Parteitag in München Söder als CSU-Chef bestätigt

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Bayerns Ministerpräsident, Markus Söder, wird mit mehr als 91 Prozent als CSU-Chef wiedergewählt. Das Grummeln im Saal bleibt folgenlos.

Markus Söder (CSU), CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, bedankt sich auf dem CSU-Parteitag in der Olympiahalle für seine Wiederwahl zum Parteivorsitzenden. Foto: dpa/Matthias Balk
Markus Söder (CSU), CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, bedankt sich auf dem CSU-Parteitag in der Olympiahalle für seine Wiederwahl zum Parteivorsitzenden. Foto: dpa/Matthias Balk

München - Dass Markus Söder vom CSU-Parteitag in München als Parteichef wiedergewählt werden würde, daran bestand kein Zweifel. Die spannende Frage war nur, ob er die etwas zögerlichen 87,42 Prozent vom Januar übertreffen würde. Und es gelingt ihm: Zwar waren von 833 regulären Parteitagsdelegierten nur 761 angereist, von diesen beteiligten sich an der Vorsitzenden-Wahl nur 735. Diese aber statteten Söder für die nächsten beiden Jahre mit 91,34 Prozent der Stimmen aus.

Kritik am Umgang mit dem Thema Artenschutz

Dass es – trotz stehenden Applauses – auch Widerstände gab in der bayerischen Regierungspartei, das machte am Freitag – gegen die eher auf Jubel abzielenden Planungen der Regie – ein junger Delegierter aus Franken deutlich. Heftig kritisierte der JU-Politiker zum Beispiel, dass Söder dem Artenschutzbegehren vom Frühjahr dieses Jahres vollständig nachgegeben habe: „Wir dürfen uns nicht von gesellschaftlichen Strömungen treiben lassen“, rief der junge Mann in die Münchner Olympiahalle: „Da fehlte die Treue zu unseren eigenen Überzeugungen. Wir als CSU müssen unsere Linie durchsetzen!“

Schon bei Söders eigener, mehr als einstündiger Rede war aufgefallen, wie häufig er seinen innerparteilichen und allgemeinpolitischen Erneuerungskurs zu rechtfertigen bemüht war. „Wir müssen uns entwickeln, Schrittmacher sein, und nicht anderen hinterherlaufen.“ Söder verlangte Courage für Reformen und politische Führungsstärke: „Wem das in unserer Partei zu schnell geht, dem sage ich, das Tempo in der Politik wird nicht von uns gemacht.“ Es seien gesellschaftliche und sowohl innen- als auch außenpolitische Entwicklungen, die „den demokratischen Boden vibrieren lassen.“

Söder appelliert zu mehr Zusammenhalt

Auffallend häufig verlangte Söder, der schon seinen Aufstieg lieber im Alleingang bewerkstelligt hat und seine heutige Art zu Regieren als Einmann-Show betreibt, die CSU mögen „zusammenhalten“. Er wolle vorausgehen, sagte Söder zum Beispiel; „aber nur mit euch“.

Der Parteitag geht heute, Samstag, mit der Beratung des Leitantrags des Parteivorstands weiter. Zu den 75 Punkten gehören vor allem eine Förderung von Frauen und von jungen Leuten auf den verschiedenen Führungsebenen der Partei; so soll es Quoten geben – die allerdings von Kritikern, gerade unter den jungen Leuten, als zu starr abgelehnt werden.