Perseiden Bis zu 100 Sternschnuppen in der Stunde

Von Beate Grünewald 

Im August sind die Chancen, Sternschnuppen zu sehen, am größten. Eine Wissenschaftlerin erklärt, wo der Meteorstrom der Perseiden am besten gesichtet werden kann und was es mit den Wunscherfüllern auf sich hat.

In unserer Bilderstrecke haben wir die beliebtesten Aussichtspunkte in Stuttgart gesammelt. Dabei gilt: Je weiter Lichtquellen wie Straßenlaternen und Co. entfernt sind, desto besser sieht man die Sternschnuppen. Foto: dpa/Patrick Pleul 6 Bilder
In unserer Bilderstrecke haben wir die beliebtesten Aussichtspunkte in Stuttgart gesammelt. Dabei gilt: Je weiter Lichtquellen wie Straßenlaternen und Co. entfernt sind, desto besser sieht man die Sternschnuppen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Stuttgart - Sternschnuppen haben für viele Menschen etwas Magisches. Noch immer gelten sie als kleine Wunscherfüller und erfreuen denjenigen, der im richtigen Moment einen Blick in den Himmel wirft. „Wünsch dir etwas“ raunen sich Freunde zu, wenn jemand eine Sternschnuppe gesehen hat.

Ende Juli und den kompletten August könnten Sternschnuppenfans wieder auf ihre Kosten kommen. Grund dafür sind wiederkehrende Sternschnuppenströme. Die Leoniden im November, die Geminiden im Dezember oder im August die Perseiden. Und das sind längst nicht alle.

Was hat es mit dem Wunscherfüller auf sich?

Wer eine Sternschnuppe sieht, kann sich etwas wünschen, so ein beliebter Aberglaube. Aber warum eigentlich? „Es ist nicht ganz klar, woher die Assoziation kommt“, sagt Carolin Liefke, Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Haus der Astronomie in Heidelberg. „Es scheint eine Art kirchliche Tradition zu sein“, vermutet sie.

„Die Perseiden werden beispielsweise auch Laurentiustränen genannt, benannt nach dem römischen Märtyrer“, erklärt sie. Sein Namenstag, der 10. August, fällt in die Zeit, in der die Sternschnuppen vermehrt zu sehen sind. Ungewöhnlich sei laut Liefke die durchweg positive Assoziation zu Sternschnuppen, denn in alten Überlieferungen galten Himmelszeichen meist als Unheilsbringer.

Wie entstehen Sternschnuppen?

In unserem Sonnensystem schwirren Staubteilchen herum. Wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn kreist und die Staubteilchen auf die Erdatmosphäre treffen, verglühen sie, was gemeinhin als Sternschnuppe bezeichnet wird, im Fachjargon Meteor. Eine Häufung von Sternschnuppen wird auch als Meteorschauer bezeichnet.

Da die Erde im August den Meteorstrom der Perseiden durchfliegt, entstehen hunderte Sternschnuppen, was von Laien gerne als Sternschnuppenregen bezeichnet wird.

Wann gibt es Sternschnuppen zu sehen?

Im Prinzip könnten über das ganze Jahr hinweg Sternschnuppen gesichtet werden. „Pro Stunde gibt es in der Regel zwei, drei Sternschnuppen“, erklärt Liefke. Aber wer starrt schon so lange am Stück in den Himmel? Deshalb sind die Sternschnuppenströme so beliebt. „Bei den Perseiden können es schon mal 100 Sternschnuppen in einer Stunde sein“, schätzt sie. Viele Sternschnuppenströme seien mit bloßem Auge von der Erde aus gar nicht zu beobachten. Wenn diese dann in den Medien angekündigt würden, sorge das nicht selten für Frust, so die Wissenschaftlerin.

Laut Berechnungen soll die Sternschnuppen-Ausbeute am 12. August am größten sein. Doch es gibt einen Haken: „Die Zeit, die man ausgerechnet hat, fällt in Deutschland auf tagsüber“, so Liefke. Sie macht dennoch Hoffnung: Die Chancen, Sternschnuppen zu beobachten seien im August generell sehr hoch und nicht nur an einem einzigen Tag.

Wie können die meisten Sternschnuppen gesichtet werden?

Licht stört beim Sterne Beobachten, denn sehr schwache Sternschnuppen können nur schlecht gesehen werden, wenn die Umgebung zu hell ist. Deshalb ist „das Allerwichtigste, dass man nicht mitten in der Stadt ist“, so Liefke. Und dann? „Am besten legt man sich in einen Liegestuhl oder auf eine Decke und genießt den Anblick des Himmels.“ Denn eines ist bei diesem Hobby ganz wichtig – und das ist Geduld.

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