Partnerschaft der Kirchengemeinden Bolivien ist Denkendorf ganz nah

Engagiert für den Austausch zwischen Denkendorf und Riberalta: Dieter und Nelly Schmid, Schwester Ciria und die zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Helga Bunk, (von links) vor der katholischen Kirche in Denkendorf. Foto: /Ulrike Rapp-Hirrlinger

Seit 25 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der katholischen Kirchengemeinde St. Johann Baptist in Denkendorf mit dem Vikariat Pando in Bolivien. Der wechselseitige Freiwilligendienst gehört zu den Säulen der Verbindung.

Zum Katholikentag kam der Bischof aus Bolivien angereist: Eugenio Coter aus Riberalta stattete jedoch nicht nur dem Treffen der Gläubigen in Stuttgart einen Besuch ab, sondern auch der katholischen Kirchengemeinde Denkendorf. Mit dem Ort im Tiefland von Bolivien verbindet die Denkendorfer eine Partnerschaft. Sie unterstützen das Vikariat, das mit dem „Centro Nuevos Horizontes“ eine Tagesstätte für Kinder mit Behinderungen sowie ein angeschlossenes Reha-Zentrum unterhält, mit jährlich bis zu 3000 Euro. Die Coronapandemie habe aber leider auch die Spenden zurückgehen lassen, sagt Dieter Schmid von der Arbeitsgruppe „Mission, Entwicklung, Eine Welt“, der für die Finanzen der Hilfe zur Selbsthilfe verantwortlich ist.

 

Mit dem Hausboot ins Umland

Während der Bischof nach zwei Tagen weiterreiste, nahm sich Schwester Ciria Catarina Mees länger Zeit, um sich mit den Verantwortlichen vor Ort auszutauschen. Sie ist die Mentorin der Freiwilligen, die die Kirchengemeinde seit 15 Jahren nach Riberalta entsendet. Dort sind sie im „Centro Nuevos Horizontes“ eingesetzt. Seit 2016 kommen zudem in jedem zweiten Jahr sogenannte „Reverse“-Freiwillige aus Riberalta nach Denkendorf. Auch für sie ist Schwester Ciria verantwortlich. Die Brasilianerin mit deutschen Vorfahren gehört dem Orden der Schwestern von der göttlichen Vorsehung an, der seinen Hauptsitz in Münster hat. Dort lernte sie auch Deutsch. In Riberalta kümmert sich die Ordensfrau um die jungen Menschen aus Denkendorf und umliegenden Orten, die ihren Freiwilligendienst leisten, steht ihnen bei Problemen, Heimweh oder Krankheit zur Seite. „Oft nehme ich sie auch mit in die Gemeinden im Umland“, erzählt sie. Das erweitert den Horizont.

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Zu Cirias Aufgabengebiet gehören rund 200 Gemeinden auf dem Land, zu denen sie sich unter anderem mit dem Hausboot aufmacht. Die Freiwilligen aus Deutschland nimmt sie als „offen, herzlich und engagiert“ wahr. „Sie kommen mit offenen Herzen, um etwas beizutragen, wollen mitarbeiten und das Leben der Menschen bei uns teilen.“ Nicht immer sei es einfach, Freiwillige zu finden, berichtet Helga Bunk, die zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Die Zahl der Bewerbungen sei schon vor der Pandemie zurückgegangen. Nicht jeder wolle sich für ein Jahr verpflichten. Doch im Herbst werden wieder zwei junge Frauen nach Riberalta aufbrechen. Und bereits Ende August erwarten die Denkendorfer Adid. Der 27-jährige Student aus Riberalta wird im katholischen Kindergarten St. Martin seinen Dienst absolvieren. Ein Problem sei es, Gastfamilien zu finden, sagt Bunk. Sie hofft, dass sich noch Gastgeber für den jungen Mann finden. Auch die bolivianischen Freiwilligen verändert der Aufenthalt in Deutschland: „Sie kommen ganz anders zurück, haben viel mehr Struktur im Leben“, sagt Schwester Ciria. Und sie stellten fest, dass auch in Deutschland nicht alle Menschen reich seien, sondern hier alles sehr viel Geld koste, ergänzt Bunk.

Unterrichtsmaterial und Rollstühle

Neben den Freiwilligen und der Hilfe für das Reha-Zentrum und die Kindertagesstätte unterstützt die katholische Kirchengemeinde das Vikariat in Riberalta unter anderem in der Erwachsenenbildung, durch die Finanzierung von Unterrichtsmaterial für Schülerinnen und Schüler, beim Kauf von Medikamenten und in Notfällen. Seit Kurzem sei auch die Beschaffung und Reparatur von Rollstühlen hinzugekommen, sagt Dieter Schmid. Ein wichtiges Standbein des Zentrums ist zudem das Angebot naturheilkundlicher Medizin. „Das kommt bei den Menschen gut an und ist vor allem für die Armen wichtig, weil die Behandlung nicht so teuer ist“, erklärt Schwester Ciria. Auch in diesem Bereich helfen die Denkendorfer Katholiken mit Geldspenden.

Gastgeber gesucht

Gastfamilien
 Für den jungen Mann, der im Spätsommer in Denkendorf erwartet wird, werden noch Gastfamilien gesucht. Wer den 27-Jährigen für einige Wochen oder Monate aufnehmen möchte, wendet sich an das Pfarrbüro unter Telefon 07 11/3 46 11 76.

Unterstützung
Wer die Partnerschaft der katholischen Kirchengemeinde unterstützen will, findet Informationen unter www.kath-kirche-denkendorf.de.

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