Langen Schlangen und Warten auf die Band: Die beiden ersten Open-Air-Konzerte in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) verliefen nicht optimal.
Es war kein Start nach Maß: Bei den ersten beiden Konzerten der Open-Air-Reihe „Kornwestheim rockt“ in diesem Jahr war zwar eine Menge los. Dennoch gingen die Besucher nicht nur mit positiven Eindrücken nach Hause. Zwei Umstände sorgten für Unmut und trübten die Freude an dem Konzerterlebnis.
In der ersten Ferienwoche überraschten technische Probleme im Schankbereich den Veranstalter Johannes Leichtle und sein Team. Schon bevor die AC/DC-Tribute-Band „The Jack“ die Bühne betrat, bildeten sich lange Schlangen vor den Getränkeständen. Von einem Desaster und einem missglückten Auftakt spricht der Kornwestheimer Walter Bohn. Er besucht „Kornwestheim rockt“ seit den Anfängen regelmäßig und ist ein bekennender Fan der kostenlosen Marktplatzkonzerte. Solche Ausschankprobleme wie beim ersten Konzert in diesem Jahr habe er noch nie erlebt.
Meterlange Schlangen vor dem Ausschank
Es habe „unerträgliche Wartezeiten von um die 20 bis 30 Minuten gegeben“, schildert er. „Die Schlangen vor den Bierausgaben waren um 18.30 Uhr jeweils gute 30 Meter lang.“ Auch Bohn selbst ging zunächst leer aus. Andere hätten sich aus Frust im Supermarkt mit Getränken versorgt. Dass es eine Panne gegeben hat, räumt Johannes Leichtle, dessen Veranstaltungsfirma die Konzertreihe organisiert, ein. Die Zapfanlagen hätten zeitweise nicht richtig funktioniert. „Es hat geholpert“, gibt er zu. Die langen Schlangen am Ausschank sind ihm nicht entgangen. „Wir verstehen den Ärger“, sagt er. Die Probleme seien inzwischen behoben. Beim zweiten Termin habe der Ausschank ordnungsgemäß geklappt.
Dass die Getränkeausgabe am zweiten Abend reibungsloser vonstattenging, kann Walter Bohn bestätigen. Doch auch beim zweiten Termin machte sich bei einigen Besuchern Unmut breit. Sie erwarteten die Coldplay-Tribute-Band bereits ab 18.30 Uhr. Doch „Viva La Vida“ ließ auf sich warten. Erst eine Stunde später trat die Gruppe vor die Mikrofone.
Fehler in der Kommunikation
„Wir konnten das auch nicht nachvollziehen“, sagt Leichtle und verweist an die Coverband. Von deren Management heißt es, es sei nur ein zweistündiges Set mit „Viva La Vida“ vertraglich vereinbart worden. Zudem sei man sich einig gewesen, dass vor deren Auftritt ein Singer und Songwriter für ein 45-minütiges Vorprogramm sorgt. Wenn es bei den Besuchern andere Erwartungen gegeben habe, sei das auf die Kommunikation des Veranstalters zurückzuführen.
Trotz der Pannen zeigt sich Leichtle mit den beiden ersten Terminen zufrieden. „Wir hatten zweimal schönes Wetter und viele Besucher“, sagt er. Er spricht von tollen Konzerten und freue sich auf die weiteren Termine. Auch an den übrigen Dienstagen in den Sommerferien sind Konzerte mit Coverbands geplant: „Bounce“ (Bon Jovi) am 12. August, „Die Toten Ärzte“ (Die Ärzte, Die Toten Hosen) am 19. August und „Dancing Dream“(Abba) am 26. August.
Wie es ab 2026 mit „Kornwestheim rockt“ weitergeht, ist noch unklar. Die Stadt hat die Durchführung der Open-Air-Konzerte auf dem Marktplatz ausgeschrieben. Leichtle, der die Konzerte seit 2017 veranstaltet, hat sich aufgrund der Ausschreibungsbedingungen gegen eine Bewerbung entschieden. Ob mittlerweile andere Veranstalter eine Bewerbung eingereicht haben, wollte die Verwaltung mit Verweis auf den laufenden Prozess zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht preisgeben.