Stuttgart - Seit seinem Amtsantritt im Januar bastelt Stuttgarts neuer Rathauschef Frank Nopper (CDU) an einem Team, das ihm im Rathaus den Rücken freihält, seine politischen Linien nach außen kommuniziert und die Kernthemen seines Wahlkampfs in seinem Geschäftsbereich kompetent bearbeitet. Noch sind einige Fragen offen, aber zumindest eine wichtige Personalie ist entschieden: Nach Informationen unserer Zeitung wird die bisherige städtische Wirtschaftsförderin Ines Aufrecht ausgetauscht. Sie ist ab Juli zuständig für die neu strukturierte Abteilung rechtliche Koordination Stuttgart 21/Rosenstein. Ihre bisherige Position wird neu ausgeschrieben.
Schon Noppers Vorgänger Fritz Kuhn (Grüne) hatte kurz nach seinem Amtsantritt darüber nachgedacht, Ines Aufrecht auf einen adäquaten Posten innerhalb der Verwaltung wegzuloben. Kuhn – so wurde kolportiert – traue der 44-jährigen studierten Juristin, die den Job noch unter OB Wolfgang Schuster (CDU) von ihrem Vorgänger Klaus Vogt übernommen hatte, nicht zu, sein Mantra von grünen Ideen, mit denen man schwarze Zahlen schreiben kann, umzusetzen. Böse Zungen im Rathaus behaupteten schon zu Schusters Zeiten, sie habe den Posten ohnehin in erster Linie ihrem CDU-Parteibuch zu verdanken.
Das Bedauern über Aufrechts Wechsel hält sich bei der örtlichen Wirtschaft in Grenzen
Doch Aufrecht blieb, ohne freilich große Impulse zu setzen. In Handelskreisen heißt es, unter ihrer Ägide sei wenig Vorzeigbares für die ortsansässigen Unternehmen und Einzelhändler auf den Weg gebracht worden. Auch über das vor zehn Jahren geplante interkommunale Gewerbegebiet am Flughafen, das ein Vorzeigeprojekt der Wirtschaftsförderung hätte werden können, spricht heute niemand mehr. Zuletzt hatte Ines Aufrecht zudem Pech: Das von ihrer Abteilung federführend begleitete Projekt Stadtlücken, das das Areal unter der Paulinenbrücke belebt hatte, musste dem Interimsbau für die Feuerwache 1 weichen. Die ehrenamtliche Initiative kündigte daraufhin eine deutliche Reduzierung ihres Engagements an. Und einer von zwei sogenannten Nachtmanagern, der in ihrer Abteilung angesiedelt werden sollte, sprang in letzter Minute aus persönlichen Gründen ab. Ines Aufrecht wird eine gewisse Nähe zur Immobilienbranche und zu Großunternehmen nachgesagt: Die Begleitung der Erweiterung Porsches am Stammsitz in Zuffenhausen und des Synergieparks in Vaihingen mit Daimler und der Allianz als Anker gehören mit zu ihrer Bilanz.
Nopper verspricht sich von dem Wechsel an der Spitze der Abteilung, die seinem Geschäftsbereich zugeordnet ist, dem Vernehmen nach mehr Dynamik; schließlich hatte er im OB-Wahlkampf das Thema Wirtschaftsförderung zur Chefsache erklärt. Eine weitere Personalie verkörpert dagegen Kontinuität: Andrea Klett-Eininger, die schon Noppers Vorgängern Schuster und Kuhn loyal als OB-Büroleiterin gedient hat, bleibt im Amt. Einen persönlichen Referenten hat Nopper mit Thrasivoulos Malliaras, den er aus der CDU-Fraktionsgeschäftsstelle entlehnt hat, bereits gefunden.
Stabsstellenleiter Münter will bleiben, ein OB-Sprecher soll in Kürze präsentiert werden
Bleiben zwei zentrale Positionen übrig, über die Nopper noch befinden muss. Was passiert mit Michael Münter, der von Kuhn als eine Art Chefstratege für Mobilitätsthemen ins Rathaus mitgebracht worden war? Dem Vernehmen kann sich Münter, der vor seinem Engagement bei der Stadt Chef des Referats Politische Planung im Staatsministerium war, durchaus vorstellen, in städtischen Diensten zu bleiben. Zuvor war spekuliert worden, er könne auf einen Posten in der Landesverwaltung zurückkehren.
Und wer wird neuer Sprecher oder neue Sprecherin von Nopper? Dazu hüllt man sich im Rathaus noch in Schweigen. Es gebe unter den rund 40 Bewerbungen mehrere heiße Kandidaten. Die Entscheidung werde wohl bald fallen, so heißt es.