Party in Renningen Guggenmusik geht nicht nur zur Fasnet ab

Von Ute Jenschur 

Die Sotanos Summer-Night steht ganz im Zeichen von Pauken und Trompeten und ist ein voller Erfolg.

Was für eine Party: Die Guggenmusiker von Sotanos lassen es auch im Sommer richtig krachen. Foto: factum
Was für eine Party: Die Guggenmusiker von Sotanos lassen es auch im Sommer richtig krachen. Foto: factum

Renningen - Wer bei Guggenmusik nur an Fasnet denkt, der liegt völlig falsch. „Das ganze Jahr über gibt es Guggentreffen oder wir spielen bei privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Partys“, erzählt Monika Deeg, 1. Vorstand bei den Renninger Sotanos. Rund 50 Veranstaltungen sind es im Jahr, nur die Hälfte davon in der Fasnetszeit.

Seit etlichen Jahren laden die Renninger Guggen befreundete Vereine zu ihrer Summer-Night ein, früher im Ochsen, bis der Platz dort nicht mehr ausreichte. Seit vier Jahren wird an der Bergwaldhalle abgefeiert. Schon am frühen Abend pilgern die Gäste zu Fuß über die Brücke hoch zum Bergwald, rund 500 sind es insgesamt. Die Autos müssen alle unten stehenbleiben. Bei wunderbarem Frühsommerwetter lässt sich dort bestens Party machen. Manche suchen sich ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen, andere genießen die Sonne und viele bleiben in der überdachten Halle. Dort zeigen insgesamt sechs Guggenbands, was sie draufhaben.

Auch die Nachbarn können rocken

Den Auftakt machen die Nachbarn aus Weil der Stadt. Sie sind zwar nur zu acht an diesem Abend, aber die Granade Brass Band rockt gleich zum Auftakt lautstark die Bergwaldhalle. Die Stimmung ist von Anfang an locker, die Gäste sind gut drauf. Der Abend steht ganz im Zeichen von Pauken und Trompeten, Saxofon, Sousafon und Schlagwagen.

Sogar aus der Schweiz sind sie eigens zum Event angereist, als Höhepunkt des Abends spielen die Löli Tuuter aus der Nähe von Kreuzlingen. „Wir waren im Februar dort bei deren Guggenparty und jetzt sind sie zum Gegenbesuch gekommen,“ freut sich Monika Deeg. Außerdem mit dabei sind die Albgoischda aus Hagenbach in der Pfalz, die Sulmanafetza aus   Neckarsulm, die Langhoorguggis aus Dachtel und die Blechschlüpfer aus Uhingen. „Unser Name hat übrigens nichts mit Unterwäsche zu tun, auch wenn das viele denken, die den Namen das erste Mal hören. Wir schlüpfen sozusagen in unsere Instrumente hinein“, erklärt der musika­lische Leiter, Michael Sach. Die Blechschlüpfer waren bereits bei der ersten Summer-Night mit dabei und sind schon lange mit den Sotanos befreundet. „Wir spielen alle Lieder auswendig, da kann schon mal ein schräger Ton mit dabei sein, das kennt man von den Guggen.“

Schräg? Von wegen!

Das sehen die Sotanos anders: „Wir spielen nicht schräg“, erklärt Monika Deeg. „Wir sind eher eine Big Band, eine Brass Band“. Drei Pauken spielen bei ihnen auf, drei Schlagwagen sind mit dabei, der Rest sind Bläser.

Schade nur, dass die Bands nicht in ihren Kostümen auftreten, da ja keine Faschingszeit ist, denn auch die Optik trägt ja zum Erfolg der Guggenmusik bei. Das ist den Gästen an diesem Abend egal, sie wollen einfach bei Rock und Pop abfeiern.

Beim Essen lassen sich die Sotanos immer etwas Besonderes einfallen, das ist der Vorsitzenden wichtig. Diesmal gibt es ganz neu einen Falafel-Burger mit von ihr selbstgemachter Chilisauce oder Joghurt-Minz-Sauce. Auch die Guggenlocken aus neuen Kartoffeln mit hausgemachtem Tsatsiki kommen beim Publikum gut an.

Viele helfende Hände

Damit alles reibungslos funktioniert, braucht es viele Ehrenamtliche und da helfen sich die einheimischen Vereine gegenseitig. Die Leonberger Waldhexen bedienen das Geschirrmobil, die Rutesheimer Gumpa Hexa stehen an der Getränke- und Essenausgabe und die neuen Renninger Schdoibruch-Hexa helfen beim Abbau. „Das hilft uns richtig viel“, freut sich die 1. Vorsitzende. „Vieles läuft auf Gegenseitigkeit. Dafür, dass wir im Vereinsheim des Musikvereins proben dürfen, helfen wir zum Beispiel bei deren Kirchplatzfest mit“, erzählt sie.

Seit 2006 gibt es die Renninger Sotanos. 35 Musiker spielen aktiv mit, über 90 Mitglieder sind es insgesamt. Mitspieler sind immer gesucht, vor allem für Trompete, Posaune und Tenorhorn. „Und eine Pauke wäre auch noch gut. Wer Lust hat, kann gerne vorbeischauen, wenn wir proben, immer montags ab 20.30 Uhr im Vereinsheim des Musikvereins“. Ausbildung an den Instrumenten gibt es allerdings nicht bei den Sotanos, wer mitspielen will, sollte zumindest Grundkenntnisse haben, Noten lesen können und über 18 Jahre alt sein.