Parks in Stuttgart Leibfriedscher Garten soll saniert werden

Verfällt zunehmend: die „Kunststation Villa Moser“ von Hans Dieter Schaal. Foto: /Janey Schumacher

Der Leibfriedsche Garten ist in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr verfallen, genau wie die „Kunststation Villa Moser“. Der Gemeinderat hat finanzielle Mittel für ein Sanierungskonzept bewilligt.

Bad Cannstatt - Trostlos ist der Anblick, den der Leibfriedsche Garten zwischen Rosensteinpark und Höhenpark Killesberg im Stuttgarter Norden bietet: Graffiti an den Wänden. Schutt, Müll und Flaschen liegen überall herum. Eröffnet wurde die derzeit nur wenig ansehnliche Anlage im Jahr 1993 im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA), um die Lücke im „Grünen U“ – sechs in U-Form angelegte Parks – zu schließen. Namensgeber ist der Privatier Karl Ernst Leibfried, der die Villa des Schokoladenfabrikanten Eduard Otto Moser im Jahr 1904 übernahm.

 

Doch die vergangenen Jahrzehnte haben Spuren hinterlassen. Die „Kunststation Villa Moser“ von Hans Dieter Schaal befindet sich beispielsweise in einem sehr schlechten Zustand und musste inklusive der Laube abgesperrt werden. Eigentlich kann von dem Bauwerk aus, dank eines Systems aus Treppen, Brücken und Stegen, auf die Reste der 1944 zerbombten Villa Moser geblickt werden. Doch aufgrund von Vandalismus und Verfall kann die Kunststation nicht mehr betreten werden. Auch an anderen Stellen auf dem Gelände wurden wegen erhöhter Unfallgefahr provisorische Zäune angebracht.

Neustart durch Sanierungskonzept

Diese Maßnahmen sind jedoch weniger als Todesstoß denn als Neustart zu sehen. Denn das Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) hat nun erste, langersehnte Mittel erhalten, um den stadtgeschichtlich bedeutsamen Garten wieder attraktiv zu machen. Für dieses Vorhaben wurden vom Gemeinderat zunächst 200 000 Euro für Planungshonorare sowie erste Baukosten bewilligt. Langfristig soll „durch eine fundierte Pflege- und Sanierungskonzeption dem weiteren Substanzverlust entgegengewirkt“ werden, wie im „Programm zur Entwicklung Stuttgarter Parkanlagen“ zu lesen ist, das Grundlage der Maßnahmen ist. Der Umgang mit der „Kunststation Villa Moser“ im Leibfriedschen Garten wird ebenso untersucht werden wie die weitere Entwicklung der Vegetationsstrukturen. Durch diese Maßnahmen soll der Garten in den nächsten Jahren wieder zum „attraktiven Erholungsbereich werden, aus dem man Stuttgarter Geschichte ablesen kann“, sagt Volker Schirner, der Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts.

Offen, was aus Kunststation wird

Ein Sanierungskonzept ist derzeit in Arbeit. „Unter anderem ist vorgesehen, die Fundamente der Villa Moser gestalterisch nachzuzeichnen“, sagt Schirner. Etwa indem die Strukturen und der Grundriss durch Hecken nachgebildet werden. So soll die Ruine der Schokoladenfabrikanten-Villa sichtbar gemacht werden.

Offen ist indes, wie es mit der Kunststation weitergeht, ob saniert oder abgebaut wird. Das GFF stehe diesbezüglich in engem Kontakt mit dem Architekten Schaal.

Der Leibfriedsche Garten ist übrigens nicht die einzige Grünanlage, die in den nächsten Jahren aufgewertet werden soll. Auch die Entwicklung der Parkanlage Villa Berg, des Stadtgartens, der Karlshöhe, der Uhlandshöhe, des Weißenburgparks und des Cannstatter Kurparks stehen auf dem Plan der Verwaltung. Im Kurpark etwa sollen weitere Wege saniert werden, nachdem erste Abschnitte 2018 erneuert worden waren.

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