Paul Rebmann ist im Gedächtnis vieler geblieben Ein Luftikus und Pfiffikus

Von Arnold Einholz 

Paul Rebmann war der Begründer einer Schaustellertradition

Das alte Foto zeigt das Ehepaar Paul und Marie Rebmann. Foto: factum/Simon Granville
Das alte Foto zeigt das Ehepaar Paul und Marie Rebmann. Foto: factum/Simon Granville

Leonberg/ Gerlingen - Wenn dia Häuser am Bruckeabach verzähla köntet“, schreibt der Lokalhistoriker Konrad Fröschle in seinen „Eltinger Geschichten“. Hier am Bruckenbach, in der Hintergasse, am Kirchbach und in der Vorstadt waren die Originale dichter gesät als etwa in der Hauptstraße, wo mitunter der Standesdünkel bewirkte, mehr auf sich zu halten.

Verwandt mit dem Missionar

Oben am Bruckenbach wohnte in einem kleinen Häusle der Paul Rebmann mit seiner Marie, weiß Fröschle. Das heißt wenn sie da waren. Denn Rebmann war Schausteller und mit seinen zwei Karussellen ständig unterwegs. „Der Paule, ein quicklebendiger, kleiner Mann stammte aus Gerlingen“, weiß der Eltinger Fröschle. Er habe manchmal stolz seine Verwandtschaft zum Missionar Johann Rebmann erwähnt, dem Entdecker des Kilimandscharo. „Wenn i so fromm wäre, wie mei Missionar, dann müast ganz Gerlinga Korntal heißa“, pflegte er zu sagen.

Sonst hatten beide Rebmanns wohl nicht viel gemeinsam. Der Paul Rebmann sei mehr ein Luftikus und Pfiffikus gewesen, wie sich das für Leute des fahrenden Gewerbes gehört, meint Konrad Fröschle. Wenn die Autohupe nicht funktionierte habe er beim Fahren die Scheibe runtergekurbelt und gerufen: „Presse! Presse!“

Abenteuerliches Unterfangen

Zu dem Leonberger Bürgermeister und späteren Oberbürgermeister Otto Rexer, der von 1953 bis 1969 im Amt war und dem Eltinger Carl Schmincke folgte, sagte Paul Rebmann einmal: „Oh Herr, Sie sind ein Seckel!“ Eine besondere Zuneigung und manche zuweilen etwas schräge Behandlung galt seinem ständigen Begleiter, dem Hund „Fipsle“.

Geradezu abenteuerlich und zuweilen selbstmörderisch ging es manchmal im Fahrgeschäft zu, weiß Konrad Fröschle zu berichten. Ein Zuber voller Wasser wurde für das Karussell als elektrischer Widerstand benutzt. Ein Helfer regelte durch das Eintauchen beziehungsweise das Herausziehen einer Eisenstange, die unter Strom stand, die Geschwindigkeit an Paul Rebmanns Kettenkarussell.




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