ExklusivPartygäste sind sauer Chaos bei Festival Day-and-Night

Von Markus Merz 

Das Day-and-Night-Festival im Stuttgarter Bosch-Areal hat für viel Aufregung gesorgt. Diverse Besucher der Party verlangen ihr Geld zurück.

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Stuttgart - Wütende Partygäste, ein Sturm der Entrüstung im Internet und diverse Geld-zurück-Forderungen: Das Day-and-Night-Festival im Stuttgarter Bosch-Areal hat am Samstag für große Verärgerung unter den Besuchern gesorgt.

Eigentlich wollten die Gäste bei mauen Temperaturen Technogrößen wie Chris Liebing, Ellen Alien, Stephan Bodzin vs. Marc Romboy, Dominik Eulberg, Andre Galuzzi, Butch, Lützenkirchen und Phil Fuldner sowie einige lokale DJs hören, gekrönt mit Live-Acts von Extrawelt und Kollektiv Turmstraße.

Doch aus der erhofften langen Partynacht mit Zutritt in Clubs wie "The Paris", "Mash" oder "Lehmann" ist für viele der Besucher nichts geworden. "Schon um ein Uhr morgens ging im Lehmann gar nichts mehr", sagt Nico Ewald, der extra aus Albstadt nach Stuttgart gekommen war und letztlich nicht einen einzigen DJ zu sehen bekam.

Türsteher sollen handgreiflich geworden sein

Die Schilderungen von Nico Ewald teilen viele der Besucher in einer eigens eingerichten Gruppe in Facebook. Vom "schlechtesten Event aller Zeiten" ist dort zu lesen. Hauptsächlich beklagen sich die Partygäste aber über die zu engen Zugangsmöglichkeiten zu den Clubs und das ebenfalls zu dichte Gedränge im Bosch-Areal selbst.

 

"Es war eine Veranstaltung des Grauens", findet Nadine Müller. Partyspaß fühlt sich anders an. Zumal auch die Beschwerden über die Türsteher einzelner Lokalitäten nicht abreißen. Übereinstimmend berichten Nico Ewald und die anderen Besucher des Day-and-Night-Festivals, dass Türsteher handgreiflich geworden seien.

"Außerdem haben die Türsteher Geld dafür verlangt, dass sie uns reinlassen. Dabei hatten wir ja alle ein Bändchen", sagt Nico Ewald. Für das Bändchen, das Einlass in Clubs und Bars des Bosch-Areals gewähren sollte, mussten die Partygäste im Vorfeld 30 Euro berappen. Und fordern nun in Facebook und via E-Mails an den Veranstalter das Geld zurück.

Wohl zu viele verkaufte Karten

Eine erste Stellungnahme zu den Vorfällen gab es am Montagvormittag via Facebook.

Mittlerweile hat auch der Organisator in Person von Michael Maier eine erste Stellungnahme gegenüber der Stuttgarter Zeitung abgegeben, weshalb das Fest ein Stück weit aus dem Ruder gelaufen ist: "Es gab Probleme, Probleme beim Einlass. Eigentlich wollten wir das große Warten verhindern, haben dies aber nicht mehr geschafft. Natürlich hätten wir das Bosch-Areal gerne eingezäunt, haben dafür aber keine Genehmigung bekommen. Mit einem Zaun hätten wir viele Probleme lösen können."

Außerdem hat Michael Maier nun erste Zahlen genannt, was die Besucher im Bosch-Areal anbelangt. Demnach dürften es etwa 4000 Partygäste gewesen sein. Wie viele das Ordnungsamt im Vorfeld genehmigt hatte, ist derzeit noch nicht bekannt.

Doch scheint offenkundig zu sein, dass die Eventplaner von Partysan, einem Magazin für Nachtleben und elektronische Musik, viel zu viele Karten für das Festival verkauft hatten - auch wenn es am Tag der Veranstaltung selbst gar keine Karten mehr gab.

"Wenn voll ist, dann ist voll"

Nicht anders handeln die Verantwortlichen der beteiligten Clubs. Sowohl beim Mash als auch Lehmann verweist man auf den Veranstalter, lässt aber dann doch durchklingen, dass die Türsteher korrekt gehandelt haben sollen und die Gäste es einfach nachvollziehen müssen, dass manche Clubs zu einer gewissen Uhrzeit voll sind.

"Wenn bei uns voll ist, dann ist voll", sagt Sebastian Simon vom Club Lehmann und verteidigt auch gleich noch das Club-eigene Sicherheitssystem: "Der Großteil der Sicherheitskräfte vor Ort waren von einer vom Veranstalter gebuchten Security-Firma. Damit haben unsere Leute also nichts zu tun."

Ohnehin weiß das Polizeipräsidium Stuttgart von keinen größeren Vorfällen am Samstag im Bosch-Areal. Was aber nicht ausschließt, dass es kleinere Reibereien gegeben hat. Einzig eine Massenpanik und eine Massenschlägerei könne ausgeschlossen werden.

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