europa. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart hat in dieser Woche den digitalen Parkservice Apcoa Flow in Betrieb genommen.

Kunde spart sich Weg zum Kassenautomat

Ohne Ticket, ohne Bargeld, ohne Stress – so wirbt das Unternehmen für die Nutzung seiner neu entwickelten digitalen Plattform. Wer die App auf seinem Smartphone installiert hat, sich einmalig registrieren lässt und einen sogenannten RFID-Chip zulegt, wird künftig in den 19 von Apcoa betriebenen Parkhäusern in der Region Stuttgart (und darüber hinaus) einige Vorteile genießen können. „Sie müssen kein Parkticket mehr ziehen, keinen Kassenautomat mehr aufsuchen und das Ticket auch nicht mehr bar bezahlen. Weder in Stuttgart noch in Hamburg oder sonst wo“, sagt Niels Christ. Der Apcoa-Prokurist zeigt auf den an der Windschutzscheibe seines Autos per Klebestreifen angebrachten Chip.

So selbstverständlich, wie sich beim Heranfahren des Wagens die Einlassschranke eines Parkhauses öffnet, so automatisch wird über den kleinen Helfer auch die Parkzeit erfasst und später die Berechnung und Bezahlung der Parkgebühr erledigt. Die Abrechnung für den Kunden erfolgt über seine im System hinterlegte Kreditkarte.

Bundesweite digitale Plattform

„Und der Nutzer hat immer die volle Kontrolle über Parkdauer und Kosten, weil er sofort über die App benachrichtigt und mit einer Rechnung versorgt wird“, so Christ. Wer häufig das Fahrzeug wechselt oder mehrere Karossen in Betrieb hat, kann den Chip auch auf eine kleine Karte anbringen lassen und diese dann mit sich führen. „Mit unserer App revolutionieren wir das Parkerlebnis unserer Kunden“, verspricht Apcoa-Geschäftsführer Detlef Wilmer.

Deutschlandweit wurde die digitale Plattform am Mittwoch freigegeben. 200 ausgewählte Parkhäuser in 80 Städten sind technisch so ausgestattet, dass das System ab sofort dort angewendet werden kann. „Wir haben es vier Wochen lang getestet. Es funktioniert reibungslos, und wir haben ausschließlich positive Reaktionen bekommen“, hält Wilmer die Innovation tauglich für den Alltagsbetrieb. Die Ausweitung innerhalb Deutschlands und in 13 europäischen Märkten ist fest vorgesehen.

App soll Parksuchverkehr minimieren

Der Service von Apcoa Flow geht weit über den eigentlichen Parkvorgang in einer öffentlichen Stellfläche hinaus. So zeigt die App auf dem Smartphone dem Autofahrer an, wo er das nächste Parkhaus auffinden kann, wie er genau hinkommt und wie dort die aktuelle Belegungssituation ist -sprich, ob es überhaupt eine Abstellmöglichkeit gibt oder nicht. „Und zwar in Echtzeit“, verspricht Detlef Wilmer. Ein Effekt soll sein, den Parksuchverkehr spürbar zu minimieren. „Laut Studien macht der rund ein Drittel des Verkehrs in größeren Innenstädten aus“, will der Apcoa-Chef mit der neuen Technologie zur Reduzierung unnötiger Fahrten beitragen.

Einzelne Parkplätze über die App reservieren zu können, ist noch nicht möglich. „Wird aber kommen“, ist sich Wilmer sicher, „jedoch nur dort, wo es auch angebracht ist, zum Beispiel am Flughafen.“

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