Personalien beim VfB Stuttgart So sieht Michael Reschke den Fall Pavard

Von Dirk Preiß 

Weil täglich neue Spekulationen zu Benjamin Pavard auftauchen, hat sich VfB-Sportchef Michael Reschke nun doch öffentlich zur Zukunft des Franzosen geäußert. Aber nicht nur dazu.

Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart (li.) im Zweikampf mit Mattia De Sciglio im Testspiel der Franzosen gegen Italien. Foto: AFP
Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart (li.) im Zweikampf mit Mattia De Sciglio im Testspiel der Franzosen gegen Italien. Foto: AFP

Stuttgart - Eine ganze Weile hatten die Strategen des VfB Stuttgart all die Spekulationen um die Zukunft von Benjamin Pavard gelassen und vor allem schweigend registriert. Die Lage war ja auch recht komfortabel für den Club: Der französische Abwehrspieler besitzt einen Vertrag bis 2021 – und der VfB ist nicht darauf angewiesen, mittelprächtige Summen als verlockend anzusehen. Was also soll’s den Verein beunruhigen, wenn Pavard mal bei diesem, mal bei jenem Topclub ins Gespräch gebracht wird. Am Freitag aber hat sich die Lage verändert – ein bisschen zumindest.

Der französische Nationalspieler war es nun selbst, der über den Wunsch, in der Champions League zu spielen, sprach. Und der einen Verbleib beim VfB Stuttgart über den Sommer hinaus zumindest in Frage stellte. Er könne das nicht versprechen, meinte der 22-Jährige, der sich derzeit mit der französischen Nationalmannschaft auf die WM in Russland vorbereitet – als fixer Part im 23-Mann-Kader. Das klingt nach einem Wechselwunsch, weshalb Michael Reschke nun doch auf das Dauerthema reagierte.

Reschke ist bei Pavard „tiefenentspannt“

Zunächst einmal sei er „tiefenentspannt“, versicherte der Sportvorstand des VfB. Denn: Es gebe in Sachen Benjamin Pavard „keine Anfrage, keinen Verhandlungsstand und keine neue Situation“. Einen ständigen Austausch mit dem Franzosen und dessen Berater gebe es dagegen, und weil schon im Rahmen der Vertragsverlängerung Ende 2017 (bis 2021) über Themen wie die Nationalmannschaft und die Champions League gesprochen worden war, seien Pavards aktuelle Aussagen „völlig in Ordnung“. Allerdings weiß auch Resche, dass sich der Innenverteidiger dank einer konstant starken Bundesligasaison nicht nur in die französische Nationalelf, sondern auch „in den Fokus der internationalen Spitzenclubs“ gespielt hat.

Klar ist daher auch: Sollte ein Mega-Angebot für Pavard ins Haus flattern – also eines jenseits von 30 oder 40 Millionen Euro –, kann sich die Lage schnell ändern. Aktuell stellt sie sich laut Reschke wie folgt dar: „Es ist unser gemeinsamer Fokus, dass er in der kommenden Saison bei uns bleibt. Davon gehen wir alle weiter aus.“ Nicht nur bei Benjamin Pavard.

Ein Wechsel von Daniel Ginczek ist kein Thema

Daniel Ginczek war zuletzt mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht worden. Doch auch der Stürmer, der derzeit Urlaub in New York macht, soll beim VfB bleiben. „Bei Daniel gibt es überhaupt keinen Stand“, sagt Reschke, „er ist in einer sehr guten körperlichen Verfassung und hat eine herausragende Rückrunde gespielt. Wir sind froh, dass wir ihn haben und planen die neue Saison mit ihm.“

Nicht mehr plant der VfB dagegen mit den zuletzt ausgeliehenen Spielern. Julian Green könnte bei der SpVgg Greuther Fürth bleiben, Jérôme Onguéné in Salzburg, Hans Nunoo Sarpei beim FC Senica. Den 1. FC Nürnberg verlassen wird dagegen Tobias Werner, doch auch der 32-Jährige wird nicht zum VfB zurückkehren. Die Tür für Holger Badstuber sei dagegen „weiter offen“.

Dennoch ist ein Verbleib des früheren Nationalspielers in Stuttgart höchst unwahrscheinlich. Zum einen, weil der VfB bereits vier Innenverteidiger unter Vertrag hat – neben Pavard noch Timo Baumgartl, Marc-Oliver Kempf und Marcin Kaminski. Zum anderen sondiert Badstuber Angebote, die ihm internationale Einsätze garantieren. Ausschau hält Reschke derweil noch nach Verstärkungen der Offensive: „Unsere Planungen sind definitiv noch nicht abgeschlossen.“