Die Betriebsgesellschaft des Fellbacher Kombibads hat die Parktarife angehoben. Die Eintrittspreise sollen dagegen nicht erhöht werden.

Kurz bevor das Fellbacher Kombibad F3 (Rems-Murr-Kreis), einst für stolze 45 Millionen Euro ganz im Westen der Kernstadt errichtet, am 15. September 2013 eröffnet wurde, versprach der damalige Oberbürgermeister Christoph Palm: „Die ganze Region wird nach Fellbach blicken, das F3 wird das modernste Erlebnisbad im Großraum Stuttgart sein.“

 

Tatsächlich lässt der Erfolg seitdem nur wenig Wünsche offen. Zum zehnjährigen Bestehen im Frühherbst 2023 verkündete die F3 Betriebsgesellschaft Kombibad Fellbach GmbH, wie sie offiziell heißt: „Gut 4,3 Millionen Besucher schwammen, spielten und saunierten bisher im Kombibad.“ Rechnet man die jährlich knapp eine halbe Million Gäste seitdem hinzu, waren es in der Summe in 15 Jahren fast 5,3 Millionen Badefans.

88-Meter-Loopingrutsche als Attraktion

Die können sich im Hallenbereich entweder im 25-Meter-Sportbecken verausgaben oder den Salto vom Sprungturm wagen. Oder sie vergnügen sich im Eventbereich in den diversen Innen- und Außenbecken samt Strömungskanal, chillen im 38-Grad-Rondell oder riskieren den Raketenstart durch die Falltür in die 88-Meter-Loopingrutsche (dies allerdings nur mit Aufpreis).

Durchaus tiefer in den Geldbeutel greifen muss man fürs Fellbacher F3 – werbewirksame Eigentitulierung: „Das Wohlfühlbad“ – allerdings schon, für die Sauna sowieso, aber auch fürs normale Badeerlebnis. Aktuell liegt beispielsweise der Normaltarif für vier Stunden bei 14,40 Euro pro Erwachsenem; die Familienkarte für vier Stunden liegt bei 47,40 Euro. Dann noch ein Besuch im mittlerweile vom F3-Team selbst betreuten Restaurant mit Pommes und Schnitzel oder Salat sowie Softdrinks für den Nachwuchs – da kommt dann schon ein ordentliches Sümmchen zusammen.

Und seit 8. Januar 2024 sind es noch ein paar weitere Euro extra, jedenfalls für Badegäste, die mit dem Auto anreisen und deshalb den F3-Parkplatz nutzen. Die Betriebsgesellschaft könne auf derartige Einnahmen nicht verzichten, dies habe auch ein externer Wirtschaftsprüfer angemahnt.

Die Nutzung des F3-Parkplatzes ist kostenpflichtig. Foto: Dirk Herrmann

Fellbachs Erster Bürgermeister Johannes Berner bezeichnete die Parkgebühren seinerzeit als „moderat“. Die Tarife seien „bewusst defensiv kalkuliert, dass sie in der Wahrnehmung kaum ins Gewicht fallen“, so Berner. Die erste Stunde war kostenlos, jede weitere Stunde lag bei einem Euro mit dem maximalen Tagestarif von vier Euro.

Doch nun, knapp zwei Jahre später, steht eine Erhöhung an. Die Betriebsgesellschaft hat angekündigt, dass von diesem Montag, 1. Dezember, an neue Tarife fürs F3-Parkareal mit seinen 310 Stellplätzen gelten. Die erste Stunde bleibt kostenlos, jede weitere Stunde kommt auf 1,20 Euro. Maximaler Tagesbetrag: 4,80 Euro, also 80 Cent mehr als bisher.

Mit der Erhöhung der Parkgebühren gehe es „um eine faire Nutzung des zunehmend knappen Parkraums“, so die Betriebsgesellschaft in einer Mitteilung. „Gleichzeitig wird auch weiterhin in Nachhaltigkeit und Sicherheit investiert.“ Tobias Degout, seit Juni 2024 Geschäftsführer des F3, weist zudem darauf hin, dass man zwar die Parktarife erhöhe, jedoch die Preise im Bad selbst für 2026 „nicht anpassen“, sprich nicht erhöhen werde.

F3-Freibadbilanz 2025 leicht unter dem Durchschnitt

Palms positive Prognose von 2013 war jedenfalls kein Bauchplatscher. Im Jahr 2024 waren es nach Degouts Auskunft rund 490 000 Gäste. Die Freibadbilanz 2025 mit 62 000 Besucherinnen und Besuchern lag leicht unter dem Durchschnitt, eine Folge des außergewöhnlich schlechten Sommerwetters.

Dennoch ist Degout allgemein zufrieden. Angepeiltes Ziel sei stets etwa eine halbe Million Besucher pro Jahr, in diese Nähe dürfte man wohl auch bis Ende 2025 kommen.