Parteitag in Filderstadt Michael Theurer ist neuer FDP-Landeschef

Der Europaabgeordnete Michael Theurer ist neuer Vorsitzender der Südwest-FDP.  Foto: dpa 3 Bilder
Der Europaabgeordnete Michael Theurer ist neuer Vorsitzender der Südwest-FDP. Foto: dpa

Der Europaabgeordnete Michael Theurer ist neuer Vorsitzender der Südwest-FDP. Der 46-Jährige setzte sich am Samstag beim Parteitag in Filderstadt im zweiten Wahlgang knapp gegen Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke durch.  

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Filderstadt - Michael Theurer soll die Südwest-FDP als neuer Vorsitzender aus ihrer desolaten Lage führen. Der 46 Jahre alte Europaabgeordnete setzte sich am Samstag im zweiten Wahlgang knapp gegen Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke durch. Theurer ist somit Nachfolger von Birgit Homburger, die sich nach neuneinhalb Jahren Landesvorsitz ganz aus der Führungsriege zurückzieht. Die rund 400 Delegierten des Parteitags in Filderstadt wählten Rülke im Anschluss zu einem von insgesamt drei Vize-Vorsitzenden. Bis zum Samstagabend sollte der Landesvorstand komplett neu bestimmt werden.

Bei der Wahl machten es die Delegierten spannend: Im ersten Wahlgang gönnten sie keinem der ursprünglich vier Kandidaten die absolute Mehrheit. So wurde die Stichwahl nötig. Die beiden anderen Bewerber - der Unternehmensberater Hosam el Miniawy und der Kreisvorsitzende in Waldshut, Karsten Jung - schieden im ersten Wahlgang aus. Theurer setzte sich dann mit 50,64 Prozent durch. Rülke unterlag knapp mit 47,84 Prozent. Theurer bot Rülke daraufhin den Vize-Posten an. "Wir schaffen es zusammen. Wir packen es gemeinsam an", sagte er. Rülke wurde mit 93,49 Prozent zum Vize gewählt.

Die Partei neu aufstellen

Theurer hat nun die Aufgabe, die Partei in Baden-Württemberg nach dem schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl neu aufzustellen. Mit 6,2 Prozent hatte die Südwest-FDP bei der Bundestagswahl im Vergleich aller Landesverbände noch am besten abgeschnitten. Dies war jedoch das schlechteste Resultat bei einer Bundestagswahl, das die Liberalen in Baden-Württemberg je verzeichneten. Da die Partei bundesweit nur auf 4,8 Prozent kam, flog sie aus dem Bundestag.

Theurer sagte, nur gemeinsam könne die Partei den Neuanfang schaffen. "Die FDP muss im Stammland der Liberalen wieder zu alter Stärke finden. Nur mit einer starken Südwest-FDP wird 2017 die Rückkehr in den Bundestag gelingen." Er wolle die innerparteiliche Demokratie entwickeln und die Basis einbinden. "Führung und Basis tauschen sich aus." Die Europawahl im Mai sei die nächste Chance für die FDP zu zeigen, dass sie wieder da sei. Bei der Landtagswahl 2016 habe die Partei die Chance, in die Regierung zurückzukehren.

Zuvor hatten die Delegierten Birgit Homburger verabschiedet. Die Konstanzerin sprach der Partei Mut zu. Die Wahlniederlage könne der Anfang vom Wiederaufstieg der FDP werden, wenn die Partei es jetzt gemeinsam richtig mache. "Lassen wir uns nicht unterkriegen."

"Diese Zeit war nicht einfach"

Sie habe gerade in den letzten Jahren Manches eingesteckt und weggesteckt, räumte Homburger ein. "Diese Zeit war nicht einfach. Aber ich war am Ende stärker. Es hat mir trotz allem immer Spaß gemacht." Sie habe ständig gelesen, sie sei als Vorsitzende respektiert, aber nicht geliebt worden. "Es ist mir lieber so. Liebe ist ein flüchtiger Begleiter in der Politik. Respekt bleibt", sagte Homburger, die sich künftig an der FDP-Basis engagieren will.

Neben Rülke wählten die Delegierten el Miniawy und Judith Skudelny zu den Vize-Vorsitzenden. Neuer Generalsektretär ist der aus Baden stammende Bildungsexperte Patrick Meinhardt. Er löst somit Gabriele Heise ab. Schatzmeister bleibt Michael Link.

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