InterviewPartyreihe „Catch a Fire“ in Stuttgart „Das ist eine Familie“

John Jallow zeichnet für die Reihe „Benztown Catch a Fire“ verantwortlich. Foto: Veranstalter
John Jallow zeichnet für die Reihe „Benztown Catch a Fire“ verantwortlich. Foto: Veranstalter

Am Samstag findet die Veranstaltung „Catch a Fire“ mit Jan Delay, Bausa, Gzuz und anderen in Stuttgart statt. Wie verwandelt man eine Partyreihe in ein Klassentreffen der Hip-Hop-Elite? Mit scharfem afrikanischem Essen, erklärt Veranstalter John Jallow.

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Stuttgart - Am Samstag findet die Veranstaltung „Catch a Fire“ mit Jan Delay, Bausa, Gzuz und anderen in Stuttgart statt. Veranstalter John Jallow
erklärt im Interview, welche Rolle scharfes afrikanisches Essen für den deutschen Hip-Hop spielt.

Herr Jallow, Ihre Partyreihe „Benztown Catch a Fire“ ist ein Klassentreffen der Hip-Hop-Elite. Wie konnte es soweit kommen?

Für mich ist das eine Familie. Die meisten, die sich bei mir treffen, sind privat befreundet. Es wird zusammen gegessen, wir haben einfach Spaß.

Bei der Party am Samstag ist mit Jan Delay oder Afrob die alte Schule und mit Bausa oder Gzuz die neue Schule vertreten. Wie harmonieren die miteinander?

Das funktioniert, weil „Catch a Fire“ ein Konzert mit Jam-Session-Charakter ist. Wir treffen uns zwei Stunden vorher, das ist Teamplay, jeder ist willkommen

Die Reihe geht in ihre 16. Runde. Wie hat alles angefangen ?

In den ersten zehn Jahren habe ich für die Jungs immer afrikanisch gekocht. Es gab typisch westafrikanische Gerichte: gebratenen Reis, Kochbananen, Maniok, Süßkartoffeln. Meistens wollten die Hähnchen essen und immer scharf. Die Jungs kommen nicht wegen des Geldes, sondern wegen der gegenseitigen Sympathie.

„Catch a Fire“ gibt es nicht nur in Stuttgart, sondern auch in anderen Städten. Funktioniert das auch anderswo?

Ja, das funktioniert. Mein größtes Problem ist aber der Gebietsschutz, die Tatsache, dass man nicht jeden Künstler in jede Stadt buchen darf, deswegen bin ich meistens im Süden unterwegs. Mein Traum ist aber, eine „Catch a Fire“-Veranstaltung in Hamburg zu machen – von dort kommen viele meiner Künstler her.

2017 war Hip-Hop in den USA den Verkaufszahlen nach erstmals erfolgreicher als Rock. Spürt man das auch in Deutschland?

Oh ja, sogar sehr. Ich selbst komme ursprünglich von einem Reggae-Soundsystem. Ich höre aber auch viel deutschen Hip-Hop. Was bei „Catch a Fire“ läuft, ist das, was ich mag. Aus Stuttgart gefallen mir die aktuellen Künstler wie Cro, Rin, Bausa, Dardan oder Nimo sehr. Außerdem liebe ich diesen neuen Jugglerz-Sound.

Filmvorführung: Die Hip-Hop-Jam „Benztown Catch a Fire“ findet am Samstag, 3. November ab 20 Uhr in der Carl-Benz-Arena in Bad Cannstatt statt. Bei der Veranstaltung zeigen Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten ihren Film „Willkommen in der Mutterstadt“, der auf der gleichnamigen Multimedia-Reportage basiert, zu finden unter www.stuttgarter-zeitung.de/mutterstadt.




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