Bewerbung bei ZF Personalerin gibt Tipps für Bewerber
Der Autozulieferer ZF sucht Nachwuchs für die Aufgaben der Zukunft. Eine leitende Personalanwerberin berichtet, worauf es bei der Bewerbung ankommt – und wie besonders Frauen angesprochen werden.
Der Autozulieferer ZF sucht Nachwuchs für die Aufgaben der Zukunft. Eine leitende Personalanwerberin berichtet, worauf es bei der Bewerbung ankommt – und wie besonders Frauen angesprochen werden.
Der ZF-Konzern steckt mitten im Wandel zur Elektromobilität und zum autonomen Fahren. Interesse für den Bau von Getrieben reicht deshalb beim interessierten Nachwuchs nicht mehr, sagt Mirjam Crespin, Leiterin der Abteilung Talent Acquisition für den Bereich Deutschland und Westeuropa.
Mirjam Crespin, wer schafft es zu Ihnen ins Gespräch? Sind Schulnoten oder Studienabschlüsse ausschlaggebend? Oder mehr der Ton und Inhalt des Bewerbungsschreibens?
Für uns zählt das Gesamtpaket, neben Berufserfahrung und Abschlüssen ist vor allem die Motivation der Bewerbenden wichtig. Als globaler Konzern sind wir auf der Suche nach Talenten, die sich für Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität, das autonome Fahren und innovative Mobilitätslösungen begeistern und die Entwicklung dieser Technologien weiter voranbringen möchten. Da wir Fachkräfte in verschiedensten Disziplinen suchen, ist unser Blick auf Studienabschlüsse sehr breit: Neben Ingenieurwissenschaften, der IT oder Naturwissenschaften verstärken wir unsere Teams ebenfalls unter anderem im betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Bereich.
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Was genau muss in der Bewerbung drinstehen? Haben Sie eine Kurzanleitung dafür?
Ein individueller und auf die Position abgestimmter Touch ist immer gut und lässt die Bewerbung lebendiger und authentischer werden. Neben der fachlichen Expertise sollte aus der Bewerbung auch die Persönlichkeit zum Vorschein kommen. Mein Rat geht daher dahin, keine Anleitung abzuarbeiten, sondern sich kreativ mit seinem Lebenslauf und den persönlichen Meilensteinen auseinanderzusetzen. Dabei sollten sich Bewerberinnen und Bewerber stets die Frage stellen: Was soll mein Gegenüber über mich erfahren, und wie kann ich das in meiner Bewerbung gut vermitteln?
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Welche Schlüsseleigenschaften wollen Sie sehen?
Unsere Bewerberinnen und Bewerber sind so vielfältig wie die Disziplinen, für die wir sie suchen. Eine ausgeprägte Motivation und Interesse für unsere Technologien ist allerdings immer eine wichtige Voraussetzung. Neben fachlichen Qualifikationen zählen für uns interkulturelle Kompetenzen sowie Innovationskraft zu den wichtigsten Schlüsseleigenschaften, die Bewerbende mitbringen sollten.
Gibt es Unternehmensbereiche, in denen Sie Frauen bevorzugen?
Für uns ist entscheidend, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat vom Gesamtprofil her für die fragliche Position die oder der geeignetste ist. Das Geschlecht spielt dabei ebenso wenig eine Rolle wie andere Merkmale – vielmehr wollen wir Diversität fördern, indem wir Teams unterschiedlich besetzen und so zu noch besseren Arbeitsergebnissen zu kommen. Wir brauchen Vielfalt und diverse Teams, die sich aus Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen zusammensetzen, die sich auf die jeweilige Religion, die Herkunft, das Geschlecht, das Alter, die sexuelle Orientierung oder einfach nur auf die Erfahrung in einem anderen Unternehmen gründen. Neben diesem grundsätzlichen Ansatz haben wir ganz konkret einige Programme in unseren Talententwicklungsprozess aufgenommen, um begabte Frauen zu identifizieren, zu ermutigen und auf ihrem Karriereweg zu unterstützen.
Haben sich Ihrer Einschätzung nach die Bewerberrunden in den vergangenen Jahren verändert? Ist es zum Beispiel wichtig für ZF, sich auch selbst positiv dazustellen?
Als Zulieferer liegt es in der Natur der Sache, dass wir mehr erklären müssen, was sich hinter „ZF inside“ in einem Fahrzeug verbirgt und an welchen Projekten die Ingenieurinnen und Ingenieure bei uns arbeiten. Getriebe, für die wir oft noch in der breiten Öffentlichkeit bekannt sind, sind nach wie vor wichtig, doch viele neue spannende Technologien sind hinzugekommen und prägen unser Geschäft inzwischen – auch zahlreiche Software- und IT-Disziplinen. Doch das Personalmarketing setzt früher an, etwa bei Ausbildungs- und Karrieremessen an Hochschulen. Denn wenn die Bewerberinnen und Bewerber zum Assessment-Center oder Vorstellungsgespräch zu uns kommen, dann wissen sie in der Regel schon, was ZF macht.
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Welche Rolle spielt in ihren Gesprächen das, was man New Work nennt – also die Möglichkeit flexiblen Arbeitens, auch von zu Hause aus? Wird das künftig wichtiger, und gibt es genügend Angebote im Konzern?
Die Möglichkeit, mobil zu arbeiten, hat es bei ZF schon vor der Pandemie gegeben. Mit „ZF Work“ rollen wir derzeit an unseren Standorten weltweit ein neues Konzept aus, das Arbeit im Büro und Homeoffice noch selbstverständlicher miteinander verbindet. Der Wunsch, Beruf und Privatleben auf diese Weise noch flexibler miteinander verknüpfen zu können, kam aus der Belegschaft, er kommt vermehrt aber auch von Bewerbern, denen solche Arbeitsformen wichtig sind. Auch das ist ein Element, um für Absolventen ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.
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ZF befindet sich in einem Technologiewandel hin zur E-Mobilität. Das führt oft zu Befürchtungen über Stellenstreichungen. Wie begegnen Sie Fragen zur Zukunft von Jobs bei ZF?
Der Mobilitätswandel ist in der Tat eine große Herausforderung für unser Unternehmen. Mit den neuen Technologien wie Elektromobilität und autonomes Fahren wandeln sich auch die Anforderungsprofile: Wir suchen Bewerberinnen und Bewerber mit Kompetenzen, um diese zukunftsweisenden Bereiche entscheidend voranzubringen und hier ihre Kreativität einzubringen. Hier erwarten wir in den nächsten Jahren weiteres Wachstum, weshalb sich in diesen Bereichen auch interessante langfristige Jobperspektiven bei ZF ergeben.
Weltweite Suche
Funktion
Mirjam Crespin leitet bei ZF den Bereich Talent Acquisition für die Region EMEA (Westeuropa, Middle East & Africa) mit einem internationalen 24-köpfigen Team, das sich zentral um die Rekrutierung von Mitarbeitenden in diesen Regionen kümmert.
Laufbahn
Die Betriebswirtin arbeitet seit Anfang 2017 für ZF, zuvor war sie in beratender Funktion für die Personalrekrutierung von Banken und Versicherungen in Düsseldorf und London tätig.