Partnerschaft mit Kinderhilfswerk Stuttgart ist Unicef-Kinderstadt

Von Wenke Böhm 

Jetzt ist es amtlich: Stuttgart ist die 20. Unicef-Kinderstadt. Mit ihren Unterschrift haben Jürgen Heraeus, Vorstandsvorsitzender von Unicef Deutschland, und OB Fritz Kuhn (Grüne) am Freitagmittag im Rathaus die Stadtpartnerschaft besiegelt.

Gute Laune beim Kinderfest  am Freitagnachmittag. Morgens hatte  Porsche-Vorstand Andreas Haffner (li.)   Jürgen Heraeus, Chef von Unicef Deutschland, symbolisch eine 100 000-Euro-Spende des Autobauers überreicht. OB Fritz Kuhn  freute sich mit. Foto: Lg/ Piechowski
Gute Laune beim Kinderfest am Freitagnachmittag. Morgens hatte Porsche-Vorstand Andreas Haffner (li.) Jürgen Heraeus, Chef von Unicef Deutschland, symbolisch eine 100 000-Euro-Spende des Autobauers überreicht. OB Fritz Kuhn freute sich mit. Foto: Lg/ Piechowski

Es ist amtlich: Stuttgart ist die 20. Unicef-Kinderstadt. Mit ihren Unterschriften haben Jürgen Heraeus, Vorstandsvorsitzender von Unicef Deutschland, und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) am Freitagmittag im Rathaus die Partnerschaft besiegelt. Bis November 2016 stehen die jungen Menschen verstärkt im Fokus - sowohl in der Landeshauptstadt selbst, als auch in internationalen Hilfsprojekten. Am Nachmittag wurde im Rathaus gefeiert.

„Wir steigen mit dem Kopf aber auch mit dem Herzen in diese Partnerschaft ein“, sagte Kuhn bei der Unterzeichnung. Sie passe sehr gut ins Kinderkonzept der Stadt. Heraeus wies darauf hin, dass man die Kooperation passender Weise am Internationalen Tag der Kinderrechte ins Rollen bringe. „Jetzt geht’s rund“, betonte er mehrfach, und nahm gleich den ersten Scheck über 100 000 Euro vom Automobilunternehmen Porsche entgegen.

Stuttgart ist Pate für drei Projekte

Vor Stuttgart waren unter anderem Hamburg, München, Berlin, Köln, Frankfurt, Karlsruhe und Erfurt Partnerstädte des Kinderhilfswerks. Die baden-württembergische Landeshauptstadt steht für folgende drei Projekte Pate: In der türkischen Provinz Mardin will das Kinderhilfswerk den vielen syrischen Flüchtlingskindern einen Schulbesuch ermöglichen. Menschen im ostafrikanischen Burundi sollen Geräte erhalten, mit denen Familien Strom und Licht erzeugen können. Zudem möchte Unicef ein Gesundheitsprojekt in den Slums der ägyptischen Hauptstadt und Stuttgarter Partnerstadt Kairo finanzieren. Das erklärte Spendenziel liegt bei 600 000 Euro, rund einem Euro pro Einwohner. „Das müssen wir schaffen“, sagte Kuhn. Neben Spendenkonto und Sammeldosen ist vorgesehen, dass möglichst viele Erlöse aus Stuttgarter Veranstaltungen direkt in die Hilfsprojekte fließen. Als Partner gemeldet haben sich bislang etwa die Veranstaltergesellschaft In.Stuttgart mit dem Weihnachtsmarkt sowie die Organisatoren des DEE-AOK Firmenlaufs, des Stuttgart-Laufs und des 24-Stunden-Laufs für Kinderrechte.

Willi Weitzel ist bei der Feier am Nachmittag dabei

Rund 300 Gäste feierten am Nachmittag die neue Kinderstadt, darunter auch viele Schüler aus Stuttgart und Umgebung. Die neunjährigen Kinderreporter Carl und Maxim interviewten die Erwachsenen zur Partnerschaft. Man wolle „die Kinderrechte in Stuttgart stärken und überall auf der Welt“, sagte Kuhn. Die Möglichkeit der Partnerschaft sei „sautoll“. Anschließend erklärte Moderator und Pate Willi Weitzel die Hilfsprojekte, bevor die jungen Besucher afrikanische Speisen probieren und arabische Buchstaben auf Stofftaschen malen durften. Im Rahmen der Partnerschaft planen Stuttgarter Offizielle für April einen Besuch in Mardin. Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland, lobte die Partnerstadt bereits vor dem Auftakt: „Aus Sicht von Unicef fügt es sich gut, dass der Gemeinderat erst kürzlich die Konzeption „Kinderfreundliches Stuttgart 2015-2020“ einstimmig beschlossen hat. Da kommen in den nächsten Monaten das Engagement für Kinder in der Welt und die Weiterentwicklung einer kinderfreundlichen Stadt auf ideale Art und Weise zusammen.“