Parkplätze in S-Mitte Bezirksbeiräte wollen Sitzplatz statt Stellplätze

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Der Bezirksbeirat Mitte möchte einen Nachbarschaftstreff im Verein für Internationale Jugendarbeit unterstützen. Der Eingangsbereich soll an der Stelle von zwei Parkplätzen erweitert werden.

Quer parkende Autos lassen wenig Platz auf dem Gehsteig vor dem Eingang zum Verein für Internationale Jugendarbeit. Das soll sich künftig ändern. Foto: Cedric Rehman
Quer parkende Autos lassen wenig Platz auf dem Gehsteig vor dem Eingang zum Verein für Internationale Jugendarbeit. Das soll sich künftig ändern. Foto: Cedric Rehman

S-Mitte - Die CDU überraschte in der Diskussion um Parkplätze an der Moserstraße. Sie stimmte anders als vor zwei Monaten einer Entwidmung der beiden Stellplätze an der Moserstraße 10 zu. Eine Abstimmung über die Parkplätze im Bezirksbeirat Mitte verlief noch im September nach einem erwartbaren politischen Muster ab. Die Fraktion SÖS/Linke-plus brachte den Eintrag ein, zugunsten einer Neugestaltung des Eingangs zum Verein für Internationale Jugendarbeit zwei Stellplätze aufzugeben. Die ökosoziale Mehrheit stimmte zu. CDU und FDP erinnerten an die Mühe der Stuttgarter, überhaupt noch Parkplätze in der Innenstadt zu finden. Sie votierten gegen den Antrag.

Klaus Wenk begründete den Meinungsumschwung der CDU-Fraktion damit, dass die Entfernung der beiden Parkplätze nach der Prüfung der Sachlage nicht ideologisch motiviert erscheint. „Es ist in diesem Fall sinnvoll“, sagt er.

Vereinsvorsitzend stellt Quartiertreff vor

Jutta Arndt vom Vorstand des Vereins für Internationale Jugendarbeit war zu der Sitzung des Gremiums gekommen. Sie stellte in eigenen Worten dar, warum die Umgestaltung des Eingangs aus Sicht des Vereins unverzichtbar ist. Das Café des Vereins wandele sich zum Quartiertreff, berichtete sie. Anwohner aus der Nachbarschaft könnten dort Geflüchtete kennenlernen. Ein Mittagstisch für Senioren sei geplant. Menschen aus unterschiedlichen Gruppen könnten sich in dem Nachbarschaftstreff kennenlernen, sagte Arndt. „Persönliche Begegnungen sind das beste Mittel gegen Vorurteile“, meinte sie. Der Verein habe erst jüngst zu einem Syrien-Abend geladen. „Es kamen weit mehr Besucher, als bei uns Platz hatten“, sagte sie.

Doch Gäste fänden bei Veranstaltungen keinen Ständer in der Nähe, an dem sie ihr Fahrrad abschließen könnten, beklagte Arndt. Ein Problem sei auch, dass die Autos an der Moserstraße quer parkten. „Die Autos werden ja immer größer. Es gibt kaum Platz vor der Tür. Wir wissen bei Veranstaltungen nicht einmal, wo wir die Raucher hinschicken sollen“, sagte sie.

Bezirkschin will fest montierte Anlage

Klaus Wenk von der CDU äußerte nach dem Redebeitrag Arndts nicht nur seine Zustimmung zur Entwidmung der beiden Stellplätze. Er nahm auch eine Idee von Bezirkschefin Veronika Kienzle auf, anstatt eines Parklet genannten Aufbaus gleich einen Sitzplatz und Fahrradständer fest zu montieren. „Wenn wir schon zwei Parkplätze aufgeben, soll es ein richtig schöner Eingangsbereich werden“, meinte der CDU-Politiker.

Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle hatte zuvor in der Debatte an die Schwierigkeiten bei der Genehmigung von Parklets erinnert. Das Ordnungsamt hatte erst im Juni erklärt, dass es vorerst keine weiteren Parklets gestatten werde. Der Gemeinderat soll zunächst für die gesamte Stadt gültigen Regeln definieren, hieß es damals. Ein neues Parklet an der Moserstraße wäre im Moment Zukunftsmusik. Denn laut Auskunft der Stadt wird der Gemeinderat erst im kommenden eine Entscheidung zu Regeln für Parklets treffen. Nach dem Votum des Bezirksbeirats kann nun die Planung weitergehen für den von Klaus Wenk gewünschten „richtig schönen Eingangsbereich“ an der Moserstraße 10.

Bezirksvorsteherin Kienzle lud dazu auch einen Anwohner ein. Er hatte ihr geschrieben und erklärte bei der Bezirksbeiratssitzung seinen Unmut dar über den Verlust von zwei Stellplätzen in seiner Wohnumgebung. „Wir wollen nicht, dass einige Anwohner dem Quartiertreff wegen den wegfallenden Parkplätzen negativ gegenüberstehen. Ich hoffe, dass der Anwohner mitmacht“, sagt die Bezirkschefin.

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