Eichen gehören mit zu den trockenresistenten Bäumen. Die Parkpflege hat in Stuttgart welche gepflanzt. Foto: dpa/ /Patrick Pleul
Die Parkpflege der Stuttgarter Wilhelma hat angesichts des fortschreitenden Klimawandels fünf Baumarten gepflanzt, die Hitze und Trockenheit besser vertragen. Ein Überblick.
Den Klimawandel spürt die Leiterin der Parkpflege der Wilhelma, Katja Siegmann, jeden Tag. Die 50-Jährige betreut mit ihrem Team 340 Hektar Grünflächen des Landes mit rund 12 000 Bäumen auf Stuttgarter Gemarkung. Dabei umfasst die Wilhelma etwa acht Prozent der Fläche. Zu den Gebieten, die sie und die 75 Beschäftigten, darunter sechs Ingenieure und etliche Gärtner, betreuen und pflegen, gehören neben der Wilhelma der Rosensteinpark, die Universität Stuttgart, der Schlossgarten, der Schlossplatz, das Schloss Solitude, das Staatsministerium und die Grabkapelle Rotenberg. Dazu gibt es noch 120 Einzelobjekte wie die Polizei, Ministerien, die JVA Stammheim und das Polizeipräsidium sowie das LKA.
Die Leiterin der Parkpflege
Katja Siegmann leitet die Parkpflege. Foto: Iris Frey
Im vergangenen Herbst hat ihr Fachreferat nun fünf klimaresistente Baumarten gepflanzt, die wir hier vorstellen. So wurden im Schlossgarten, im Pfaffenwald und im Rosensteinpark Ahornbäume, Eichen, Erlen, Linden und Weißdorn sowie die schmalblättrige Esche gepflanzt. Mit Blick auf zunehmende Hitze und Trockenheit haben die Parkpfleger beim Pflanzen zudem pro Baum ein wenig „schwarze Erde“ verwendet. Dabei handelt es sich um ein Substrat, das so ähnlich bereits von Ureinwohnern im Amazonasbecken verwendet wurde. Einer der Bestandteile ist Holzkohle. Diese saugt Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf und dient so als Wasserspeicher.
Die Eiche kann uralt werden
Ein Eichenbaum. Foto: dpa/Roland Weihrauch
Eichen gehören zu den klimaresistenteren Bäumen. Sie werden zur Familie der Buchengewächse gerechnet. Ihre Laubblätter mit den spezifischen Rundungen sind leicht erkennbar. Die Früchte der Eichenbäume sind die Eicheln. Sie zählen zu den Nussfrüchten. Die Rinde der Eichen ist dick und gilt als regenerationsfähig. Eichen können 30 bis 40 Meter hoch und bis zu 1000 Jahre alt werden.
Die Erle – der Laubbaum mit den Zapfen
Erlen. Foto: Imago//Raimund Linke
Die Erle gehört zur Familie der Birkengewächse und gilt als relativ anspruchslos: sie kann auch auf kiesigen, sandigen, tonigen und lehmigen Böden wachsen. Man erkennt den Baum daran, dass er neben den Blättern auch kleine Zapfen besitzt, die erst grün sind und sich dann braun verfärben. Die Erle ist übrigens der einzige Laubbaum, der Zapfen trägt. In Europa wächst sie in feuchten Gebieten. Im Hochsommer kann die Erle als Reaktion auf große Hitze einen Teil ihrer Blätter abwerfen.
Die Linde – im Zeichen des Herzens
Die Lindenallee in der Wilhelma. Foto: Iris Frey
In der Wilhelma gibt es in den unteren Anlagen neben der Damaszenerhalle eine ganze Lindenallee. Neben dieser Allee werden in diesem Jahr erstmals nach 60 Jahren die Wechselflorbeete in dauerhafte Pflanzungen verwandelt – als Reaktion auf den Klimawandel. Linden gehören zur Familie der Malvengewächse. Diese Laubbäume können bis zu 40 Meter hoch werden. Die Blätter sind herzförmig. Passend dazu waren beim vergangenen Christmas Garden in der Wilhelma unweit der Lindenallee rot beleuchtete Herzen aufgehängt.
Der Weißdorn trägt säuerlich-süße Früchte
Der Weißdorn und seine Früchte. Foto: dpa
Weißdorne gehören zur Familie der Rosengewächse respektive Kernobstgewächse. Sie sind überwiegend in Nordamerika verbreitet. In Europa werden 22 Arten gezählt, in Deutschland drei. Auffällig sind die weißen Blüten, die oft sehr üppig sind. Die Bäume haben eine helle Rinde. Im Deutschen werden Weißdorne auch gerne als Hagedorn bezeichnet. Sie sind in Wäldern, Gebüschen, Parks und Gärten zu finden. Meist sind sie dornig, tragen rote Früchte, ähnlich wie die Hagebutte. Die Früchte schmecken säuerlich-süß. Sie können auch als Gelee oder Kompott gekocht werden. Bekannt ist auch der vitaminreiche Weißdornsaft. In China werden die süßen Früchte geerntet und dann zu Süßigkeiten verarbeitet.
Der Ahorn hängt den Samen an Flügel
Ein HIngucker: Ahornbäume. Foto: dpa/Marijan Murat
Ahornbäume sind ebenso klimaresistent. Sie gehören zur Unterfamilie der Rosskastaniengewächse innerhalb der Seifenbaumgewächse. Hauptsächlich kommen sie in Nordafrika, Zentral- und Nordamerika vor. Ahornbäume besitzen nicht nur zackig-kantige Blätter. In Deutschland ist der Berg-, Spitz- und Feldahorn zu Hause. Der japanische Ahorn ist besonders mit seinen roten Blättern ein Hingucker. Auch die Samen der Ahornbäume sind besonders: sie hängen an einem Flügel, der sich beim Herunterfliegen dreht. Größte Arten können bis zu 25 Meter hoch werden. Der Ahorn mag kalkige Böden, aber auch Ton- und saure Böden.
Die schmalblättrige Esche mit Manna-Früchten
Die schmalblättrige Esche, frisch gepflanzt im Schlossgarten. Foto: Wilhelma/Grimmer
Die schmalblättrige Esche ist ein Baum, der sein Laub abwirft und nun im Schlossgarten in Stuttgart gepflanzt wurde.
Sie kann bis zu 30 Meter hoch werden. Sie hat schmale, längliche Blätter, die wie eine Feder angeordnet sind. Die Blüten sind traubenartig. Die länglichen Früchte heißen Flügelnüsse (Samara). Wikipedia verweist darauf, dass die Früchte in der Bibel erwähnt sind. Dort werden sie als Speise genannt, als Manna, welches den Israeliten bei ihrer Wanderschaft durch die Wüste als Nahrung diente. Die schmalblättrige Esche ist in Südeuropa, Nordafrika und Westasien beheimatet. Der Baum ist nun auch in der Nähe des Sees im Mittleren Schlossgarten gepflanzt worden. Diese Art ist besonders trockenheitsresistent und überlebt deshalb auch lange, heiße Sommer.