Paulinenhof in Winnenden Therapeuten mit langen Ohren

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Die Esel Sparky und Apollo 13 verstärken das Team der Therapie-Tiere auf dem Paulinenhof. Christian Janke und Steffen Degendörfer haben für ihren Kauf gesammelt.

Winnenden - Kaum sind Steffen Degendörfer und Christian Janke in Sichtweite der Koppel, beginnt das Freudengeschrei. Apollo 13 streckt den Hals und den Kopf in die Höhe und gibt alles. Das markante Eselsgeschrei hallt durch den Paulinenhof und seine Umgebung am Ortsrand des Winnender Teilorts Hertmannsweiler. „Das ist pure Freude“, sagt Carolina Fischer, die neue Chefin des Bauernhofes, der zur Winnender Paulinenpflege zählt. Kein Wunder, denn die beiden jungen Beschäftigten des Paulinenhofs haben die beiden Esel nicht nur sehr gern, sie haben auch tatkräftig dafür gesorgt, dass sie nach Winnenden kommen konnten. „Wir haben die beiden Esel von dem Verein Global Chance for Animals gekauft“, sagt Carolina Fischer. Jener hatte Sparky und Apollo 13 vor dem Schlachter gerettet.

Die beiden Esel standen schon im Schlachthof

Auf dem Paulinenhof klaffte schon lange eine Lücke. „Vor zwei Jahren ist Bobby gestorben“, sagt Christian Janke. Über den Tod des Esels waren nicht nur die Bewohner des Paulinenhofes betrübt, auch Eselfrau Leika war todtraurig über den Verlust, denn nun war sie der einzige Esel auf dem Gelände des Paulinenhofes. Gesellschaft musste her, das war allen klar. Dann wurde ein Plan geschmiedet und dieser schließlich in die Tat umgesetzt.

Steffen Degendörfer und Christian Janke sammelten Spenden, um für Leika neue Gesellschaft kaufen zu können. Mit einer selbstgebastelten Spendendose gingen die zwei Hofbewohner vor zwei Jahren auf dem Weihnachtsmarkt ans Werk. „Ich habe geflötet“, sagt Christian Janke. „Und ich Akkordeon gespielt“, ergänzt Steffen Degendörfer. Danach wurde die Spendendose im Hofladen aufgestellt. In diesem Herbst war dann endlich genug Geld zusammengekommen: Sparky und Apollo 13 kamen auf den Paulinenhof.

Zuvor war es recht dramatisch geworden im Leben der beiden Esel. In letzter Minuten waren die beiden von Global Chance for Animals aus einem holländischen Schlachthof gerettet worden, bevor sie zu Salami verwurstet worden wären. Der Verein brachte die beiden übergangsweise nach Osterburken bei Heilbronn. Von dort zogen sie schließlich auf den Hof nach Hertmannsweiler.

Apollo 13 heißt wie der Esel in Der Schuh des Manitu

„Sie haben sich schon nach wenigen Tagen gut bei uns eingelebt“, sagt Carolina Fischer. Sie hat im September die Leitung des Hofes von dessen langjährigem Chef Dietmar Oppenländer übernommen. „Das ist die schönste Arbeitsstelle, die ich mir vorstellen kann.“

Wie es sich für Esel gehört, haben Sparky und Apollo 13 – der wie jener Esel in der Kultkomödie „Der Schuh des Manitu“ heißt – ihren eigenen Kopf. Als sie zum Film-Interview malerisch im Hintergrund stehen sollen, wird es ihnen zu langweilig. Zielstrebig, aber in aller Gemütsruhe zockeln sie im Gänsemarsch aus dem Bild und schließen sich Leika an, die ein Stück weiter weg auf der Koppel steht.