Als erstes Institut seiner Größe in Deutschland hat die Pathologie am Klinikum Stuttgart die Befunderstellung vollständig digitalisiert – für mehr Sicherheit, Effizienz und neue Arbeitsmodelle.

Im Institut für Pathologie im Klinikum Stuttgart werden jährlich über 28.000 Gewebeproben untersucht. Diese werden seit etwa einem Jahr vollständig digital erfasst und verarbeitet. Unterstützt wurde das Klinikum Stuttgart bei dieser Entwicklung von der Eva Mayr-Stihl-Stiftung. Neben spürbaren Arbeitserleichterungen bedeuten die neuen Prozesse zugleich eine erhebliche Zunahme der Sicherheit für die Patientinnen und Patienten. Eine Verwechslung von Proben innerhalb des Arbeitsprozesses ist mit den neuen Abläufen nahezu ausgeschlossen.

 

Home-Office für Pathologen dank digitalem Code

Deutschlandweit ist das Institut für Pathologie im Klinikum Stuttgart die erste Einrichtung ihrer Art und Größe, welche den Prozess der Befunderstellung nun schon seit zwei Jahren vollständig digitalisiert hat. Dabei erhält jede Gewebeprobe einen Code, der sie dauerhaft begleitet. Bei jedem Arbeitsschritt wird dieser Code gescannt und abgeglichen. Ein Roboter scannt die aufbereiteten Schnitte und lagert diese ein.

Das befundende Team aus Pathologinnen und Pathologen erhält die Akte mit den Aufnahmen direkt auf den Bildschirm und kann diese von allen Orten der Welt analysieren. Privatdozent Matthias Dettmer, Ärztlicher Direktor des Instituts für Pathologie zeigt sich begeistert: „In den meisten Bereichen benötigen wir für unsere Arbeit keine Mikroskope mehr. Das ist eine Revolution in der Pathologie. Das System ermöglicht jetzt sogar Home-Office für Pathologen. Auf dem sehr angespannten Arbeitsmarkt ist das ein nicht zu unterschätzendes Argument.“

Zeitnahe Ergebnisse ermöglichen flexible Maßnahmen

Ergebnisse diagnostischer Befundungen von Gewebeproben (Biopsien) liefert die Pathologie im Klinikum Stuttgart routinemäßig innerhalb von 24 Stunden. Bei sogenannten Schnellschnitten, bei denen die Befundung während einer laufenden Operation erfolgt, liegt das Ergebnis bereits 15 Minuten nach Probeneingang vor. So kann die Pathologie dem Operationsteam noch während der Operation, zum Beispiel bei einer Tumoroperation, eine Rückmeldung zum Untersuchungsergebnis mitteilen. Daraus leitet das Operationsteam dann die weiteren Maßnahmen ab.

Eine Investition die sich lohnt

Insgesamt hat das Klinikum Stuttgart knapp eine Millionen Euro in das System investiert. Eine enorme Investition, die sich aber auszahlen wird, unter anderem durch noch mehr Sicherheit für die Patienten, insbesondere in der Krebsmedizin, effizientere Prozesse und eine höhere Arbeitgeberattraktivität. Dettmer: „Ich danke der Eva Mayr-Stihl-Stiftung, die durch ihre großzügige Förderung diese Investition möglich gemacht hat.“ Die molekulare Pathologie spielt bei der Etablierung der personalisierten Krebsmedizin eine zentrale Rolle. So werden Tumorproben von Patienten mittels hoch moderner Sequenziergeräte analysiert, was anschließend Grundlage für die weitere, individuelle Therapie des Patienten ist.

Weitere Informationen zur Pathologie und zur Behandlung von Krebspatienten finden Interessierte auf der Website des Klinikums Stuttgart.