Parkraummanagement in Stuttgart Lebensberaterin mitten im großen Stellplatz-Drama

Birgit Wöhrle managt   Parkplätze so gut wie ihren Haushalt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Birgit Wöhrle managt Parkplätze so gut wie ihren Haushalt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Hinter dem abstrakten Begriff Parkraummanagement steckt in Stuttgart ein Name: Birgit Wöhrle. Sie gilt im Rathaus als Organisationsgenie, seit sie vor fünf Jahren das Bewohnerparken im Westen entwickelt und erfolgreich aufgebaut hat.

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Stuttgart - Hinter dem abstrakten Begriff Parkraummanagement steckt in Stuttgart ein Name: Birgit Wöhrle. Die Fachfrau bei der Straßenbehörde des Ordnungsamtes gilt verwaltungsintern vom Sachbearbeiter bis zur Rathausspitze als Organisationsgenie, seit sie vor fünf Jahren das Bewohnerparken im Westen entwickelt und erfolgreich aufgebaut hat. „Ich organisiere das Bewohnerparken in den Stadtbezirken und andere Projekte wie meinen Haushalt“, erklärt Wöhrle. „Als alleinerziehende Mutter mit einer Tochter kriegt man eben alles hin.“

Beim Reizthema Parken hat die resolute Powerfrau in den vergangenen Jahren allerdings „viele Dramen“ erlebt. „Die Sorge um einen Stellplatz treibt die Leute wirklich um“, sagt sie. „Dass die Suche nach einem anstrengenden Arbeitstag sehr nervig ist, kann ich auch voll verstehen.“ Bei den vielen Beratungsgesprächen nehme sie die Befürchtungen der Anrufer stets ernst. „Ich versuche aber immer , die Dramatik zu entschärfen“, sagt Wöhrle. „Schließlich geht es nur um Parkplätze und nicht um Leben und Tod.“

Liebesdrama wegen Parkgebühr

Oft muss sie allerdings nicht über Zoneneinteilungen und Gebühren informieren, sondern auf einfühlsame Weise praktische Lebenshilfe leisten. „Im Westen hat vor Jahren eine junge Frau einen Parkausweis für ihren Freund, der nicht in dem Stadtbezirk wohnte, beantragt“, erzählt sie. „Als ich ihr erklärt habe, dass das nicht möglich ist, brach die Frau in Tränen aus.“ Ihr Freund werde sie nicht mehr besuchen, wenn er 60 Cent in der Stunde fürs Parken bezahlen müsse. „Sie machen meine Beziehung kaputt“, hielt sie Wöhrle vor. „Überlegen Sie sich lieber, ob ihre Beziehung eine fürs Leben ist“, lautete Wöhrles Antwort. „Wie es ausgegangen ist, weiß ich nicht.“

Mancher Kunde sieht sich durch das Bewohnerparken in seiner Existenz bedroht. „Wenn mein zweiter Firmenwagen jeden Tag Parkgebühren kostet, muss ich den Laden zumachen“, hielt ein Handwerker Wöhrle vor. „Wenn ein Transporter bloß herumsteht, dann brauchen die vielleicht statt zwei nur einen“, bekam der Mann zu hören. „Oft hilft der gesunde Menschenverstand weiter“, sagt Wöhrle. Der Handwerker sei jedenfalls mächtig ins Grübeln gekommen.




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