Paukenschlag zur Wahl in Leonberg Kreistag: Schmid drinnen, Cohn draußen

Die seit einem Jahr zwangsbeurlaubte Stellvertreterin Josefa Schmid (FDP). Foto: privat

Der Leonberger OB schafft den Einzug nicht, seine kaltgestellte Vize hingegen schon. Auch der Baubürgermeister Brenner gehört künftig dem Kreisgremium an.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Paukenschlag bei der Wahl zum Böblinger Kreistag: Im Wahlkreis Leonberg verfehlt der Leonberger Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD) den Einzug in den Kreistag, seine seit einem Jahr zwangsbeurlaubte Stellvertreterin Josefa Schmid (FDP) und der Baubürgermeister Klaus Brenner (Freie Wähler) gehören hingegen dem künftigen Gremium an.

 

Die Freien Wähler bleiben auch im Wahlkreis Stadt Leonberg stärkste Kraft (21,77 Prozent), knapp gefolgt von der CDU (21,61). Die Grüne holen 15,3 Prozent, die SPD 12,36, die AfD 9,94, die FDP 8,41 und die Wählerliste SALZ 6,74. Das Duo Volt-ÖDP bekommt 2,2, die Linke 1,5 Prozentpunkte.

Für die Freien Wähler bleibt Joachim Quendt im Kreistag. Der frühere Chefarzt der Gefäßchirurgie im Krankenhaus Leonberg holt 7798 Stimmen (19,6 Prozent). Der Baubürgermeister Klaus Brenner kann 6498 Voten für sich verbuchen (16,3).

Den Einzug mit 6051 Stimmen (15,2) knapp verpasst hat Werner Metz, der bei den Freien Wählern auf Platz 3 kandidiert hatte. Der Kardiologe aus Leonberg hatte sich in den vergangenen Jahren in der Diskussion um die Zukunft des Klinikverbundes stark profiliert.

Elke Stubach und Werner Metz schaffen es nicht

Für die CDU wieder dabei ist Ulrich Vonderheid. Der frühere Finanzbürgermeister von Leonberg holt 7358 Stimmen (18,64 Prozent). Gerhard Schwarz, ein in Leonberg bekannter Unternehmer, bekommt 5487 Voten (13,9). Die langjährige CDU-Fraktionsvorsitzende im Leonberger Gemeinderat, Elke Staubach, die auf Listenplatz 3 angetreten war, kann im Kreistag ihre politische Laufbahn nicht fortsetzen.

Die Grünen sind weiterhin mit Angie Weber-Streibl präsent, die 5022 Stimmen (17,8 Prozent) bekommen hat. Günther Wöhler hält für die Leonberger SPD die Fahne im Kreistag hoch. Der Mediziner erhält 6369 Stimmen (28,2 Prozent). Das Nachsehen hat Martin Georg Cohn. Dem auf Platz 3 kandidierenden Oberbürgermeister gelingt es zwar, sich auf den zweiten Rang zu verbessern. Doch die 2491 Stimmen (11 Prozent) reichen für den Einzug ins Kreisparlament nicht aus.

Freude bei Schmid und Brenner

Sehr knapp das interne Ergebnis bei der FDP: Die Wählerinnen und Wähler hieven Josefa Schmid mit 2690 Voten (17,5 Prozent) von Listenplatz zwei an die Spitze. Dem Routinier Dieter Maurmaier (2564 Voten, 16,6 Prozent) fehlen 126 Einzelstimmen zum Sieg. Der langjährige Stadt- und Kreisrat muss der Ersten Bürgermeisterin den Einzug in den Kreistag überlassen.

Neu ist Thomas Hartung von der AfD, der 4402 Stimmen (24,2 Prozent) erhält. Frank Albrecht von der Wählerliste SALZ reichen 2402 Stimmen (19,5), um erneut in den Kreistag einzuziehen.

Josefa Schmid wollte ihre Freude nicht verhehlen. „Angesichts des Ampel-Negativtrends für die FDP hatte ich nicht wirklich mit meiner Wahl gerechnet, zumal wir ja mit Professor Dieter Maurmaier einen hervorragenden Spitzenkandidaten hatten“, sagte sie nachdem das Ergebnis am Dienstagnachmittag vorgelegen hatte. „Ich freue mich total und danke meinen Wählerinnen und Wählern für den großen Vertrauensbeweis.“

Im Kreistag selbst will Schmid die Erfahrungen aus ihrer bayrischen Heimat einbringen, um den Tourismus in den Region Leonberg, aber auch im ganzen Landkreis anzukurbeln: „Wir haben viel zu bieten, da werden längst nicht alle Potenziale genutzt.“

Kämpferisch gab sich die von OB Cohn zwangsbeurlaubte Erste Bürgermeisterin mit Blick auf ihren angestrebten Wiedereinzug ins Rathaus: „Ich lasse das gegen mich ausgesprochene Dienstverbot vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart auf seine Rechtmäßigkeit überprüfen und hoffe auf eine schnelle Entscheidung.“

Klaus Brenner nahm seinen Einzug ins Kreisparlament zufrieden zur Kenntnis: „Wenn man kandidiert möchte man natürlich auch Erfolg haben“, sagte der Leonberger Baubürgermeister. „Mit meiner Expertise möchte ich zur Belebung der städtebaulichen Diskussionen im Kreistag beitragen.“ Dass der langjährige Kreisrat Werner Metz das Nachsehen hat, bedauerte Brenner: „Wir hatten drei hervorragende Kandidaten.“

Martin Cohn war zur Wahl nicht präsent. Er ist bis zum 21. Juni krankgeschrieben.

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