Obwohl die Stadt dringend Geld braucht, sollen die Gebühren für die Tiefgarage Zehntscheuer vorerst nicht erhöht werden. Das sind die Gründe.
Es ist ein Zuschussgeschäft: Die Stadtwerke Leinfelden-Echterdingen betreiben vier öffentliche Parkhäuser. Vor allem die Tiefgarage Zehntscheuer im Echterdinger Ortskern ist ein Verlustgeschäft. Andere Städte – wie beispielsweise Ostfildern – reagieren auf die angespannte Haushaltslage mit höheren Parkgebühren. Leinfelden-Echterdingen möchte die Parkplätze in der Ortsmitte von Echterdingen dagegen weiterhin ohne Preiserhöhung anbieten. Die Gründe dafür erläuterten der Geschäftsführer der Stadtwerke, Peter Friedrich, und die Wirtschaftsförderin Angelika Goldak im jüngsten Technischen Ausschuss.
Die erste Stunde ist in diesem Parkhaus gratis. Und das soll auch noch mindestens bis zum Jahr 2028 so bleiben. Rund 90 000 Euro kostet dies die Stadt jährlich. Auch wer sein Auto länger als eine Stunde abstellt, kommt mit einem Euro pro Stunde im Vergleich zu anderen Städten im Landkreis oder in der Landeshauptstadt Stuttgart äußerst günstig davon. Zum Vergleich: In der Esslinger Stadtmitte werden drei Euro pro angefangene Stunde fällig. In der Echterdinger Zehntscheuer kommen die Besucher dagegen selten auf einen Betrag von mehr als vier Euro für den gesamten Parkvorgang. Im ersten Halbjahr 2025 hat es laut den Stadtwerken insgesamt 46500 Parkvorgänge gegeben. Davon kosteten lediglich 50 mehr als vier Euro. Der teuerste Parkvorgang lag bei 14 Euro. Es wurden 20 000 Euro eingenommen (ohne Dauerparker).
Das erklärte Ziel ist es, den Besuchern in der Ortsmitte günstige Parkplätze anzubieten. Für Dauerparker wurde die Tiefgarage Zehntscheuer zuletzt teurer. Sie sollen, so die Strategie der Stadt, eher das Parkhaus Q1 beim S-Bahnhof nutzen. Die Tiefgarage Zehntscheuer soll dagegen vor allem den Kunden der Geschäfte oder der Gäste der Restaurants als Parkmöglichkeit dienen.
„Das ist Wirtschaftsförderung“, brachte Stadtwerke-Geschäftsführer Friedrich die Preispolitik auf den Punkt. Hinzu kommt die Hoffnung, die parkenden Autos lenken zu können. Sie sollen möglichst in die Tiefgarage kommen und nicht in den umliegenden Wohngebieten nach Parkplätzen suchen. Und die Verluste aus dem Parkhausgeschäft können mit Gewinnen der Stadtwerke aus anderen Geschäftsfeldern verrechnet werden, was unterm Strich zu einer niedrigeren Besteuerung führt.
Der Technische Ausschuss folgte dem Vorschlag der Stadtwerke. Der endgültige Beschluss soll am Dienstagabend in der Sitzung des Gemeinderates gefasst werden. Ebenfalls beschlossen wurde, dass die Stadtwerke über die Preise auf den beiden P+R-Parkplätzen und im Q1 zukünftig selbstständig entscheiden können. Nur in Sachen Zehntscheuer mit ihrer besonderen Bedeutung für den Parkraum in der Echterdinger Ortsmitte solle auch in Zukunft der Gemeinderat über die Preise entscheiden.