Partnerstadt von Stuttgart Ein Platz für St. Helens zum 75. Geburtstag

Bürgermeisterin Fezer (rechts) weiht den Platz im Neckarpark ein. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski

Noch braucht man Fantasie, aber irgendwann wird der St. Helens-Platz einer der schönsten Plätze der Stadt. Glaubt Bürgermeisterin Fezer.

„Das ist ein besonderer und wichtiger Platz“, hat Bürgermeisterin Isabel Fezer am Freitagnachmittag mitten im Quartier Neckarpark, das gerade erst langsam entsteht, erklärt. „Man sieht es noch nicht so richtig, man braucht ein bisschen Fantasie.“ Die am Donnerstag in Stuttgart eingetroffene Delegation aus der englischen Partnerstadt St. Helens hat diese – und beklatscht die Enthüllung des Schildes mit der Aufschrift „St. Helens-Platz“ fröhlich.

 

Eine der ältesten Partnerschaften

Schon seit 75 Jahren sind die baden-württembergische Landeshauptstadt und die 100 000-Einwohner-Stadt im Nordwesten Englands zwischen Liverpool und Manchester Städtepartner. Entstanden ist die Verbindung nur drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und ist damit durchaus geschichtsträchtig. Sie war die erste Partnerschaft Stuttgarts – und gehört zu den zehn ersten Städtepartnerschaften, die weltweit eingegangen wurden.

Stuttgart ist in St. Helens gut sichtbar. Zum 60-jährigen Bestehen der Partnerschaft schenkte die Landeshauptstadt ihren englischen Freunden einen gemeinsam geplanten Stuttgart-Garten mit Stuttgarter Rössle, Weinreben, Travertin und Sandstein. Er ist direkt neben der „World of Glass“, einem Museum, das sich ausgehend von der Glasindustrie mit der Geschichte St. Helens beschäftigt. Außerdem gibt es ein großes Stuttgart-Wappen bei einem Einkaufszentrum.

Umgekehrt verweisen in Stuttgart ein Wappen am Rathaus und das Partnerschaftsmosaik auf der Königstraße auf die englische Partnerstadt. Zudem verbindet der St. Helens-Steg auf dem Killesberg den Höhenpark mit dem Wartberg. Und schließlich ist in der Stuttgarter Jugendherberge ein Raum nach St. Helens benannt.

Und jetzt also ein ganzer Platz, der noch nicht so richtig Platz sein kann, aber laut der Bürgermeisterin für Jugend und Bildung eine große Zukunft vor sich hat. Er liegt direkt an der schon sichtbaren großen Promenade im Quartier und bietet freien Blick auf die Grabkapelle. „Das wird einer der schönsten und prominentesten Plätze Stuttgarts”, prophezeite Isabel Fezer. Eigentlich hatte Baubürgermeister Peter Pätzold auch dabei sein wollen, er ist aber an Covid erkrankt. Bad Cannstatts Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler wäre auch beinahe verhindert gewesen, hat es dann aber – ziemlich lädiert nach einem Radunfall – doch geschafft.

Abends dann ins Stadion

Die englische Delegation lernte den Neckarpark anschließend intensiv kennen, erst durch eine fachkundige Führung mit Stadtplanern, dann beim Besuch des Volksfestes. Und für abends war noch ein Besuch des Heimspiels des VfB Stuttgart im Stadion geplant, gar nicht weit vom St. Helens-Platz entfernt. Die Fußball-Fachleute unter den Gästen könnten dabei eine weitere Gemeinsamkeit entdecken. Im Jahr 1948, also als die Städtepartnerschaft begann, wurde der Deutsche Bert Trautmann Torwart des Fußballclubs St. Helens Town AFC. Nur ein Jahr später wechselte er zu Manchester City – und wurde berühmt. Bis heute wurden nur zwei deutsche Fußballer in England zum „Fußballer des Jahres“ gewählt: Trautmann – und Jürgen Klinsmann.

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