Parkprobleme in Fellbach Anwohnerparken soll Stadtbahn-Pendler fernhalten

Die Parkplatzsuche im Fellbacher Komponistenviertel kann zur Geduldsprobe werden. Deshalb soll das Anwohnerparken um ein Beschäftigtenparken erweitert werden. Foto: Dirk Herrmann

Die derzeitige Regelung im Fellbacher Komponistenviertel wird auf die Esslinger Straße ausgeweitet. Auch Beschäftigte können demnächst einen Ausweis erhalten – was müssen sie dafür zahlen?

Die Parksituation im Fellbacher Westen soll sich für Anwohner und Beschäftigte in naher Zukunft etwas entspannen. Denn die Bewohnerparkzone, im Jahr 2019 im sogenannten Komponistenviertel eingeführt, soll auch auf die Esslinger Straße ausgeweitet werden. Im Abschnitt zwischen der Mozartstraße und der Tainer Straße stehen die Plätze der Öffentlichkeit bald nur noch für anderthalb Stunden mit Parkscheibe zur Verfügung. Das hat der Fellbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Bisher endete die Anwohnerparkzone in der Mozartstraße und der Friedensstraße. Das Parken war hier montags bis freitags nur für Bewohner möglich – für die Allgemeinheit mit Parkscheibe zunächst begrenzt auf drei Stunden am Tag. Im vergangenen Jahr wurde auf sechs erhöht.

 

Jetzt gibt es eine Neuerung. Denn zum Parkausweis für die Anwohner wird nun auch eine Parkerlaubnis für Beschäftigte eingeführt, die im Komponistenviertel und in der Esslingerstraße arbeiten. Kostenpunkt: 90,70 Euro pro Jahr. Dies sei mit der Schul- und Kinderhausleitung abgestimmt worden, sagte Fellbachs Erster Bürgermeister Johannes Berner in der Sitzung. Anwohner zahlen für ihre Parkberechtigung weiterhin 30,70 Euro jährlich.

Anwohner klagten über vollere Straßen

Ziel der Erweiterung ist, Druck aus der angespannten Parksituation im Komponistenviertel zu nehmen. Insbesondere im Bereich der Silcherschule an der Ecke von Tainer Straße und Esslinger Straße habe der Parkdruck zugenommen, heißt es auch in der Beschlussvorlage des Gemeinderats.

Ein weiteres Problem sind Pendler, die von Fellbach mit der Stadtbahn nach Stuttgart fahren, denn sie stellen zuvor ihre Autos auf den öffentlichen Parkplätze ab. Zudem wird der gebotene Parkraum inzwischen offenkundig auch vermehrt von Besuchern des F3-Bads genutzt, weil der dortige Parkplatz Anfang des Jahres kostenpflichtig wurde. Mit der Erweiterung wolle man den Kreis um die Schule herum schließen, sagt Johannes Berner zu den Maßnahmen.

Vor fünf Jahren hatte der Gemeinderat dem Instrument des Bewohnerparkens erstmals zugestimmt. Vorbild sei damals der Bereich um Messe und Flughafen auf den Fildern gewesen. Das Konzept habe sich im Komponistenviertel „trotz aller Unkenrufe sehr gut bewährt“, erklärte Berner. „Wir halten es für konsequent, auch die Bewohner der Esslinger Straße zu unterstützen.“ Es gehe zudem um die Beschäftigten und um Kunden, die einkaufen gingen. „Es ist ärgerlich, dass Pendler diesen wertvollen Parkraum einnehmen“, sagte er.

SPD- und Grünenfraktion für zusätzliche Erweiterung

„Es ist ein sehr gutes Konzept, und wir halten es richtig, weil die Bewohner festgestellt haben, dass es notwendig ist“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Möhlmann. Allerdings sei es sinnvoll, die Wirksamkeit nach einem Jahr zu prüfen und gegebenenfalls nachzujustieren.

Die Grünen-Stadträtin Beate Wörner gab allerdings zu Bedenken, dass das Grundproblem damit nicht gelöst sei. „Es wollen immer mehr Pendler dort parken.“ Weitere Anwohnerparkzonen seien sinnvoll, etwa in Bahnhofsnähe. Die CDU, so Fraktionschef Franz Plappert, könne die jetzige Maßnahme zwar mittragen, sei aber der Meinung, dass sich der Druck nur verlagere, nicht löse. „Wir müssen neue Parkplätze schaffen.“

Dass Beschäftigte für die Berechtigung eventuell auch zwei Fahrzeuge nutzen könnten, ist nach Berners Einschätzung durchaus denkbar. „Wir wollen die Ausweise personenbezogen rausgeben – uns ist alles recht, was den Ablauf verflüssigt.“

Verwaltung hat die Kontrolle von Falschparkern verstärkt

Die Kritik eines Anwohners in einem Bericht unserer Zeitung, wonach im Komponistenviertel zu wenig nach Falschparkern Ausschau gehalten werde, bezeichnete Johannes Berner als überholt. „Wir sind jetzt personell sehr stark aufgestellt, sodass die Kontrollen zugenommen haben“, erklärte der Bürgermeister – was wiederum Beschwerden von Anwohnern ausgelöst habe.

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