Wegen Überfüllung geschlossen: Ein ICE nach Dortmund hatte seine Endstation schon in Stuttgart. Die Fahrgäste mussten sich neue Verbindungen suchen – ausgerechnet in der Hauptreisezeit.

Familie, Zusammenleben und Bildung: Julika Wolf (jwo)

Stuttgart - Wer hat das nicht schon einmal erlebt: Die Ferien sind endlich da, die Koffer gepackt, die Vorfreude groß. Man hat es sogar pünktlich zum Bahnhof geschafft – und dann fällt der Zug aus. Solche Eskapaden sind in der Hauptreisezeit sowieso schon ärgerlich. Wenn Passagiere aber bereits im Zug sitzen und ihn dann wieder verlassen müssen, weil er ausfällt, dann ist die Urlaubsstimmung bei vielen Fahrgästen wirklich im Eimer.

 

So ist es am Donnerstagnachmittag einigen Reisenden am Stuttgarter Hauptbahnhof ergangen. Dort hieß es für einen Intercity-Express (ICE) auf dem Weg nach Dortmund plötzlich: Endstation. Grund dafür waren zu viele Fahrgäste. Das Zugpersonal hatte zuvor versucht, Mitreisende durch Gutscheine dazu zu bringen, den Zug zu verlassen und einen späteren zu nehmen – vergeblich. Nach mehr als einer Stunde mussten die Passagiere den Zug dann komplett räumen. Er fuhr ins Depot, die Fahrplanauskunft auf der Navigator-App und der DB-Website gab an: Zug entfällt.

Ein Zugteil zu wenig wegen technischer Störung

„Der ICE war wegen einer technischen Störung nur mit einem Zugteil unterwegs, und nicht wie geplant mit zwei“, sagte ein Sprecher der Bahn. Der eine Zugteil reichte nicht aus für die rund 700 Passagiere, die mit dem Zug fahren wollten. Da sich keine Fahrgäste fanden, die den Zug freiwillig verlassen wollten, ergab sich eine zu große Verspätung. Es sei unmöglich gewesen, die verlorene Zeit bis Dortmund wieder einzuholen., sagt die Bahn. Solche Fälle kommen ab und zu vor, besonders ärgerlich seien sie in der ohnehin überfüllten Ferienzeit. „Da können wir uns nur bei den Fahrgästen entschuldigen“, sagte der Sprecher. Es sei in dem vollen Zug aber nicht mehr garantiert gewesen, dass die Reisenden sicher ans Ziel kommen – weil zum Beispiel Rettungswege fehlten. Daher falle in diesen Situationen oft die Entscheidung, den Zug ganz zu räumen.

In diesen Fällen können die Reisenden auf alle Züge zugreifen, die sie an ihr Ziel führen. „Es ist ja in unserem System zu erkennen, dass der Zug ausgefallen ist“, sagte der Bahnsprecher. Außerdem gebe es in der Navigator-App der Deutschen Bahn die Möglichkeit, die Auslastung der Züge einzusehen. Es sei empfehlenswert, an besonders vollen Tagen einen Blick darauf zu werfen.