Claudia Pechstein erfüllt die Olympia-Norm – und schreibt somit Sportgeschichte. Die 49-Jährige reist im Februar zu den Winterspielen nach Peking.

Calgary - Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (49) hat Geschichte geschrieben und die Norm für ihre achten Olympischen Winterspiele erfüllt. Die fünfmalige Goldmedaillen-Gewinnerin belegte am Sonntag im Massenstart-Finale des Weltcups im kanadischen Calgary den elften Platz. Damit schaffte sie acht Wochen vor den Spielen in Peking (4. bis 20. Februar) die nationalen und internationalen Vorgaben.

„Das ist das absolute Highlight meiner sportlichen Karriere“, sagte Pechstein, „als feststand, dass ich zum achten Mal an Olympia teilnehmen darf, hätte ich die ganze Welt umarmen können.“ Ein Start in Peking ist Pechsteins großes Ziel. Als weltweit erste Frau qualifizierte sie sich nun zum achten Mal für Winterspiele, bislang hatte diese Marke nur der japanischen Skispringer Noriaki Kasai erreicht.

Die Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sieht pro Disziplin zwei Platzierungen unter den Top 15 vor, mit zwei elften Rängen am vergangenen Wochenende in Salt Lake City und nun in Calgary erfüllte sie diese. Für die internationale Norm ist ein Platz unter den besten 24 der Weltcupwertung Pflicht, diese schließt Pechstein als 17. ab.

„Eine extreme Nervenbelastung“

In Calgary bestätigte die Berlinerin Michelle Uhrig als Achte ihre Olympia-Norm aus der Vorwoche. Joel Dufter (Inzell) schaffte über 1000 m als 15. in der A-Gruppe die Norm für Olympia. In 1:08,08 Minuten erfüllte der EM-Dritte im letzten internationalen Qualifikationsrennen die Nominierungskriterien des DOSB. Dies war zuvor bereits Patrick Beckert (Erfurt) und Felix Rijhnen (Darmstadt) gelungen.

Noch im Halbfinale schien Pechsteins Olympia-Projekt gescheitert, sie lief auf Rang elf und damit eigentlich am Finale vorbei. Vor der letzten Sprintwertung war Pechstein allerdings aus der Spur gedrückt worden, Bundestrainer Helge Jasch legte daher erfolgreich Protest ein. Pechstein rückte ins Finale auf.

„Das war für Claudia natürlich eine extreme Nervenbelastung“, sagte Jasch, „es ist bewundernswert, wie sie damit umgegangen ist und dann im Finale das Olympiaticket gelöst hat.“ Der Druck sei „enorm“ gewesen, sagte Pechstein, „jetzt bin ich einfach nur überglücklich, es geschafft zu haben. Das ist für mich die perfekte Krönung meiner Laufbahn.“