Der Tennisclub aus Mönsheim kann sich freuen: Der Verein hat mit der Baugenehmigung des Landratsamts nun auch den Zuschlag für die Überdachung der Sitzgruppe am Paulinensee erhalten. Er stand an erster Stelle der vom Gemeinderat per Losverfahren erstellten Liste möglicher Empfänger.
Weil die von der Aufsichtsbehörde gesetzte Frist zur Beseitigung der ohne Genehmigung im Überschwemmungsbereich am Hochwasserrückhaltebecken errichteten Anlage näher rückte, bauten die Vereinsmitglieder das Dach jetzt auch zügig ab. Damit sind Fakten geschaffen, die manchen im Ort zwar nicht gefallen, im Sinne eines funktionierenden Hochwasserschutzes für die Grenzbachgemeinde aber nach Ansicht der übergeordneten Behörden beim Landratsamt unumgänglich sind.
Noch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, in der die stellvertretende Bürgermeisterin Margit Stähle von der Vergabe an den Tennisclub berichtete, gab es Stimmen aus der Zuhörerschaft, die die Verwaltung aufforderten, doch nach geeigneten Alternativplätzen für eine überdachte Sitzmöglichkeit zu schauen. Hans Kuhnle, langjähriger früherer Gemeinderat der Liste UBLM, sagte, man solle doch noch einmal genau erklären, warum am Paulinensee, hoch oberhalb von Mönsheim gelegen und ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, keine Sitzmöglichkeit mit Dach sein könne.
Ein Bürger spricht von „Skandal am Paulinensee“
Margit Stähle versicherte, dies werde geschehen. Aktuell erklärt die Verwaltung bereits auf der Homepage der Gemeinde ausführlich die Hintergründe für das kommunale Handeln. Trotzdem kursiert inzwischen eine Online-Petition mit dem Titel „Wir wollen unser Hüttle am Paulinensee zurück“, die von einem „Mönsheimer Bürger“ initiiert wurde und schon etliche Unterschriften sammeln konnte. Darin wird die Gemeinde Mönsheim und konkret der Gemeinderat mit einer langen Begründung aufgefordert, die Schutzhütte an alter Stelle wieder aufzubauen.
Vor Kurzem hatte sich auch ein Mönsheimer mit einem Schreiben direkt an die Presse gewandt, in dem er von einem „Skandal am Paulinensee“ sprach. Er schilderte darin seine eigenen Berechnungen, denen zufolge das auf acht Pfosten stehende Dach durchaus einem Hochwasser standhalten würde. Das ist ein zentraler Punkt, denn ein von der Gemeinde nach Aufforderung durch das Landratsamt beauftragtes neutrales Gutachten ergab das Gegenteil – eben dass die Gefahr bestehe, dass Teile der Überdachung die Funktion des Regelbauwerks im Damm beeinträchtigen könnten. Das Landratsamt ordnete die Entfernung des Daches bereits im vergangenen Jahr an und hatte jetzt als letzte Frist den 15. Mai gesetzt.
Die Gemeinde schließt für die Zukunft eine Überdachung nicht aus
Zwar bedauerten dies auch viele Gemeinderäte bei den Beratungen zum weiteren Vorgehen, doch angesichts der Rechtslage musste gehandelt werden. Eine mögliche Verlegung an einen anderen Standort in Seenähe sah die Mehrheit im Gremium wegen vieler ungeklärter Fragen kritisch, zumal das mit weiteren Kosten verbunden gewesen wäre. Die Überdachung selbst, die der seit gut einem Jahr suspendierte Bürgermeister Michael Maurer ohne Beteiligung des Gemeinderats veranlasst hatte, soll 13 000 Euro gekostet haben. Schließlich machte Markus Rösler, Gemeinderat der Mönsheimer Liste (ML) den Vorschlag, die Überdachung gegen Selbstabholung zu verschenken. Dieses Vorgehen fand im Gemeinderat eine Mehrheit.
Angesichts der Enttäuschung bei manchen Besuchern des Paulinensees lässt die Gemeindeverwaltung jedoch auch Hoffnung aufkeimen. Auf ihrer Homepage heißt es: „Eventuell kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bereich des Paulinensees (nicht im Staubereich) eine neue Überdachung, nach Beteiligung und Genehmigung aller Fachbehörden, errichtet werden.“