Pedelec-Test in Kaltental Mit dem Test-Fahrrad auf der Teststrecke unterwegs

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Auf der Straße Im Elsental werde ich mit meinem Pedelec Teil eines bundesweiten Modellversuchs. Bergauf gibt es einen Schutzstreifen den die Autofahrer, sofern ein Radfahrer darauf unterwegs, nicht überfahren dürfen.

Bergauf gibt es auf der Straße Im Elsental einen Fahrrad-Schutzstreifen. Foto: Alexandra Kratz
Bergauf gibt es auf der Straße Im Elsental einen Fahrrad-Schutzstreifen. Foto: Alexandra Kratz

Dachswald/Kaltental - Seit dem Frühjahr ist die Straße Im Elsental Teststrecke. Bergauf wurde ein Schutzstreifen für Radfahrer markiert. Autofahrer dürfen die gestrichelte Linie grundsätzlich überfahren. Befindet sich jedoch ein Pedaleur auf dem Schutzstreifen, gilt sie als Grenze. Da ich in den vergangene n Wochen ein Pedelec zum Testen hatte, war diese Teststrecke für mich natürlich ein Muss. Wie gut, dass unsere Abschlussveranstaltung im Waldheim Heslach stattfand. Denn die Straße im Elsental führte mich quasi direkt dorthin.

Sicherheitsgefühl durch Schutzstreifen

Zugegeben, ohne Hilfsmotor hätte ich mich den steilen Berg nie und nimmer hoch getraut. Schon gar nicht, wenn neben mir die Autos mit 50 Sachen an mir vorbeirauschen. Unten am Berg erinnere ich mich noch einmal an Michael Lausterers Worte. „Motor hoch, Gang runter“, hatte der Inhaber des Pedelec-Fachgeschäfts eRadwerk gesagt, als er mir und meinen Kollegen die Drahtesel übergab. „Und bloß nicht hektisch werden, sondern ruhig treten.“ Es funktioniert. Obgleich ich im oberen Drittel trotzdem ins Schwitzen komme und meine untrainierten Waden spüre.

Bergab gibt es keinen Schutzstreifen. Die Experten gehen davon aus, dass die Pedaleure bergauf einen größeren Schutzraum brauchen, da man langsamer ist und leicht ins Pendeln gerät. Bis Jahresende soll der bundesweite Modellversuch im Elsental noch dauern. Dann werden die Ergebnisse ausgewertet. Mein persönliches Fazit: Der Schutzstreifen bergauf ist durchaus sinnvoll. Er vermittelt einem ein gewisses Sicherheitsgefühl.

Sechs Wochen lang war ich mit dem Pedelec unterwegs. Mehrfach wurde ich gefragt, was es denn für ein Elektrofahrrad sei. „Eins mit zwei Rädern, einem Sattel und einem Lenker“, war dann meist meine Antwort. Denn eigentlich haben mich die technischen Details nicht interessiert. Hauptsache der Motor funktioniert und das Ding fährt. Mittlerweile habe ich mich aber bei Michael Lausterer informiert und kann einige Fakten nachliefern.

„Den kann man gar nicht ganz leer fahren“

Ich war mit einem Velo de Ville unterwegs. Der Hersteller habe sich auf „Customizing“ spezialisiert, so der Fachhändler. Laut Wikipedia bedeutet das, dass ein Serienprodukt an die Bedürfnisse der Kunden angepasst wird. Mein Fahrrad hatte beispielsweise einen Tiefeinstieg und Rücktritt. Ansonsten war es ein 28-Zoll-Rahmen mit Felgenbremse und einer Sieben-Gang-Nabenschaltung. Unter dem Gepäckträger war der Bosch-Akku „Active“ installiert mit einem Drehmoment von 50 Newtonmetern und einer Leistung von 250 Watt. Bei dem Akku handelte es sich um ein Modell mit 400 Wattstunden.

Mit diesem Pedelec bin ich in knapp sechs Wochen 220 Kilometer gefahren. Zugegeben, das ist keine Spitzenleistung. Insgesamt bin ich sieben Stunden und sieben Minuten Fahrrad gefahren, und zwar mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 15,7 Kilometern in der Stunde. Und noch ein Wort zum Akku. Ein Leser wies mich daraufhin, dass man diesen niemals völlig entleeren sollte. Ups, das hat mir vorher aber keiner gesagt und mir ist wie berichtet genau das passiert. Bei unserem Treffen wurde auch das Thema angesprochen. Die Meinung unseres Experten: „Das ist ein Bosch-Motor. Den kann man gar nicht ganz leer fahren.“ Da habe ich noch einmal Glück gehabt.

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